Abschrift der Kriegstagebücher von Sergeant Fritz Apsel, item 28
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...linke Seite
durchgekommen u. haben sich nach dem Befinden der Leute erkundigt. -
So jetzt gehe ich zu Böttcher u. dann zu Schippling.
25.12. Erster Feiertag !
Am Morgen brummte mir etwas der Schädel.
Haben nämlich furchtbar gefeiert. Der Wein hat die Gemüter sehr erregt
gehabt. Es wurde gesungen u. allerhand Unsinn getrieben. Dazu
wurden die heiligen Räume der Schreibstube genommen. Zum Schluß
fiel der Ofen um. Frisch hält das Ofenrohr. Ein Bild zum totlachen.
Vorm. hatten wir Kirchgang. Am Tage ein richtiges Weihnachtsessen.
Etwas Frost mit Schnee. Jetzt sitze ich wieder beim Schein der Kerze,
will noch eine Menge Briefe schreiben, darum Schluß für heute.
28.12.
Natürlich kam ich am 1. Feiertag nicht dazu, Briefe zu schreiben,
da mich Feldw. Schrock zu sich rufen ließ u. mir eröffnete,
daß ich u. viele andere morgen 6,30 Uhr in Audun sein sollte, um
in Stellung zu gehen u. diese für die Komp. zu übernehmen. Am
anderen morgen waren wir um 6,30 Uhr dort, aber kein Auto kam.
Als endlich welche in Sicht kamen, hielten sie nicht, sondern
ließen uns elend im Stich. Um 8 Uhr stiegen wir in den Zug u.
gondelten ab. Dann stiegen wir in eine Kleinbahn u. fuhren weiter.
In Etain, einem völlig zerschossenen franz. Städtchen stiegen
wir aus u. wanderten nach unserer Bereitschaftsstellung. Die 10. Komp.
des I.R. 15 [Infanterie Regiment 15] liegt in großen Stollen. Ewige Nacht ist es hier. Gestern
ging ich nach Etain, um die Komp. abzuholen. Um 8 Uhr langten
wir hier an. Kohldampf habe ich die 2 Tage geschoben ! Es gab nämlich
kein Mittagessen u. für heute auch keine kalte Verpflegung. Der
Franzmann verhält sich einigermaßen ruhig. Man kann sogar bei
Tage oben herumlaufen, ohne Feuer zu bekommen. Die Gegend sieht
doch anders aus, als im Osten. Hier ist nichts als Drahtverhau, Gräben,
Stollen u. Fliegerdeckung.
31.12.17.
Vorgestern v. 6-12 abends
gearbeitet. Bauen nämlich einen neuen Stollen mit 14m Deckung.
Da kann der Franzmann schon trommeln. Gestern hatten wir Unterricht
über Gelände. Wir liegen auf dem Igelstein. Der Wald
auf diesem Berge heißt Mont Trisselle Wald. Vor uns liegt die
...rechte Seite
4. Komp. I. auf dem Tonberg. Rechts davon liegt die 3./I. in
Haute Cour, davor liegt der kl.[eine] u. gr.[oße] Gaswald. Die K.F.K. liegt
auf der Eierschanze. Hinter und befindet sich der Fann de Vaux
Wald mit der 11. Komp. Rechts davon die Schuberthöhe. Hier haust
die 9. Komp. Rechts davon der Heinemannsstützpunkt wo der Fliegerposten
steht. Die 12. Komp. liegt auf dem Riegel vor Etain. Die
Franzosen liegen auf dem Cote la Reen, hier liegt auch Fort
Vaux u. Douomont. Gestern war Sonntag. Am Vorm. hatten
wir Unterricht u. nachm. waren Gefr. Jakob u. ich auf Jagd gegangen.
Haben natürlich nichts erlegt. Hier treiben sich viele Rebhühner und
Hasen umher. - Heute hatten wir Unterricht durch den Komp. Führer. Er
hat wieder einmal Friedenshoffnungen in uns geweckt. Hoffentlich
bringt uns das neue Jahr den Frieden. Mit dem heutigen Tage geht
nun das alte Jahr zu Ende. Es hat mir meistens Entbehrungen, Mühe
u. Strapazen gebracht. Ich habe zwar viel erlebt, hätte aber ebenso
gerne darauf verzichtet. Nun wollen wir einen dicken Strich unter
alles machen u. auf das neue Jahr unsere Hoffnungen bauen.
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1.1.1918, 12,05 [Uhr) nachts.
Das neue Jahr hat begonnen. Haben es
alle in unserem Stollen erwartet. Was wird es uns bringen ?
ist die bange Frage ? Hoffentlich recht viel Gutes. Vor allen Dingen
den Frieden ! So nun wird schlafen gegangen.
5.1.18.
Hier geht
ein Tag wie der andere rum, ohne etwas Neues zu bringen.
Das Gespräch dreht sich nur um den Frieden, den hier alle mit Sehnsucht
erwarten. Hoffentlich warten die Franzosen u. Engländer unsere
Offensive nicht ab, sondern reisen nach Brest-Litowsk, um das
Friedenssignal zu drücken. - Sollte das aber nicht der Fall sein,
dann aber druff ! je eher desto besser. Der Franzmann würde sich
dann wohl umsehen. Die heilige französische Hauptstadt würde sich
wohl wieder von deutschen fahnen geschmückt sehen und die gehaßten
deutschen Truppen würden wohl herzlich wenig danach fragen, ob
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durchgekommen u. haben sich nach dem Befinden der Leute erkundigt. -
So jetzt gehe ich zu Böttcher u. dann zu Schippling.
25.12. Erster Feiertag !
Am Morgen brummte mir etwas der Schädel.
Haben nämlich furchtbar gefeiert. Der Wein hat die Gemüter sehr erregt
gehabt. Es wurde gesungen u. allerhand Unsinn getrieben. Dazu
wurden die heiligen Räume der Schreibstube genommen. Zum Schluß
fiel der Ofen um. Frisch hält das Ofenrohr. Ein Bild zum totlachen.
Vorm. hatten wir Kirchgang. Am Tage ein richtiges Weihnachtsessen.
Etwas Frost mit Schnee. Jetzt sitze ich wieder beim Schein der Kerze,
will noch eine Menge Briefe schreiben, darum Schluß für heute.
28.12.
Natürlich kam ich am 1. Feiertag nicht dazu, Briefe zu schreiben,
da mich Feldw. Schrock zu sich rufen ließ u. mir eröffnete,
daß ich u. viele andere morgen 6,30 Uhr in Audun sein sollte, um
in Stellung zu gehen u. diese für die Komp. zu übernehmen. Am
anderen morgen waren wir um 6,30 Uhr dort, aber kein Auto kam.
Als endlich welche in Sicht kamen, hielten sie nicht, sondern
ließen uns elend im Stich. Um 8 Uhr stiegen wir in den Zug u.
gondelten ab. Dann stiegen wir in eine Kleinbahn u. fuhren weiter.
In Etain, einem völlig zerschossenen franz. Städtchen stiegen
wir aus u. wanderten nach unserer Bereitschaftsstellung. Die 10. Komp.
des I.R. 15 [Infanterie Regiment 15] liegt in großen Stollen. Ewige Nacht ist es hier. Gestern
ging ich nach Etain, um die Komp. abzuholen. Um 8 Uhr langten
wir hier an. Kohldampf habe ich die 2 Tage geschoben ! Es gab nämlich
kein Mittagessen u. für heute auch keine kalte Verpflegung. Der
Franzmann verhält sich einigermaßen ruhig. Man kann sogar bei
Tage oben herumlaufen, ohne Feuer zu bekommen. Die Gegend sieht
doch anders aus, als im Osten. Hier ist nichts als Drahtverhau, Gräben,
Stollen u. Fliegerdeckung.
31.12.17.
Vorgestern v. 6-12 abends
gearbeitet. Bauen nämlich einen neuen Stollen mit 14m Deckung.
Da kann der Franzmann schon trommeln. Gestern hatten wir Unterricht
über Gelände. Wir liegen auf dem Igelstein. Der Wald
auf diesem Berge heißt Mont Trisselle Wald. Vor uns liegt die
...rechte Seite
4. Komp. I. auf dem Tonberg. Rechts davon liegt die 3./I. in
Haute Cour, davor liegt der kl.[eine] u. gr.[oße] Gaswald. Die K.F.K. liegt
auf der Eierschanze. Hinter und befindet sich der Fann de Vaux
Wald mit der 11. Komp. Rechts davon die Schuberthöhe. Hier haust
die 9. Komp. Rechts davon der Heinemannsstützpunkt wo der Fliegerposten
steht. Die 12. Komp. liegt auf dem Riegel vor Etain. Die
Franzosen liegen auf dem Cote la Reen, hier liegt auch Fort
vaux u. Douomont. Gestern war Sonntag. Am Vorm. hatten
wir Unterricht u. nachm. waren Gefr. Jakob u. ich auf Jagd gegangen.
Haben natürlich nichts erlegt. Hier treiben sich viele Rebhühner und
Hasen umher. - Heute hatten wir Unterricht durch den Komp. Führer. Er
hat wieder einmal Friedenshoffnungen in uns geweckt. Hoffentlich
bringt uns das neue Jahr den Frieden. Mit dem heutigen Tage geht
nun das alte Jahr zu Ende. Es hat mir meistens Entbehrungen, Mühe
u. Strapazen gebracht. Ich habe zwar viel erlebt, hätte aber ebenso
gerne darauf verzichtet. Nun wollen wir einen dicken Strich unter
alles machen u. auf das neue Jahr unsere Hoffnungen bauen.
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1.1.1918, 12,05 [Uhr) nachts.
Das neue Jahr hat begonnen. Haben es
alle in unserem Stollen erwartet. Was wird es uns bringen ?
ist die bange Frage ? Hoffentlich recht viel Gutes. Vor allen Dingen
den Frieden ! So nun wird schlafen gegangen.
5.1.18.
Hier geht
ein Tag wie der andere rum, ohne etwas Neues zu bringen.
Das Gespräch dreht sich nur um den Frieden, den hier alle mit Sehnsucht
erwarten. Hoffentlich warten die Franzosen u. Engländer unsere
Offensive nicht ab, sondern reisen nach Brest-Litowsk, um das
Friedenssignal zu drücken. - Sollte das aber nicht der Fall sein,
dann aber druff ! je eher desto besser. Der Franzmann würde sich
dann wohl umsehen. Die heilige französische Hauptstadt würde sich
wohl wieder von deutschen fahnen geschmückt sehen und die gehaßten
deutschen Truppen würden wohl herzlich wenig danach fragen, ob
-
...linke Seite
durchgekommen u. haben sich nach dem Befinden der Leute erkundigt. -
So jetzt gehe ich zu Böttcher u. dann zu Schippling.
25.12. Erster Feiertag !
Am Morgen brummte mir etwas der Schädel.
Haben nämlich furchtbar gefeiert. Der Wein hat die Gemüter sehr erregt
gehabt. Es wurde gesungen u. allerhand Unsinn getrieben. Dazu
wurden die heiligen Räume der Schreibstube genommen. Zum Schluß
fiel der Ofen um. Frisch hält das Ofenrohr. Ein Bild zum totlachen.
Vorm. hatten wir Kirchgang. Am Tage ein richtiges Weihnachtsessen.
Etwas Frost mit Schnee. Jetzt sitze ich wieder beim Schein der Kerze,
will noch eine Menge Briefe schreiben, darum Schluß für heute.
28.12.
Natürlich kam ich am 1. Feiertag nicht dazu, Briefe zu schreiben,
da mich Feldw. Schrock zu sich rufen ließ u. mir eröffnete,
daß ich u. viele andere morgen 6,30 Uhr in Audun sein sollte, um
in Stellung zu gehen u. diese für die Komp. zu übernehmen. Am
anderen morgen waren wir um 6,30 Uhr dort, aber kein Auto kam.
Als endlich welche in Sicht kamen, hielten sie nicht, sondern
ließen uns elend im Stich. Um 8 Uhr stiegen wir in den Zug u.
gondelten ab. Dann stiegen wir in eine Kleinbahn u. fuhren weiter.
In Etain, einem völlig zerschossenen franz. Städtchen stiegen
wir aus u. wanderten nach unserer Bereitschaftsstellung. Die 10. Komp.
des I.R. 15 [Infanterie Regiment 15] liegt in großen Stollen. Ewige Nacht ist es hier. Gestern
ging ich nach Etain, um die Komp. abzuholen. Um 8 Uhr langten
wir hier an. Kohldampf habe ich die 2 Tage geschoben ! Es gab nämlich
kein Mittagessen u. für heute auch keine kalte Verpflegung. Der
Franzmann verhält sich einigermaßen ruhig. Man kann sogar bei
Tage oben herumlaufen, ohne Feuer zu bekommen. Die Gegend sieht
doch anders aus, als im Osten. Hier ist nichts als Drahtverhau, Gräben,
Stollen u. Fliegerdeckung.
31.12.17.
Vorgestern v. 6-12 abends
gearbeitet. Bauen nämlich einen neuen Stollen mit 14m Deckung.
Da kann der Franzmann schon trommeln. Gestern hatten wir Unterricht
über Gelände. Wir liegen auf dem Igelstein. Der Wald
auf diesem Berge heißt Mont Trisselle Wald. Vor uns liegt die
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Étain, Vaux, Douaumont
- 54.705269214461346||20.513154188818362||||1
Königsberg / Ostpreußen
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Document location Étain, Vaux, Douaumont
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