1. Kriegstagebuch von Walter Naumann (September-November 1914)
Title in English
War diary No. 1 of Walter Naumann (September-November 1914)
Description
Walter Naumann wurde 1888 in Böhlitz-Ehrenberg geboren und war 1914 bis 1918 Meldegänger des Königlich Sächsischen 6. Infanterieregiment Nr. 105 „König Wilhelm II. von Württemberg“, das an den Schlachten von Verdun und Cambrai teilnahm. Nach der Schule war Naumann in Restaurants in Grenoble und Atlantic City (USA) in die Lehre gegangen, da sein Vater ein eigenes Restaurant in Bad Düben besaß und Walter dieses übernehmen sollte. Kurz vor Ausbruch des 1. Weltkrieges kam Walter aus Atlantic City zurück, wohin er auswandern wollte. Zu seinen Hinterlassenschaften aus den Kriegsjahren 1914-1918 gehört ein Koffer, in dem sich eine Meldegängertasche samt Inhalt befand. Der Koffer enthielt dazu noch eine Reihe von Tagebüchern, Fotos und vier genau beschrifteten Fotonegativalben mit über 400 Mittelformat Negativen. Naumann war ein begeisterter Fotograf und besaß immer die neueste Technik. Möglicherweise stammte seine Feldkamera aus den USA. Mittels der Tagebücher und der genauen Fotodokumentation kann die gesamte Zeit seines Kriegseinsatzes nachgezeichnet werden: Von seiner Mobilmachung am 11. September 1914, dem Transport über Leipzig und Köln nach Lüttich in Belgien. Von dort ging es an die Front bei Laon in Frankreich, über verschiedene Zwischenstationen in Frankreich, bis zum Rückzug am 6.11.1918 von Happencourt über Baives/Frankreich und Lüttich bis zur Ankunft in Böhlitz.
Summary description of items
1. Kriegstagebuch von Walter Naumann, geführt vom 11.09.1914 bis zum 13.11.1914. Naumanns Aufzeichnungen beginnen mit der Mobilmachung und seiner ersten Ankunft in Belgien (Lüttich). Die letzten Eintragungen beziehen sich auf das ständige Bombardement, das ihm langsam genug ist, wie er auf englisch schreibt: "I´ve got enough of it!". Er erwähnt zudem die Gefangennahme eines Bataillons Franzosen. Die letzte Eintragung lautet: "Heute u. gestern Durchbrechversuche. Am 13. Dezember Eisernes Kreuz." Den Grund für die Verleihung des Ordens nennt er nicht.