Tagebuchaufzeichnungen von Georg Luber (leicht veränd. Abschrift), item 8
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14.
im Frontgebiet, welches im vergangenen
März von den Deutschen geräumt wurde,
nämlich in einem alten Steinbruch, der vielmehr
einem Tunnel glich, denn eine Division Soldaten
konnte hier ihr Unterkommen finden. Derselbe
war im Wald bei Thiescourt namens Cariere
Martin. Essen war sehr schlecht hier, wir konnten
uns auch nicht beschweren, denn kein Mensch
fand in diesen Wald herein. In der Woche gab
es 1-2 mal Pferdefleisch, welches war wie Leder
so zäh, der Hunger aber uns dazu trieb, dasselbe
hinunter zu würgen. Die Behandlung ebenfalls
nicht besser. Der Arrest war immer voll, da der
18jährige preuß. Feldwebel die Leute selbst
einsperren ließ. Derselbe hatte bei den Franzosen
eine gute Nummer, das heißt er war gut
angesehen, wurde deshalb von den Offiz. zu Tisch
geladen, woselbst er, wie wir später in Erfahrung
brachten, sein deutsches Vaterland verraten hatte.
So blieben wir hier bis zum 25. Aug. wo wir
dann nach Flemont bei Thiescourt kamen,
um dort unsere bisherige Arbeit, nämlich
Drahtverhau aufrollen u. Gräben einfüllen,
weiter zu machen. Nebenbei wurden auch die
alten Unterstände eingerissen, wo es sehr
15.
gefährlich dabei zu ging. Wieder eine Abteilung
ging in die letztgenannte Ortschaft, um die
zerstörten Häuser etwas herzurichten, was ja
wie wir später hörten alles umsonst war.
Indessen kamen nun die langgewünschten Pakete
an, die uns große Freude machten. Aber zu unserm
Schrecken durften wir dieselben bloß sehen u. dann
konnten wir wieder leer abziehen. Es war
dies eine Gegenmaßregel u. dauerte 14 Tg. bis
die meisten Pakete von den Ratten vernichtet
waren. In den Blechbaracken hatten wir einen
schlimmen Winter zum durchmachen. Wenn wir
morgens aufwachten, so lag der Schnee 20cm
hoch auf uns, das Wasser zum Waschen war
eingefroren, ebenso die Schuhe die ja nicht mehr
trocken wurden. So kam dann das Frühjahr recht
bald u. als am 21. März 1918 die deutsche Offensive
an der Westfront begann, mußten wir ausreißen.
Wir kamen deshalb auf großem Umweg
nach Dival um dort vorübergehend
auf einer Kleinbahn zu arbeiten. Schon nach
14 Tg. ging es wieder weiter, 45 km zu Fuß
bis nach Trancault. Das Quartier bezogen
wir in einer verlassenen Mühle u. begannen
nun die Waldarbeit. Bei derselben
Description
Save description- 49.566186||2.884929||
Thiescourt
- 48.601124||3.554421||
Dival
- 48.373043||3.537364||
Trancault
Location(s)
Document location Thiescourt
-
Additional document location Dival
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Additional document location Trancault
- ID
- 2742 / 35300
- Contributor
- Werner Luber
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- Western Front
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- Prisoners of War
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