Tagebuchaufzeichnungen von Georg Luber (leicht veränd. Abschrift), item 2
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Als am 2. August 1914 der Weltkrieg
entbrannte, hoffte man, in kurzer
Zeit würde alles vorüber sein. Dies aber
sollte anders kommen, u. so mußte ich
am 14. März 1915 schweren Herzens mein
Elternhaus verlassen. Ich rückte vorerst beim 6.Inf.
Regt. in Amberg ein, woselbst ich meine 4
monatl. Rekrutenzeit verbrachte. Mein Wunsch
war recht bald mit den Feinden Bekanntschaft
zu machen. Dies sollte bald in Erfüllung
gehen, denn schon am 24. Juli als ich von
einem großen Gefangenentransport, der
von Amberg nach Buchheim (München)
führte, heimkehrte, wurde ich eingekleidet, um
am nächsten Tage schon ins Feld zum 6.Inft.Rgt.
abzurücken. Nun wurde ich aber als Ordonnanz
besimmt in die Kanzlei, weshalb ich nun vom
Transport zurückstehen mußte, was mir sehr
schwer fiel. Aber es kam anders, denn ich verbrachte
eine schöne Zeit daselbst bis zum 20.Sept.
wo ich zur Masch.Gew.Komp. nach Regensburg
ausgehoben wurde. Von dort aus wurde ich
als untauglich zurückgeschickt u. nahm meinen
alten Platz wieder ein. So verging die
Zeit, bis der 25.Nov. kam, wo ich nun doch
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ins Feld rückte. Es war eine lustige Fahrt,
solange es durch Deutschland ging. Jenseits des
Rheins jedoch wurde die Stimmung sehr ernst,
denn der schwere Donner der Geschütze schlug
an unsere Ohren. Am 26.XI. morgens 7 Uhr in
St. Blaise angekommen marschierten wir bis
um 6 Uhr abends, wo wir in Senones beim
14.bay.Res.Inf.Rgt. ankamen. Wir waren nicht
wenig erstaunt, als wir in die Erdhöhlen einquartiert
wurden, wo man bloß sitzen konnte, wenn
man von Posten abgelöst wurde. Die gefräßigen
Ratten fehlten hier auch nicht und beschäftigten uns
die ganze Nacht, indem sie uns bei lebendigem
Leibe angriffen. Zudem mußte man Tag u. Nacht
in voller Bereitschaft und Ausrüstung dastehen,
sodaß man vollständig angekleidet schlafen mußte.
Der Gegner verhielt sich im großen u. ganzen
ziemlich ruhig, bloß tagsüber machte er Überfälle
mit Artillerie zuweilen auf die Wege
wo das Essen gefahren wurde u. sonstige Soldaten
passierten. Daher gab es ab u. zu Tote
und Verwundete. Ein viertel Jahr mußten
wir hier unter der Erde zubringen, bis wir
am 28.III.16. abgelöst wurden und nach
Alberschweiler (Lothringen) kamen um dort Ruhe zu
finden. Aber dieselbe fanden wir nicht, denn
hier hieß es exerzieren, vom Morgen bis Abend.
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... linke Seite
Als am 2. August 1914 der Weltkrieg
entbrannte, hoffte man, in kurzer
Zeit würde alles vorüber sein. Dies aber
sollte anders kommen, u. so mußte ich
am 14. März 1915 schweren Herzens mein
Elternhaus verlassen. Ich rückte vorerst beim 6.Inf.
Regt. in Amberg ein, woselbst ich meine 4
monatl. Rekrutenzeit verbrachte. Mein Wunsch
war recht bald mit den Feinden Bekanntschaft
zu machen. Dies sollte bald in Erfüllung
gehen, denn schon am 24. Juli als ich von
einem großen Gefangenentransport, der
von Amberg nach Buchheim (München)
führte, heimkehrte, wurde ich eingekleidet, um
am nächsten Tage schon ins Feld zum 6.Inft.Rgt.
abzurücken. Nun wurde ich aber als Ordonnanz
besimmt in die Kanzlei, weshalb ich nun vom
Transport zurückstehen mußte, was mir sehr
schwer fiel. Aber es kam anders, denn ich verbrachte
eine schöne Zeit daselbst bis zum 20.Sept.
wo ich zur Masch.Gew.Komp. nach Regensburg
ausgehoben wurde. Von dort aus wurde ich
als untauglich zurückgeschickt u. nahm meinen
alten Platz wieder ein. So verging die
Zeit, bis der 25.Nov. kam, wo ich nun doch
... rechte Seite
ins Feld rückte. Es war eine lustige Fahrt,
solange es durch Deutschland ging. Jenseits des
Rheins jedoch wurde die Stimmung sehr ernst,
denn der schwere Donner der Geschütze schlug
an unsere Ohren. Am 26.XI. morgens 7 Uhr in
St. Blaise angekommen marschierten wir bis
um 6 Uhr abends, wo wir in Senones beim
14.bay.Res.Inf.Rgt. ankamen. Wir waren nicht
wenig erstaunt, als wir in die Erdhöhlen einquartiert
wurden, wo man bloß sitzen konnte, wenn
man von Posten abgelöst wurde. Die gefräßigen
Ratten fehlten hier auch nicht und beschäftigten uns
die ganze Nacht, indem sie uns bei lebendigem
Leibe angriffen. Zudem mußte man Tag u. Nacht
in voller Bereitschaft und Ausrüstung dastehen,
sodaß man vollständig angekleidet schlafen mußte.
Der Gegner verhielt sich im großen u. ganzen
ziemlich ruhig, bloß tagsüber machte er Überfälle
mit Artillerie zuweilen auf die Wege
wo das Essen gefahren wurde u. sonstige Soldaten
passierten. Daher gab es ab u. zu Tote
und Verwundete. Ein viertel Jahr mußten
wir hier unter der Erde zubringen, bis wir
am 28.III.16. abgelöst wurden und nach
Alberschweiler (Lothringen) kamen um dort Ruhe zu
finden. Aber dieselbe fanden wir nicht, denn
hier hieß es exerzieren, vom Morgen bis Abend.
Description
Save description- 48.395088||6.981525||
Senones
- 48.403495||7.161745||
Saint-Blaise
- 48.637028||7.095904||
Alberschweiler (Abreschviller)
Location(s)
Document location Senones
-
Additional document location Saint-Blaise
-
Additional document location Alberschweiler (Abreschviller)
- ID
- 2742 / 35294
- Contributor
- Werner Luber
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- Western Front
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- Prisoners of War
- Trench Life













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