Gefreiter Heinz Radicke aus Greifswald, item 59

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 .Mittlerer Teil des Briefes:

Altengrabow, d.23.6.16.

Liebe Eltern!


Obwohl ich heute schon sehr müde bin, möchte

ich Euch doch noch einen Sonntagsgruß senden.

Hoffentlich bekommt Ihr diesen Brief s noch am Sonn=

tag.

Wir haben heute den schwersten Tag meiner

ganzen bisherigen Dienstzeit gehabt. Um 2 30 heute

morgen war nämlich schon Wecken und um 4 30  Ab

marsch zu einem Übungsmarsch des gesamten

Regiments! Wir sind etwa 25 km im Eilmarsch ge=

laufen.  Es war angenommen, daß der Feind geschlagen

war und sollte er durch einen Überholungsmarsch in

der Flanke angegriffen werden, (ca. 6 1/2 km in der Stunde).

Ein tolles Marschieren bei wolkenlosem Himmel in

drückender Hitze und dann in der Sandbüchse von Altengrabow.

Dann kam das Gefecht. Nach dem Gefecht marschierten wir

noch ca 7 km über den Truppenübungsplatz, auf welchem dann

vor dem Oberstleutnant und verschiedenen anderen Herren


 .Rechte Seite des Briefes:

das Regiment in Zugkolonne, und darauf in Kompagniekolonne

vorbeimarschierten. Wir kamen beide Male ganz leidlich vorbei. Gleich darauf

bauten sie verschieden ab, dann über 30 km mit Gefecht und dann

Parademarsch 2 mal in drückender Hitze mit gepaktem Affen und Knarre!

Darauf ging es dem Lager zu, nach etwa 3 km. Hiebei klappen nun

verschiedene wie die Fliegen ab. Vor dem Eingang zum Lager

mußten wir nochmals im Parademarsch vor dem Bataillonsführer

vorbeimarschierten. (nach ca 35 - 40 km.) Vor der Barake bracht dann


 .Linke Seite des Briefes:

sogar noch ein Offizier, (ein Leutnant) zusammen. Auch hat ein

Untffz. schlapp gemacht. Wenn wir noch ca 1 Stunde marschiert

wären, glaube ich, wäre nur noch das halbe Rgt. angekommen. Um

12 1/2 Uhr waren wir dann wieder zurück. Ich habe bis zum Schluß

durchgehalten, doch lange hätte ich es auch nicht mehr ausgehalten.

Jetzt, nach 2 1/2 Std Bettruhe ist beinahe alles wieder vergessen.

aber dran denken werden wir wohl alle noch lange  dran.

Sonst ist noch alles beim Alten geblieben

Seid alle recht herzlich gegrüßt von Eurem Muschkot Heinz.

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 .Mittlerer Teil des Briefes:

Altengrabow, d.23.6.16.

Liebe Eltern!


Obwohl ich heute schon sehr müde bin, möchte

ich Euch doch noch einen Sonntagsgruß senden.

Hoffentlich bekommt Ihr diesen Brief s noch am Sonn=

tag.

Wir haben heute den schwersten Tag meiner

ganzen bisherigen Dienstzeit gehabt. Um 2 30 heute

morgen war nämlich schon Wecken und um 4 30  Ab

marsch zu einem Übungsmarsch des gesamten

Regiments! Wir sind etwa 25 km im Eilmarsch ge=

laufen.  Es war angenommen, daß der Feind geschlagen

war und sollte er durch einen Überholungsmarsch in

der Flanke angegriffen werden, (ca. 6 1/2 km in der Stunde).

Ein tolles Marschieren bei wolkenlosem Himmel in

drückender Hitze und dann in der Sandbüchse von Altengrabow.

Dann kam das Gefecht. Nach dem Gefecht marschierten wir

noch ca 7 km über den Truppenübungsplatz, auf welchem dann

vor dem Oberstleutnant und verschiedenen anderen Herren


 .Rechte Seite des Briefes:

das Regiment in Zugkolonne, und darauf in Kompagniekolonne

vorbeimarschierten. Wir kamen beide Male ganz leidlich vorbei. Gleich darauf

bauten sie verschieden ab, dann über 30 km mit Gefecht und dann

Parademarsch 2 mal in drückender Hitze mit gepaktem Affen und Knarre!

Darauf ging es dem Lager zu, nach etwa 3 km. Hiebei klappen nun

verschiedene wie die Fliegen ab. Vor dem Eingang zum Lager

mußten wir nochmals im Parademarsch vor dem Bataillonsführer

vorbeimarschierten. (nach ca 35 - 40 km.) Vor der Barake bracht dann


 .Linke Seite des Briefes:

sogar noch ein Offizier, (ein Leutnant) zusammen. Auch hat ein

Untffz. schlapp gemacht. Wenn wir noch ca 1 Stunde marschiert

wären, glaube ich, wäre nur noch das halbe Rgt. angekommen. Um

12 1/2 Uhr waren wir dann wieder zurück. Ich habe bis zum Schluß

durchgehalten, doch lange hätte ich es auch nicht mehr ausgehalten.

Jetzt, nach 2 1/2 Std Bettruhe ist beinahe alles wieder vergessen.

aber dran denken werden wir wohl alle noch lange  dran.

Sonst ist noch alles beim Alten geblieben

Seid alle recht herzlich gegrüßt von Eurem Muschkot Heinz.


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  • May 6, 2017 12:33:25 Rolf Kranz

     .Mittlerer Teil des Briefes:

    Altengrabow, d.23.6.16.

    Liebe Eltern!


    Obwohl ich heute schon sehr müde bin, möchte

    ich Euch doch noch einen Sonntagsgruß senden.

    Hoffentlich bekommt Ihr diesen Brief s noch am Sonn=

    tag.

    Wir haben heute den schwersten Tag meiner

    ganzen bisherigen Dienstzeit gehabt. Um 2 30 heute

    morgen war nämlich schon Wecken und um 4 30  Ab

    marsch zu einem Übungsmarsch des gesamten

    Regiments! Wir sind etwa 25 km im Eilmarsch ge=

    laufen.  Es war angenommen, daß der Feind geschlagen

    war und sollte er durch einen Überholungsmarsch in

    der Flanke angegriffen werden, (ca. 6 1/2 km in der Stunde).

    Ein tolles Marschieren bei wolkenlosem Himmel in

    drückender Hitze und dann in der Sandbüchse von Altengrabow.

    Dann kam das Gefecht. Nach dem Gefecht marschierten wir

    noch ca 7 km über den Truppenübungsplatz, auf welchem dann

    vor dem Oberstleutnant und verschiedenen anderen Herren


     .Rechte Seite des Briefes:

    das Regiment in Zugkolonne, und darauf in Kompagniekolonne

    vorbeimarschierten. Wir kamen beide Male ganz leidlich vorbei. Gleich darauf

    bauten sie verschieden ab, dann über 30 km mit Gefecht und dann

    Parademarsch 2 mal in drückender Hitze mit gepaktem Affen und Knarre!

    Darauf ging es dem Lager zu, nach etwa 3 km. Hiebei klappen nun

    verschiedene wie die Fliegen ab. Vor dem Eingang zum Lager

    mußten wir nochmals im Parademarsch vor dem Bataillonsführer

    vorbeimarschierten. (nach ca 35 - 40 km.) Vor der Barake bracht dann


     .Linke Seite des Briefes:

    sogar noch ein Offizier, (ein Leutnant) zusammen. Auch hat ein

    Untffz. schlapp gemacht. Wenn wir noch ca 1 Stunde marschiert

    wären, glaube ich, wäre nur noch das halbe Rgt. angekommen. Um

    12 1/2 Uhr waren wir dann wieder zurück. Ich habe bis zum Schluß

    durchgehalten, doch lange hätte ich es auch nicht mehr ausgehalten.

    Jetzt, nach 2 1/2 Std Bettruhe ist beinahe alles wieder vergessen.

    aber dran denken werden wir wohl alle noch lange  dran.

    Sonst ist noch alles beim Alten geblieben

    Seid alle recht herzlich gegrüßt von Eurem Muschkot Heinz.

  • May 6, 2017 11:42:00 Eva Anna Welles (AUT)

     .Mittlerer Teil des Briefes:

    Altengrabow, d.23.6.16.

    Liebe Eltern!


    Obwohl ich heute schon sehr müde bin, möchte

    ich Euch doch noch einen Sonntagsgruß senden.

    Hoffentlich bekommt Ihr diesen Brief s noch am Sonn=

    tag.

    Wir haben heute den schwersten Tag meiner

    ganzen bisherigen Dienstzeit gehabt. Um 2 30 heute

    morgen war nämlich schon Wecken und um 4 30  Ab

    marsch zu einem Übungsmarsch des gesamten

    Regiments! Wir sind etwa 25 km im Eilmarsch ge=

    laufen.  Es war angenommen, daß der Feind geschlagen

    war und sollte er durch einen Überholungsmarsch in

    der Flanke angegriffen werden, (ca. 6 1/2 km in der Stunde).

    Ein tolles Marschieren bei wolkenlosem Himmel in

    drückender Hitze und dann in der Sandbüchse von Altengrabow.

    Dann kam das Gefecht. Nach dem Gefecht marschierten wir

    noch ca 7 km über den Truppenübungsplatz, auf welchem dann

    vor dem Oberstleutnant und verschiedenen anderen Herren


     .Rechte Seite des Briefes:

    das Regiment in Zugkolonne, und darauf in Kompagniekolonne

    vorbeimarschierten. Wir kamen beide Male ganz leidlich vorbei. Gleich darauf

    bauten sie verschieden ab, dann über 30 km mit Gefecht und dann

    Parademarsch 2 mal in drückender Hitze mit gepaktem Affen und Knarre!

    Darauf ging es dem Lager zu, nach etwa 3 km. Hiebei klappen nun

    verschiedene wie die Fliegen ab. Vor dem Eingang zum Lager

    mußten wir nochmals im Parademarsch vor dem Bataillonsführer

    vorbeimarschierten. (nach ca 35 - 40 km.) Vor der Barake bracht dann


     .Linke Seite des Briefes:

    sogar noch ein Offizier, (ein Leutnant) zusammen. Auch hat ein

    Untffz. schlapp gemacht. Wenn wir noch ca 1 Stunde marschiert

    wären, glaube ich, wäre nur noch das halbe Rgt. angekommen. Um

    12 1/2 Uhr waren wir dann wieder zurück. Ich habe bis zum Schluß

    durchgehalten, doch lange hätte ich es auch nicht mehr ausgehalten.

    Jetzt, nach 2 1/2 Std Bettruhe ist beinahe alles wieder vergessen.

    aber dran denken werden wir wohl alle noch lange  dran.

    Sonst ist noch alles beim Alten geblieben

    Seid alle recht herzlich gegrüßt von Eurem    Heinz.


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