Fotos, Feldpost und Zeichnung von Jakob Hecht, item 6
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dazu herauskriegt. Ich bin meist eine Nacht und
den darauffolgenden Tag bis wieder Nachts in Stellung, um
dann einen Tag daheim auszuruhen. Oft bin ich aber auch
zwei Tage u. zwei Nächte hintereinander in Stellung,
einen Tag daheim, um dann wieder 2 Nächte u. Tage
hinauszukommen. Du siehst zu Feiern gibt es hier
nichts. Daheim habe ich ein sehr schönes und von mir
jetzt höchst künstlerisch ausgestaltetes Zimmer (es
ist nur schade, daß ich es so wenig ausnützen kann).
Ich habe darin 3 frz. Originale hängen, 1 herrliches Aquarell
(eine Skizze aus Ägypten), 2 große Blumenstücke, 2 große,
frz. gediegene Öllandschaften, 1 Pastell Landschaft u.
2 kleinere Genrebilder. Im übrigen sind 2 äußerst
bequeme Klubsessel, seidene Fenstergardinen, ein
frz. Kamin, ein Klavier (schade nur, daß ich nicht
spielen kann), eine umfangreiche frz. Bibliothek mit
wertvollen Werken über frz. Kunst, u. elektrisches
Licht darinnen. Da wäre es schon auszuhalten, bes.
wenn es keine feindl. Artillerie gäbe, obwohl,
solange ich hier bin, und das sind bereits 3 Wochen,
...rechte Seite
nichts passiert ist. Hier sieht man überhaupt eine Menge
Ölgemälde, künstleriche Möbel, bes. aus der Empirezeit,
dem Barock usw., unter denen die Mannschaften hausen,
wie daheim in ihren Bauernstuben. Moderne geschmackvolle
Sachen habe ich hier noch nicht gesehen. Die
Franzosen scheinen, wenigstens hier, bei dem Überlieferten
stehen geblieben zu sein. Man vermißt bei
alledem auch die deutsche Reinlichkeit, nun vielleicht
ist der bereits ein Jahr dauernde Krieg der Grund
der Unsauberkeit hier. Es wimmelt von Fliegen,
die ungewöhnlich zudringlich sind, Mäusen und
Ratten, sogar in meinem Kunstsalon. Unter anderem
haben sie meine eiserne Ration Zwieback
samt dem Säckchen, in dem er aufbewahrt war,
aufgezehrt. Nun, das nebenbei.
Zum Zeichnen gibt es hier ungemein
viel u. Interessantes. Überhaupt hat das Leben
in Unterständen u. Kellern, die aber wohlgemerkt
von uns Barbaren auf das wohnlichste
eingerichtet, mit Polstermöbeln, Lederstühlen
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dazu herauskriegt. Ich bin meist eine Nacht und
den darauffolgenden Tag bis wieder Nachts in Stellung, um
dann einen Tag daheim auszuruhen. Oft bin ich aber auch
zwei Tage u. zwei Nächte hintereinander in Stellung,
einen Tag daheim, um dann wieder 2 Nächte u. Tage
hinauszukommen. Du siehst zu Feiern gibt es hier
nichts. Daheim habe ich ein sehr schönes und von mir
jetzt höchst künstlerisch ausgestaltetes Zimmer (es
ist nur schade, daß ich es so wenig ausnützen kann).
Ich habe darin frz. ... hängen, 1 herrliches Aquarell
(eine Skizze aus Ägypten), 2 große Blumenstücke, 2 große,
frz. gediegene Öllandschaften, 1 Pastell Landschaft u.
2 kleinere Genrebilder. Im übrigen sind 2 äußerst
bequeme Klubsessel, seidene Fenstergardinen, ein
frz. Kamin, ein Klavier (schade nur, daß ich nicht
spielen kann), eine umfangreiche frz. Bibliothek mit
wertvollen Werken über frz. Kunst, u. elektrisches
Licht darinnen. Da wäre es schon auszuhalten, bes.
wenn es keine feindl. Artillerie gäbe, obwohl,
solange ich hier bin, und das sind bereits 3 Wochen,
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nichts passiert ist. Hier sieht man überhaupt eine Menge
Ölgemälde, künstleriche Möbel, bes. aus der Empirezeit,
dem Barock usw., unter denen die Mannschaften hausen,
wie daheim in ihren Bauernstuben. Moderne geschmackvolle
Sachen habe ich hier noch nicht gesehen. Die
Franzosen scheinen, wenigstens hier, bei dem Überlieferten
stehen geblieben zu sein. Man vermißt bei
alledem auch die deutsche Reinlichkeit, nun vielleicht
ist der bereits ein Jahr dauernde Krieg der Grund
der Unsauberkeit hier. Es wimmelt von Fliegen,
die ungewöhnlich zudringlich sind, Mäusen und
Ratten, sogar in meinem Kunstsalon. Unter anderem
haben sie meine eiserne Ration Zwieback
samt dem Säckchen, in dem er aufbewahrt war,
aufgezehrt. Nun, das nebenbei.
Zum Zeichnen gibt es hier ungemein
viel u. Interessantes. Überhaupt hat das Leben
in Unterständen u. Kellern, die aber wohlgemerkt
von uns Barbaren auf das wohnlichste
eingerichtet, mit Polstermöbeln, Lederstühlen
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dazu herauskriegt. Ich bin meist eine Nacht und
den darauffolgenden Tag bis wieder Nachts in Stellung, um
dann einen Tag daheim auszuruhen. Oft bin ich aber auch
zwei Tage u. zwei Nächte hintereinander in Stellung,
einen Tag daheim, um dann wieder 2 Nächte u. Tage
hinauszukommen. Du siehst zu Feiern gibt es hier
nichts. Daheim habe ich ein sehr schönes und von mir
jetzt höchst künstlerisch ausgestaltetes Zimmer (es
ist nur schade, daß ich es so wenig ausnützen kann).
Ich habe darin frz. hängen, 1 herrliches Aquarell
(eine Skizze aus Ägypten), 2 große Blumenstücke, 2 große,
frz. gediegene Öllandschaften, 1 Pastell Landschaft u.
2 kleinere . Im übrigen sind 2 äußerst
bequeme Klubsessel, seidene Fenstergardinen, ein
frz. Kamin, ein Klavier (schade nur, daß ich nicht
spielen kann), eine umfangreiche frz. Bibliothek mit
wertvollen Werken über frz. Kunst, u. elektrisches
Licht darinnen. Da wäre es schon auszuhalten, bes.
wenn es keine feindl. Artillerie gäbe, obwohl,
solange ich hier bin, und das sind bereits 3 Wochen,
...rechte Seite
nichts passiert ist. Hier sieht man überhaupt eine Menge
Ölgemälde, künstleriche Möbel, bes. aus der Empirezeit,
dem Barock usw., unter denen die Mannschaften hausen,
wie daheim in ihren Bauernstuben. Moderne geschmackvolle
Sachen habe ich hier noch nicht gesehen. Die
Franzosen scheinen, wenigstens hier, bei dem Überlieferten
stehen geblieben zu sein. Man vermißt bei
alledem auch die deutsche Reinlichkeit, nun vielleicht
ist der bereits ein Jahr dauernde Krieg der Grund
der Unsauberkeit hier. Es wimmelt von Fliegen,
die ungewöhnlich zudringlich sind, Mäusen und
Ratten, sogar in meinem Kunstsalon. Unter anderem
haben sie meine eiserne Ration Zwieback
samt dem Säckchen, in dem er aufbewahrt war,
aufgezehrt. Nun, das nebenbei.
Zum Zeichnen gibt es hier ungemein
viel u. Interessantes. Überhaupt hat das Leben
in Unterständen u. Kellern, die aber wohlgemerkt
von uns Barbaren auf das wohnlichste
eingerichtet, mit Polstermöbeln, Lederstühlen
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St. Mihiel
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- 2174 / 28804
- Contributor
- Ruth Pausch
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- Western Front
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