Kleiber Manuskript 01 - Vorwort - Pflanzenwelt Turkestans, item 47

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                                                                                    47.

kultivieren u. auf guten Boden u. bei günstigen Bedingungen

wächst er bedeutend rascher als in den Sanden.

Hinter der Station Aris beginnt die Eisenbahn langsam zu steigen,

um sich auf das Gebirge Kasy-kurt emporzuarbeiten, nach

Überwindung das Passes Sary-agatsch (="Gelber Baum") geht es dann

zum Fluße Kelek u. nach Taschkent hinab. Das Hügelland des

Kasy-kurt war wohl landschaftlich das Trostloseste, das ich in

Turkestan oder überhaupt jemals gesehen habe. Die langestreckten langgestreckten

oder kuppigen Hügelzüge waren buchstäblich kahl; pflanzliches

Leben sah in ich nur in der Form von einigen Bäumen um die

zwei oder drei Eisenbahnstationen, wenigen malvenähnlichen

ca 1m hohen Gewächsen mit weißen, rötlichen oder violetten Tellerblüten,

wohl Stockrosen (Althaea), sowie höchst vereinzelten Salzkräutern u. halbverdorrten

Dornsträuchern; einigemal glaube ich auch die kriechenden

Stengel der feigenfr. Salzpflanze gesehen zu haben. Sonst herrschte

durchaus der braungraue, kahle Tonboden vor; inwiefern die 

vorgeschrittene [sic.] Jahreszeit an diesem traurigen Bilde Schuld war,

konnte ich natürlich nicht feststellen.

Als uns der Zug vom Passe des "Gelben Baumes" abwärts trug,

sah ich bald in der Ferne einzelne Baumgruppen u. später die

so charakteristische Oasensilhouette auftauchen; in weniger

als einer Stunde hierauf trug uns der Zug bei strömenden

Regen - ein mir altem Nordturkestanen und Steppenbewohner

schon völlig fremd gewordenes Schauspiel - in immer rascheren

Tempo zu den ersten Wiesen, Feldern u. Baumgruppen

vorüber, von heimatlichem Erdgeruch umduftet, mitten in das frische, üppige

Grün der großen Taschkenter Oase hinein. 


                                                    Osch, am 28. Jänner Januar 1917. n. St. 


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                                                                                    47.

kultivieren u. auf guten Boden u. bei günstigen Bedingungen

wächst er bedeutend rascher als in den Sanden.

Hinter der Station Aris beginnt die Eisenbahn langsam zu steigen,

um sich auf das Gebirge Kasy-kurt emporzuarbeiten, nach

Überwindung das Passes Sary-agatsch (="Gelber Baum") geht es dann

zum Fluße Kelek u. nach Taschkent hinab. Das Hügelland des

Kasy-kurt war wohl landschaftlich das Trostloseste, das ich in

Turkestan oder überhaupt jemals gesehen habe. Die langestreckten langgestreckten

oder kuppigen Hügelzüge waren buchstäblich kahl; pflanzliches

Leben sah in ich nur in der Form von einigen Bäumen um die

zwei oder drei Eisenbahnstationen, wenigen malvenähnlichen

ca 1m hohen Gewächsen mit weißen, rötlichen oder violetten Tellerblüten,

wohl Stockrosen (Althaea), sowie höchst vereinzelten Salzkräutern u. halbverdorrten

Dornsträuchern; einigemal glaube ich auch die kriechenden

Stengel der feigenfr. Salzpflanze gesehen zu haben. Sonst herrschte

durchaus der braungraue, kahle Tonboden vor; inwiefern die 

vorgeschrittene [sic.] Jahreszeit an diesem traurigen Bilde Schuld war,

konnte ich natürlich nicht feststellen.

Als uns der Zug vom Passe des "Gelben Baumes" abwärts trug,

sah ich bald in der Ferne einzelne Baumgruppen u. später die

so charakteristische Oasensilhouette auftauchen; in weniger

als einer Stunde hierauf trug uns der Zug bei strömenden

Regen - ein mir altem Nordturkestanen und Steppenbewohner

schon völlig fremd gewordenes Schauspiel - in immer rascheren

Tempo zu den ersten Wiesen, Feldern u. Baumgruppen

vorüber, von heimatlichem Erdgeruch umduftet, mitten in das frische, üppige

Grün der großen Taschkenter Oase hinein. 


                                                    Osch, am 28. Jänner Januar 1917. n. St. 



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  • November 23, 2018 12:38:38 Gabriele Kister-Schuler

                                                                                        47.

    kultivieren u. auf guten Boden u. bei günstigen Bedingungen

    wächst er bedeutend rascher als in den Sanden.

    Hinter der Station Aris beginnt die Eisenbahn langsam zu steigen,

    um sich auf das Gebirge Kasy-kurt emporzuarbeiten, nach

    Überwindung das Passes Sary-agatsch (="Gelber Baum") geht es dann

    zum Fluße Kelek u. nach Taschkent hinab. Das Hügelland des

    Kasy-kurt war wohl landschaftlich das Trostloseste, das ich in

    Turkestan oder überhaupt jemals gesehen habe. Die langestreckten langgestreckten

    oder kuppigen Hügelzüge waren buchstäblich kahl; pflanzliches

    Leben sah in ich nur in der Form von einigen Bäumen um die

    zwei oder drei Eisenbahnstationen, wenigen malvenähnlichen

    ca 1m hohen Gewächsen mit weißen, rötlichen oder violetten Tellerblüten,

    wohl Stockrosen (Althaea), sowie höchst vereinzelten Salzkräutern u. halbverdorrten

    Dornsträuchern; einigemal glaube ich auch die kriechenden

    Stengel der feigenfr. Salzpflanze gesehen zu haben. Sonst herrschte

    durchaus der braungraue, kahle Tonboden vor; inwiefern die 

    vorgeschrittene [sic.] Jahreszeit an diesem traurigen Bilde Schuld war,

    konnte ich natürlich nicht feststellen.

    Als uns der Zug vom Passe des "Gelben Baumes" abwärts trug,

    sah ich bald in der Ferne einzelne Baumgruppen u. später die

    so charakteristische Oasensilhouette auftauchen; in weniger

    als einer Stunde hierauf trug uns der Zug bei strömenden

    Regen - ein mir altem Nordturkestanen und Steppenbewohner

    schon völlig fremd gewordenes Schauspiel - in immer rascheren

    Tempo zu den ersten Wiesen, Feldern u. Baumgruppen

    vorüber, von heimatlichem Erdgeruch umduftet, mitten in das frische, üppige

    Grün der großen Taschkenter Oase hinein. 


                                                        Osch, am 28. Jänner Januar 1917. n. St. 


  • November 9, 2018 13:46:43 Johanna Rustler

                                                                                        47.

    kultivieren und auf guten Boden und bei günstigen Bedingungen

    wächst er bedeutend rascher als in den Sanden.

    Hinter der Station Aris beginnt die Eisenbahn langsam zu steigen,

    um sich auf das Gebirge Kasy-kurt emporzuarbeiten, nach

    Überwindung das Passes Sary-agatsch (="Gelber Baum") geht es dann

    zum Fluße Kelek und nach Taschkent hinab. Das Hügelland des

    Kasyr-kurt war wohl landschaftlich das Trostloseste, das ich in

    Turkestan oder überhaupt jemals gesehen habe. Die langerstreckten

    oder kuppigen Hügelzüge waren buchstäblich kahl; pflanzliches

    Leben sah in nur in der Form von einigen Bäumen um die

    zwei oder drei Eisenbahnstationen, wenigen missing ähnlichen

    ca 1m hohen Gewächsen mit weißen, rötlichen oder violetten Tellerblüten,

    wohl Stockrosen (Althae), sowie höchst vereinzelten Salzkräutern und halbverdorsten Dornsträuchern; einigemal glaube ich auch die kriechenden

    Stengel der feigenfr. Salzpflanze gesehen zu haben. Sonst herrschte

    durchaus der braungraue, kahle Tonboden vor; inwiefern die 

    vorgeschrittene (sic.) Jahreszeit an disem traurigen Bilde Schuld war,

    konnte ich natürlich nicht feststellen.

    Als uns der Zug vom Passe des "Gelben Baumes" abwärts trug,

    sah ich bald in der Ferne einzelne Baumgruppen und später die

    so charakteristische Oasensilhouette auftauchen; in weniger

    als einer Stunde hierauf trug uns der Zug bei strömenden

    Regen - ein missing altem Nordturkestanen und Steppenbewohner

    schon völlig fremd gewordenes Schauspiel - in immer rascheren

    Tempo zu den ersten Wiesen, Feldern und Baumgruppen

    vorüber von heimatlichem Erdgeruch umduftet, mitten in das frische, üppige

    Grün der großen Taschkenten Oase hinein. 


                                                        Osch, am 28. Jänner 1917. n. St. 



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  • 44.817607||65.5140073||

    Perowsk/Turkestan

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20836 / 235827
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
F&F
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


January 28, 1917
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  • Eastern Front

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