Mein Tagebuch (Kriegstagebuch), Josef Rust, item 78

Edit transcription:
...
Transcription saved
Enhance your transcribing experience by using full-screen mode

Transcription

You have to be logged in to transcribe. Please login or register and click the pencil-button again

15. Oktober 1916

Der Herbst bringt nocheinmal schöne Tage,

zuweilen auch zufriedene Stimmungen. Es

geht ein großes Sterben um in der Welt;

so groß, so schön, so keusch und stillzu=

frieden. So möchte ich auch einst aus der

Welt gehen. Es ist so schön um den Tod,

wenn er uns glücklich findet.

23./10. 16

Manchmal denke ich an den schönen

Urlaub zurück, der doch wieder so traurig

war. Weiß ich doch ein liebes Bruder=

herz unter welken Kränzen und gelben

Blättern - und manchmal denke ich da=

bei, - wohin sie dich auch über kurz oder

lang bahren werden.

24./10. 16

Es regnet. Morgen geht's zum 3. Male

an die Somme. Wir singen nur noch

Lieder vom Sterben.

27./10.

Liegen augenblicklich in Montigny, südlich

Cambrai. Haben eine nächtliche Bahn=

fahrt und einen Marsch von 3 Stunden hin=

ter uns. Werden wohl in den nächsten

Tagen nach vorn geschafft werden in

die Frontgegend von Peronne. --

Schlechtes Wetter, leidliches Quartier, bange

Aussichten!


Transcription saved

15. Oktober 1916

Der Herbst bringt nocheinmal schöne Tage,

zuweilen auch zufriedene Stimmungen. Es

geht ein großes Sterben um in der Welt;

so groß, so schön, so keusch und stillzu=

frieden. So möchte ich auch einst aus der

Welt gehen. Es ist so schön um den Tod,

wenn er uns glücklich findet.

23./10. 16

Manchmal denke ich an den schönen

Urlaub zurück, der doch wieder so traurig

war. Weiß ich doch ein liebes Bruder=

herz unter welken Kränzen und gelben

Blättern - und manchmal denke ich da=

bei, - wohin sie dich auch über kurz oder

lang bahren werden.

24./10. 16

Es regnet. Morgen geht's zum 3. Male

an die Somme. Wir singen nur noch

Lieder vom Sterben.

27./10.

Liegen augenblicklich in Montigny, südlich

Cambrai. Haben eine nächtliche Bahn=

fahrt und einen Marsch von 3 Stunden hin=

ter uns. Werden wohl in den nächsten

Tagen nach vorn geschafft werden in

die Frontgegend von Peronne. --

Schlechtes Wetter, leidliches Quartier, bange

Aussichten!



Transcription history
  • March 25, 2017 10:43:53 Eva Anna Welles (AUT)

    15. Oktober 1916

    Der Herbst bringt nocheinmal schöne Tage,

    zuweilen auch zufriedene Stimmungen. Es

    geht ein großes Sterben um in der Welt;

    so groß, so schön, so keusch und stillzu=

    frieden. So möchte ich auch einst aus der

    Welt gehen. Es ist so schön um den Tod,

    wenn er uns glücklich findet.

    23./10. 16

    Manchmal denke ich an den schönen

    Urlaub zurück, der doch wieder so traurig

    war. Weiß ich doch ein liebes Bruder=

    herz unter welken Kränzen und gelben

    Blättern - und manchmal denke ich da=

    bei, - wohin sie dich auch über kurz oder

    lang bahren werden.

    24./10. 16

    Es regnet. Morgen geht's zum 3. Male

    an die Somme. Wir singen nur noch

    Lieder vom Sterben.

    27./10.

    Liegen augenblicklich in Montigny, südlich

    Cambrai. Haben eine nächtliche Bahn=

    fahrt und einen Marsch von 3 Stunden hin=

    ter uns. Werden wohl in den nächsten

    Tagen nach vorn geschafft werden in

    die Frontgegend von Peronne. --

    Schlechtes Wetter, leidliches Quartier, bange

    Aussichten!



  • March 25, 2017 10:39:52 Eva Anna Welles (AUT)

    15. Oktober 1916

    Der Herbst bringt nocheinmal schöne Tage,

    zuweilen auch zufriedene Stimmungen. Es

    geht ein großes Sterben um in der Welt;

    so groß, so schön, so keusch und stillzu=

    frieden. So möchte ich auch einst aus der

    Welt gehen. Es ist so schön um den Tod,

    wenn er uns glücklich findet.


    23./10. 16

    Manchmal denke ich an den schönen

    Urlaub zurück, der doch wieder so traurig

    war. Weiß ich doch ein liebes Bruder=

    herz unter welken Kränzen und gelben

    Blättern - und manchmal denke ich da=

    bei, - wohin sie dich auch über kurz oder

    lang bahren werden.


    24./10. 16

    Es regnet. Morgen geht's zum 3. Male

    an die Somme. Wir singen nur noch

    Lieder vom Sterben.


    27./10.

    Liegen augenblicklich in Montiguy, südlich

    Cambrai. Haben eine nächtliche Bahn=

    fahrt und einen Marsch von 3 Stunden hin=

    ter uns. Werden wohl in den nächsten

    Tagen nach vorn geschafft werden in

    die Frontgegend von Peronne. --

    Schlechtes Wetter, leidliches Quartier, bange

    Aussichten!



Description

Save description
  • 51.910862631550685||8.373222219482386||

    Gütersloh

    ||1
Location(s)
  • Story location Gütersloh
Login and add location


ID
2460 / 242836
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Josef Rust
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


Login to edit the languages

Login to edit the fronts
  • Eastern Front

Login to add keywords
  • Remembrance

Login and add links

Notes and questions

Login to leave a note