Abschrift der Kriegstagebücher von Sergeant Fritz Apsel, item 34
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...linke Seite
den Abhang hoch u. bekamen so wenig von dem Zeug,
daß wir garnicht die Gasmasken aufsetzen brauchten. - Wir
waren Korpsreseve u. dachten vielaicht nach 3 Tagen nach
vorn zu kommen. Da wurde uns kundgetan, daß wir in
der Nacht von hier nach vorne rücken. Sehr erfreuliche Aussichten
in dem Dreckwetter. Hatten uns schon ein Loch gebuddelt,
Stroh geholt u. legten uns nun zur Ruhe. In der
Nacht verspürte ich plötzlich einen Druck auf dem Kopf. Ich will
ihn hochheben, es geht nicht. Mein erster Gedanke war: Du bist verschüttet.
Mit aller Macht zog ich nun u. konnte bald als befreiter
Mann frei aufatmen. Um 1:30 Uhr hieß es fertig machen.
Das war ein Marsch, an den werde ich denken. Oft lagen wir
glatt wie eine Briefmarke auf der Nase, bald kroch man auf
allen vieren einen Abhang hoch. Stundenlang konnte man
sich auf diese Weise amüsieren. Müde zum Umfallen langten
wir um 6 Uhr bei der abzulösenden Truppe an, spannten
uns über die vorhandenen Löcher Zeltbahnen u. setzten uns
zähneklappernd darunter. Gegen Mittag hieß es vorgehen.
Links sollten die 3er angreifen u. wir sollten einfach eine
Schwenkung machen. Leicht gesagt. Der Tommy empfing uns
mit M.G.-Feuer u. aufgepflanztem Bajonett. Wir buddelten
uns ein u. warteten der Dinge, die da kommen sollten. Bald
setzte schweres Artilleriefeuer ein u. wir auf freiem Felde. Links
war niemand zu halten. Alles lief zurück, so daß wir nach
rechts wie nach links keinen Anschluß hatten. Da wollte der
Tomy angreifen. Ein Zug konnte natürlich allein nichts machen
u. wir zogen uns zurück. Der beste Kerl der Kompanie,
...rechte Seite
Treber, mußte sein Leben lassen. Mit 4 Brustschüssen lebte
er noch, starb aber auf dem Transport. Am Abend wickelten
wir uns wieder in unsere nassen Decken u. legten uns zur
Ruhe. Abwechselnd gefroren u. geschlafen. Von 4-6 Uhr morgens
hatte ich Dienst. Habe die Posten revidiert u. ging auf u. ab. Dann
wurde Kaffee heiß gemacht u. bald schlief ich wieder. Jetzt
ist ganz schönes Wetter (6.4.18.) Ist ja wohl auch Sonntag. Dazwischen
erschallt der Gesang der Lerchen. Es ist noch immer dasselbe
alte Lied, daß ich zu Hause so gerne hörte. Jetzt sitzt man in
seinem Kalkloch u. kommt bald vor Dreck um. Zu Hause sitzen
sie jetzt 12,30 Uhr wohl um den Mittagstisch u. für den nachm.
wird wohl ein Spaziergang geplant sein, wenn das Wetter dort
so schön ist, wie hier. - Die Fliegertätigkeit ist hier sehr rege. Die
engl.[ischen] kommen meist in größerer Anzahl. Es sieht manchmal so
aus, als wenn eine Schar Krähen über uns kreist, denn oft
schweben 40-50 Stück über uns, werfen Bomben, beschießen
uns mit M.G. u. hetzen das Artilleriefeuer auf uns. Von unseren
Fliegern hätte ich mehr erwartet. Die lassen sich ja fast garnicht
sehen.
7.4.18.
Gestern war eine Jagdstaffel, bestehend aus 8
Fokker Dreidecker, in Tätigkeit. 6 Engländer wurden erledigt.
Die Dinger arbeiten sehr gut. Meistens stellten sich die Tomys
gar nicht, sondern suchten das Weite. Ein richtiger Fliegertag war
gestern. 30 feindliche Flugzeuge umkreisten die Stellung wie
ein Schwarm aufgescheuchter Vögel; beschossen uns mit M.G. u.
warfen unzählige Bomben ohne Schaden anzurichten. - Das schöne
Wetter hielt auch nicht lange an. Gegen Abend regnete es
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Königsberg / Ostpreußen
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