Kriegstagebuch von Hans-Joachim Röhr aus Görlitz - Band 3, item 120
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S. 217
dringend von Nöten war fand das schwer geprüfte Volk
noch lange nicht. - Innerliche Kämpfe brachten das Reich
dem Zerfall nahe - der Bolschewismus von Russland genährt
kämpfte um die Macht - äusserst heftige und blutige
Kämpfe fanden in Sachsen, Hamburg, in München,
im Ruhrgebiet statt - dann folgte der Kapputsch, der
auch nur neue Unruhen schaffte - Berlin hatte
wie andere Städte viele blutige Tage zu sehen
bekommen - aber dann erfolgte so langsam Ruhe.
Die alte Armee war verschwunden, an seine Stelle
trat das 100.000 Mann Heer - die Reichswehr - in
dieser wird die Tradition des ruhmreichen deutschen
Heeres gepflegt und jede Kompagnie oder Schwadron
ist der Traditionstruppenteil eines alten Regiments.
So auch hatte die Garde ihre Traditionskompagnie
für das Erste Garde Regiment zu Fuss ist es die 1.
Komp. Infanterie Regiment 9. Potsdam. -
Um den Gefallenen in Ehre zu gedenken wurden
ihnen viele Denkmäler errichtet; die Inschriften -
die hohen Verlustziffern - zeigen von den Opfern welche
die Regimenter gebracht haben. Auch das 1. Garde
Regiment zu Fuss und seine Ersatztruppenteile, sowie
die aus ihm hervorgegangenen Truppenteile, wie das
1. Garde Reserve Regiment erhielt gemeinsam ein
Denkmal für seine über 8000 Gefallene.
S. 218
Die Denkmalsweihe fand am 13., 14 und 15. Juni 1924 in
Potsdam statt. Dahin zog es auch mich.
Am 13. Juni 1924, einem Freitag, machte ich mich 13.VI.1924
auf den Weg nach Potsdam. Auf dem dortigen Bahnhofe
wimmelte es von ehemaligen Regimentsangehörigen, die
aus allen Teilen Deutschlands herbeieilten. Im Schloss
war ein Meldebüro errichtet, hier bekam man
Anweisungen und Quartiere. Viele Gebäude hatten geflaggt, die
Bewohner selbst waren neugierig, und manch eine
Mutter holte sich mit ihren Kindern die Einquartierung
ab. Im Schlosshofe fanden die ersten Wiedersehens-
und Begrüssungsfeiern im Kamderadenkreise statt. Man
bekam seine Ausweise und Abzeichen. Potsdam
wimmelte von Ehemaligen - Grosse kräftige Gestalten
schritten allerorten durch die bekannten Straßen. Alte
bekannte Kneipen wurden aufgesucht und den
Angehörigen gezeigt - manch einer brachte seine Kinder
mit, um auch dem Nachwuchs alten preussischen
Soldatengeist zu zeigen. Ich bekam ein Bürgerquartier,
war aber nur zum Schlafen dort, und war, obgleich freudig
begrüsst, nur kaum 1 Stunde mit dem Quartierwirt
im Gespräch. Ich besuchte Sanssouci, den Antiken
Tempel - die letzte Ruhestätte der verstorbenen Kaiserin
Aug.-Victoria - und den Marstall.
Am Abend fanden Begrüssungsfeiern statt; welche
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S. 217
dringend von Nöten war fand das schwer geprüfte Volk
noch lange nicht. - Innerliche Kämpfe brachten des Reich
dem Zerfall nahe - der Bolschewismus von Russland genährt
kämpfte um die Macht - äusserst heftige und blutige
Kämpfe fanden in Sachsen, Hamburg, in München,
im Ruhrgebiet statt - dann folgte der Kapputsch, der
auch nur neue Unruhen schaffte - Berlin hatte
wie andere Städte viele blutige Tage zu sehen
bekommen - aber dann erfolgte so langsam Ruhe.
Die alte Armee war verschwunden, an seine Stelle
trat das 100.000 Mann Heer - die Reichswehr - in
dieser wird die Tradition des ruhmreichen deutschen
Heeres gepflegt und jede Kompagnie oder Schwadron
ist der Traditionstruppenteil eines alten Regiments.
So auch hatte die Garde ihre Traditionskompagnie
für das Erste Garde Regiment zu Fuss ist es die 1.
Komp. Infanterie Regiment 9. Potsdam. -
Um den Gefallenen in Ehre zu gedenken wurden
ihnen viele Denkmäler errichtet; die Inschriften -
die hohen Verlustziffern - zeigen von den Opfern welche
die Regimenter gebracht haben. Auch das 1. Garde
Regiment zu Fuss und seine Ersatztruppenteile, sowie
die aus ihm hervorgegangenen Truppenteile, wie das
1. Garde Reserve Regiment erhielt gemeinsam ein
Denkmal für seine über 8000 Gefallene.
S. 218
Die Denkmalsweihe fand am 13., 14 und 15. Juni 1925 in
Potsdam statt. Dahin zog es auch mich.
Am 13. Juni 1924, einen Freitag, machte ich mich
auf den Weg nach Potsdam. Auf dem dortigen Bahnhofe
wimmelte es von ehemaligen Regimentsangehörigen, die
aus allen Teilen Deutschlands herbeieilten. Im Schloss
war ein Meldebüro errichtet, hier bekam man
Anweisungen und Quartiere. Viele Gebäude hatten geflaggt, die
Bewohner selbst waren neugierig, und manch eine
Mutter holte sich mit ihren Kindern die
Einquartierung ab. Im Schlosshofe fanden die ersten Wiedersehens-
und Begrüssungsfeiern im Kamderadenkreise statt. Man
bekam seine Ausweise und Abzeichen. Potsdam
wimmelte von Ehemaligen - Grosse kräftige Gestalten
schritten allerorten durch die bekannten Strassen. Alte
bekannte Kneipen wurden aufgesucht und den
Angehörigen gezeigt - manch einer brachte seine Kinder
mit, um auch dem Nachwuchs alten preussischen
Soldatengeist zu zeigen. Ich bekam ein Bürgerquartier,
war aber nur zum Schlafen dort, und war, oblgeich freudig
begrüsst, nur kaum 1 Stunde mit dem Quartierwirt
im Gespräch. Ich besuchte Sansouci, den Antiken
Tempel - die letzte Ruhestätte der verstorenen Kaiserin
Aug.-Victoria - und den Marstall.
Am Abend fanden Begrüssungsfeiern statt; welche
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S. 217
dringend von Nöten war fand das schwer gepellte Volk
noch lange nicht. - Innerliche Kämpfe brachten des Reich
dem Zerfall nahe - der Bolschewismus von Russland genährt
kämpfte um die Macht - äusserst heftige und blutige
Kämpfe fanden in Sachsen, Hambrug, in München,
im Ruhrgebiet statt - dann folgte der Kapputsch, der
auch nur neue Unruhen schaffte - Berlin hatte
wie andere Städte viele blutige Tage zu sehen
bekommen - aber dann erfolgte so langsam Ruhe.
Die alte Armee war verschwunden, an seine Stelle
trat das 100.000 Mann Heer - die Reichswehr - in
dieser wird die Tradition des ruhmreichen deutschen
Heeres gepflegt und jede Kompagnie oder Schwadron
ist der Traditiostruppenteil eines alten Regiments.
So auch hatte die Garde ihre Traditionskompagnie
für das Erste Garde Regiment zu Fuss ist es die 1.
Komp. Infanterie Regiment 9. Potsdamm. -
Um den Gefallenen in Ehre zu gedenken wurden
ihnen viele Denkmäler errichtet; die Inschriften -
die hohen Verlustziffern - zeigen von den Opfern welche
die Regimenter gebracht haben. Auch das 1. Garde
Regiment zu Fuss und seine Ersatztruppenteile, sowie
die aus ihm hervorgegangenen Truppenteile, wie das
1. garde Reserve Regiment erhielt gemeinsam ein
Denkmal für seine über 8000 Gefallene.
S. 218
Die Denkmalsweihe fand am 13., 14 und 15. Juni 1925 in
Potsdamm statt. Dahin zog es auch mich.
Am 13. Juni 19124, einen Freitag, machte ich mich
auf den Weg nach Postdam. Auf dem dortigen Bahnhofe
wimmelte es von ehemaligen Regimentsangehörigen, die
aus allen Teilen Deutschlands herbeieilten. Im Schloss
war ein Meldebüro errichtet, hier bekam man
Anweisungen und Quartiere. Viele Gebäude hatten geflaggt, die
Bewohner selbst waren neugierig, und manch eine
Mutter holte sich mit ihren Kindern die
Einquartierung ab. im Schlosshofe fanden die ersten Wiedersehens-
und Begrüssungsfeiern im Kamderadenkreise statt. Man
bekam seine Ausweise und Abzeichen. Potsdamm
wimmelte vo Ehemaligen - Grosse kräftige Gestalten
schritten allerorten durch die bekannten Strassen. Alte
bekannte Kneipen wurden aufgesucht und den
Angehörigen gezeigt - manch einer brachte seine Kinder
mit, um auch dem Nachwus alten preussischen
Soldatengeist zu zeigen. Ich bekam ein Bürgerquartier,
war aber nur zum Schlafen dort, und war, oblgeich freudig
begrüsst, nur kaum 1 Stunde mit dem Quartierwirt
im Gespräch. Ich besuchte Sansonei, den Antiken
Tempel - die letzte Ruhestätte der verstorenen Kaiserin
Aug.-Victoria - und den Marstall.
Am Abend fanden Begrüssungsfeiern statt; welche
-
S. 217
dringend von Nöten war fand das schwer gepellte Volk
noch lange nicht. - Innerliche Kämpfe brachten des Reich
dem Zerfall nahe - der Bolschewismus von Russland genährt
kämpfte um die Macht - äusserst heftige und blutige
Kämpfe fanden in Sachsen, Hambrug, in München,
im Ruhrgebiet statt - dann folgte der Kapputsch, der
auch nur neue Unruhen schaffte - Berlin hatte
wie andere Städte viele blutige Tage zu sehen
bekommen - aber dann erfolgte so langsam Ruhe.
Die alte Armee war verschwunden, an seine Stelle
trat das 100.000 Mann Heer - die Reichswehr - in
dieser wird die Tradition des ruhmreichen deutschen
Heeres gepflegt und jede Kompagnie oder Schwadron
ist der Traditiostruppenteil eines alten Regiments.
So auch hatte die Garde ihre Traditionskompagnie
für das Erste Garde Regiment zu Fuss ist es die 1.
Komp. Infanterie Regiment 9. Potsdamm. -
Um den Gefallenen in Ehre zu gedenken wurden
ihnen viele Denkmäler errichtet; die Inschriften -
die hohen Verlustziffern - zeigen von den Opfern welche
die Regimenter gebracht haben. Auch das 1. Garde
Regiment zu Fuss und seine Ersatztruppenteile, sowie
die aus ihm hervorgegangenen Truppenteile, wie das
1. garde Reserve Regiment erhielt gemeinsam ein
Denkmal für seine über 8000 Gefallene.
S. 218
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S. 217
dringend von Nöten war fand das schwer gepellte Volk
noch lange nicht. - Innerliche Kämpfe brachten des Reich
dem Zerfall nahe - der Bolschewismus von Russland genährt
kämpfte um die Macht - äusserst heftige und blutige
Kämpfe fanden in Sachsen, Hambrug, in München,
im Ruhrgebiet statt - dann folgte der Kapputsch, der
auch nur neue Unruhen schaffte - Berlin hatte
wie andere Städte viele blutige Tage zu sehen
bekommen - aber dann erfolgte so langsam Ruhe.
Die alte Armee war verschwunden, an seine Stelle
trat das 100.000 Mann Heer - die Reichswehr - in
dieser wird die Tradition des ruhmreichen deutschen
Heeres gepflegt und jede Kompagnie oder Schwadron
ist der Traditiostruppenteil eines alten Regiments.
So auch hatte die Garde ihre Traditionskompagnie
für das Erste Garde Regiment zu Fuss ist es die 1.
Komp. Infanterie Regiment 9. Potsdamm. -
Um den Gefallenen in Ehre zu gedenken wurden
ihnen viele Denkmäler errichtet; die Inschriften -
die hohen Verlustziffern - zeigen von den Opfern welche
die Regimenter gebracht haben. Auch das 1. Garde
Regiment zu Fuss und seine Ersatztruppenteile, sowie
die aus ihm hervorgegangenen Truppenteile, wie das
1. garde Reserve Regiment erhielt gemeinsam ein
Denkmal für seine über 2000 Gefallene.
S. 218
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Potsdam
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- 15873 / 169091
- Contributor
- Heike Knothe
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