Kriegsgefangenen-Zeitschrift aus Ripon / Yorkshire, item 17
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Praktische Aesthetik für das Weihnachtsfest des nächsten
Jahres.
Heute, 10 Tage vor dem Feste, da bringe ich's noch kühlen Mutes
fertig, die allernüchternsten Betrachtungen über es anzustellen - selbst
auf die Gefahr hin, den empfindsamen Leser zu kränken; ja, ich kann es
nicht leugnen, einstweilen bereitet mir dieses Beginnen sogar eine Art
hämischen Vergnügens - ist der heilige Abend erst einmal da, dann vielleicht
packt auch mich die alte Rührung, ich finde alles wunderschön, und
mit zu später Reue werde ich dem Leser Recht geben müssen, nämlich wenn
er meint, dass so etwas wie das Folgende nimmermehr in eine Weihnachtsfestschrift
hineingehört.
Ganz gewiss ist es eine wunderschöne deutsche Sitte, Weihnachten unterm Tannenbaum
zu feiern und in seinem Lichterglanz die Gaben aufzubauen; und wenn
sie immer mehr auch im Ausland Anklang findet, so kann uns das wahrhaftig
nur freuen. Aber hoffentlich übernimmt es mit dem echten Kern nicht
zugleich die - ja, ich muss es deutlich sagen: die Geschmacksgreuel [sic], die sich bei
uns rund um den Weihnachtsbaum breit machen und in seinem Schutze
alljährlich ihre Auferstehung feiern.
Öffnen wir doch, kurz entschlossen, heute schon diese grosse Kiste,
in der jede Familie den Weihnachtsputz aufbewahrt, und prüfen wir einmal
im Grau des Alltags ihren Inhalt, mag es auch ein Unrecht scheinen,
so an diese durch die Überlieferung geheiligten Dinge zu rühren. Unsere Mutter
hat sie wohl von den Tagen ihrer Kindheit her treu bewahrt; köstliche
Erinnerungen an selig-schöne Feste bei ihren Eltern knüpfen sich
rechte Seite
ihr an jeden einzelnen Gegenstand, und sie freut sich, dass die eigenen
Kinder mit gleicher Liebe daran hängen. Wir ehren im Stillen diese Gefühle,
sind aber gerad' heute nicht in der Stimmung, uns ihnen unterzuordnen.
Also die Kiste! Obenauf liegt das "Transparent" - der Name so hässlich
wie das Ding selbst - so ein dunkelbuntes Bild der Geburt Christi, das
durch ein dahintergestelltes flackerndes Licht zu grellem Scheinleben erweckt
wird.
Der deutsche Vater im 15. oder 16. Jahrhundert - das können wir uns
getrost, ohne allzuviel Phantasie aufzuwenden, vorstellen -, der mag Weihnachten
seine Kinder bei der Hand genommen und in die Kirche geführt haben, wo farbenglühende
Bilder vom Altar herniederleuchteten, - es braucht durchaus
kein Schongauer, Dürer oder Altdorfer gewesen zu sein und würde uns Heutigen
doch ein wundersames Meisterwerk altdeutscher Kunst dünken - und hier
hat dieser Vater die heiligen Geschichten in Bildern erklärt, und die Kinder
haben ernst aufgeschaut, und ein Hauch der grossen deutschen Seele
hat sie kräftig angeweht. - Unsern Kindern bringt die Beziehung zu dem
heiligen Geschehen das "Transparent" -! Wenn es wenigstens ein Abglanz jener
Kunst wäre, der die Darstellung der biblischen Geschichte nach innerstes Erlebnis
war, aber nicht einmal das; in der Regel bringt es eine süßlich-kitschige, ganz
und gar undeutsche Fassung der Geburt, die in [wirklicher 1.] Deverdenz von irgend
einem Nazarener abstammen mag. Reiche Leute halten sich ein plastisches Krippenbild,
eine von oben her künstlich beleuchtete Grotte mit vielen Einzelfiguren
aus gebranntem Ton, trotz allem phantastisch-bunten Aufputz eine
recht armselige Maskerade, die der deutschen Art, biblische Geschichte zu
erleben, noch fremder als das transparente Bild gegenübersteht und letzten
Endes eine hanebüchene Entartung der feinen Neapolitaner Krippenfiguren
des 18. Jahrhunderts darstellt, bei denen das Gefallen an der künstlerischen
Form über die äusserlich-spielerische Auffassung des heiligen
Mysteriums hinweghalf.
1. winkelzügiger
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Praktische Aesthetik für das Weihnachtsfest des nächsten
Jahres.
Heute, 10 Tage vor dem Feste, da bringe ich's noch kühlen Mutes
fertig, die allernüchternsten Betrachtungen über es anzustellen - selbst
auf die Gefahr hin, den empfindsamen Leser zu kränken; ja, ich kann es
nicht leugnen, einstweilen bereitet mir dieses Beginnen sogar eine Art
hämischen Vergnügens - ist der heilige Abend erst einmal da, dann vielleicht
packt auch mich die alte Rührung, ich finde alles wunderschön, und
mit zu später Reue werde ich dem Leser Recht geben müssen, nämlich wenn
er meint, dass so etwas wie das Folgende nimmermehr in eine Weihnachtsfestschrift
hineingehört.
Ganz gewiss ist es eine wunderschöne deutsche Sitte, Weihnachten unterm Tannenbaum
zu feiern und in seinem Lichterglanz die Gaben aufzubauen; und wenn
sie immer mehr auch im Ausland Anklang findet, so kann uns das wahrhaftig
nur freuen. Aber hoffentlich übernimmt es mit dem echten Kern nicht
zugleich die - ja, ich muss es deutlich sagen: die Geschmacksgreuel [sic], die sich bei
uns rund um den Weihnachtsbaum breit machen und in seinem Schutze
alljährlich ihre Auferstehung feiern.
Öffnen wir doch, kurz entschlossen, heute schon diese grosse Kiste,
in der jede Familie den Weihnachtsputz aufbewahrt, und prüfen wir einmal
im Grau des Alltags ihren Inhalt, mag es auch ein Unrecht scheinen,
so an diese durch die Überlieferung geheiligten Dinge zu rühren. Unsere Mutter
hat sie wohl von den Tagen ihrer Kindheit her treu bewahrt; köstliche
Erinnerungen an selig-schöne Feste bei ihren Eltern knüpfen sich
rechte Seite
ihr an jeden einzelnen Gegenstand, und sie freut sich, dass die eigenen
Kinder mit gleicher Liebe daran hängen. Wir ehren im Stillen diese Gefühle,
sind aber gerad' heute nicht in der Stimmung, uns ihnen unterzuordnen.
Also die Kiste! Obenauf liegt das "Transparent" - der Mann so hässlich
wie das Ding selbst - so ein dunkelbuntes Bild der Geburt Christi, das
durch ein dahintergestelltes flackerndes Licht zu grellen Scheinleben erweckt
wird.
Der deutsche Vater im 15. oder 16. Jahrhundert - das können wir uns
getrost, ohne allzuviel Phantasie aufzuwenden, vorstellen -, der mag Weihnachten
seine Kinder bei der Hand genommen und in die Kirche geführt haben, wo farbenglühende
Bilder vom Altar herniederleuchteten, - es braucht durchaus
kein Schongauer, Dürer oder Alterdorfer gewesen zu sein und würde uns Heutigen
doch ein wundersames Meisterwerk altdeutscher Kunst dünken - und hier
hat dieser Vater die heiligen Geschichten in Bildern erklärt, und die Kinder
haben ernst aufgeschaut, und ein Hauch der grossen deutschen Seele
hat sie kräftig angeweht. - Unsern Kindern bringt die Beziehung zu dem
heiligen Geschehen das "Transparent" -! Wenn es wenigstens ein Abglanz jener
Kunst wäre, der die Darstellung der biblischen Geschichte nach innerstes Erlebnis
war, aber nicht einmal das; in der Regel bringt es eine süßlich-kitzelige, ganz
und gar undeutsche Fassung der Geburt, die in [wirklicher 1.] Besandenz von irgend
einem Nazarener abstammen mag. Reiche Sinte halten sich ein plastischs Krippenbild,
eine von oben her künstlich behuchtete Grotte mit vielen Einzelfiguren
aus gebranntem Ton, trotz allem phanastisch-bunten Aufputz eine
recht armselige Maskerade, die der deutschen Art, biblische Geschichte zu
erleben, noch freuder als das transparents Bild gegenübersteht und letzten
Endes eine hanebüchene Entartung der feinen Neapolitaner Krippenfiguren
des 18. Jahrhunderts darstellt, bei denen das Gefallen an der künstlerischen
Form über die äusserlich-spielerische Auffassung des heiligen
Mysteriums hinweghalf.
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Jahres.
Heute, 10 Tage vor dem Feste, da bringe ich's noch kühlen Mutes
fertig, die aller nüchtensten Betrachtungen über es anzustellen - selbst
auf die Gefahr hin, den empfindsamen Leser zu kränken; ja, ich kann es
nicht leugnen, einstweilen bereitet mir dieses Beginnen sogar eine Art
hämischen Vergnügens - ist der heilige Abend erst einmal da, dann vielleicht
packt auch mich die alte Rührung, ich finde alles wunderschön, und
mit zu später Reue werde ich dem Leser Recht geben müssen, nämlich wenn
er meint, dass so etwas wie das Folgende nimmermehr in eine Weihnachtsfestschrift
hineingehört.
Ganz gewiss ist es eine wunderschöne deutsche Sitte, Weihnacten unterm Tannenbaum
zu feiern und in seinem Lichterglanz die Gaben aufzubauen; und wenn
sie immer mehr auch im Ausland Anklang findet, so kann uns das wahrhaftig
nur freuen. Aber hoffentlich übernimmt es mit dem echten Kern nicht
zugleich die - ja, ich muss es deutlich sagen: die Geschmacks geuel , die sich bei
uns rund um den Weihnachtsbaum breit machen und in seinem Schutze
alljährlich ihre Auferstehung feiern.
Öffnen wir doch, kurz entschlossen, heute schon diese grosse Kiste,
in der jede Familie den Weihnachtsputz aufbewahrt, und prüfen wir einmal
im Grau des Alltags ihren Inhalt, mag es auch ein Unrecht scheinen,
so an diese durch die Überlieferung geheiligten Dinge zu rühren. Unsere Mutter
hat sie wohl von den Tagen ihrer Kindheit her treu bewahrt; köstliche
Erinnerungen an selig-schöne Feste bei ihren Eltern knüpfen sich
rechte Seite
ihr an jeden einzelnen Gegenstand, und sie freut sich, dass die eigenen
Kinder mit gleicher Liebe daran hängen. Wir ehren im Stillen diese Gefühle,
sind aber gerad' heute nicht in der Stimmung, uns ihnen unterzuordnen.
Also die Kiste! Obenauf liegt das "Transparent" - der Mann so hässlich
wie das Ding selbst - so ein dunkelbuntes Bild der Geburt Christi, das
durch ein dahintergestelltes flackerndes Licht zu grellen Scheinleben erweckt
wird.
Der deutsche Vater im 15. oder 16. Jahrhundert - das können wir uns
getrost, ohne allzuviel Phantasie aufzuwenden, vorstellen -, der mag Weihnachten
seine Kinder bei der Hand genommen und in die Kirche geführt haben, wo farbenglühende
Bilder vom Altar herniederleuchteten, - es braucht durchaus
kein Schongauer, Dürer oder Alterdorfer gewesen zu sein und würde uns Heutigen
doch ein wundersames Meisterwerk altdeutscher Kunst dünken - und hier
hat dieser Vater die heiligen Geschichten in Bildern erklärt, und die Kinder
haben ernst aufgeschaut, und ein Hauch der grossen deutschen Seele
hat sie kräftig angeweht. - Unsern Kindern bringt die Beziehung zu dem
heiligen Geschehen das "Transparent" -! Wenn es wenigstens ein Abglanz jener
Kunst wäre, der die Darstellung der biblischen Geschichte nach innerstes Erlebnis
war, aber nicht einmal das; in der Regel bringt es eine süßlich-kitzelige, ganz
und gar undeutsche Fassung der Geburt, die in [wirklicher 1.] Besandenz von irgend
einem Nazarener abstammen mag. Reiche Sinte halten sich ein plastischs Krippenbild,
eine von oben her künstlich behuchtete Grotte mit vielen Einzelfiguren
aus gebranntem Ton, trotz allem phanastisch-bunten Aufputz eine
recht armselige Maskerade, die der deutschen Art, biblische Geschichte zu
erleben, noch freuder als das transparents Bild gegenübersteht und letzten
Endes eine hanebüchene Entartung der feinen Neapolitaner Krippenfiguren
des 18. Jahrhunderts darstellt, bei denen das Gefallen an der künstlerischen
Form über die äusserlich-spielerische Auffassung des heiligen
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Heute, 10 Tage vor dem Feste, da bringe ich's noch kühlen Mutes
fertig, die aller nüchtensten Betrachtungen über es anzustellen - selbst
auf die Gefahr hin, den empfindsamen Leser zu kränken; ja, ich kann es
nicht leugnen, einstweilen bereitet mir dieses Beginnen sogar eine Art
hämischen Vergnügens - ist der heilige Abend erst einmal da, dann vielleicht
packt auch mich die alte Rührung, ich finde alles wunderschön, und
mit zu später Reue werde ich dem Leser Recht geben müssen, nämlich wenn
er meint, dass so etwas wie das Folgende nimmermehr in eine Weihnachtsfestschrift
hineingehört.
Ganz gewiss ist es eine wunderschöne deutsche Sitte, Weihnacten unterm Tannenbaum
zu feiern und in seinem Lichterglanz die Gaben aufzubauen; und wenn
sie immer mehr auch im Ausland Anklang findet, so kann uns das wahrhaftig
nur freuen. Aber hoffentlich übernimmt es mit dem echten Kern nicht
zugleich die - ja, ich muss es deutlich sagen: die Geschmacks geuel , die sich bei
uns rund um den Weihnachtsbaum breit machen und in seinem Schutze
alljährlich ihre Auferstehung feiern.
Öffnen wir doch, kurz entschlossen, heute schon diese grosse Kiste,
in der jede Familie den Weihnachtsputz aufbewahrt, und prüfen wir einmal
im Grau des Alltags ihren Inhalt, mag es auch ein Unrecht scheinen,
so an diese durch die Überlieferung geheiligten Dinge zu rühren. Unsere Mutter
hat sie wohl von den Tagen ihrer Kindheit her treu bewahrt; köstliche
Erinnerungen an selig-schöne Feste bei ihren Eltern knüpfen sich
rechte Seite
ihr an jeden einzelnen Gegenstand, und sie freut sich, dass die eigenen
Kinder mit gleicher Liebe daran hängen. Wir ehren im Stillen diese Gefühle,
sind aber gerad' heute nicht in der Stimmung, uns ihnen unterzuordnen.
Also die Kiste! Obenauf liegt das "Transparent" - der Mann so hässlich
wie das Ding selbst - so ein dunkelbuntes Bild der Geburt Christi, das
durch ein dahintergestelltes flackerndes Licht zu grellen Scheinleben erweckt
wird.
Der deutsche Vater im 15. oder 16. Jahrhundert - das können wir uns
getrost, ohne allzuviel Phantasie aufzuwenden, vorstellen -, der mag Weihnachten
seine Kinder bei der Hand genommen und in die Kirche geführt haben, wo farbenglühende
Bilder vom Altar herniederleuchteten, - es braucht durchaus
kein Schongauer, Dürer oder Alterdorfer gewesen zu sein und würde uns Henligen
doch ein wundersames Meisterwerk altdeutscher Kunst dünken - und hier
hat dieser Vater die heiligen Geschichten in Bildern erklärt, und die Kinder
haben ernst aufgeschaut, und ein Hauch der grossen deutschen Seele
hat sie kräftig angeweht. - Unsern Kindern bringt die Beziehung zu dem
heiligen Geschehen das "Transparent" -! Wenn es wenigstens ein Abglanz jener
Kunst wäre, der die Darstellung der biblischen Geschichte nach innerstes Erlebnis
war, aber nicht einmal das; in der Regel bringt es eine süßlich-kitzelige, ganz
und gar undeutsche Fassung der Geburt, die in [wirklicher 1.] Besandenz von irgend
einem Nazarener abstammen mag. Reiche Sinte halten sich ein plastischs Krippenbild,
eine von oben her künstlich behuchtete Grotte mit vielen Einzelfiguren
aus gebranntem Ton, trotz allem phanastisch-bunten Aufputz eine
recht armselige Maskerade, die der deutschen Art, biblische Geschichte zu
erleben, noch freuder als das transparents Bild gegenübersteht und letzten
Endes eine hanebüchene Entartung der feinen Neapolitaner Krippenfiguren
des 18. Jahrhunderts darstellt, bei denen das Gefallen an der künstlerischen
Form über die äusserlich-spielerische Auffassung des heiligen
Mysteriums hinweghalf.
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Praktische Aesthetik für das Weihnachtsfest des nächsten
Jahres.
Heute, 10 Tage vor dem Feste, da bringe ich's noch kühlen Mutes
fertig, die aller nüchtensten Betrachtungen über es anzustellen - selbst
auf die Gefahr hin, den empfindsamen Leser zu kränken; ja, ich kann es
nicht leugnen, einstweilen bereitet mir dieses Beginnen sogar eine Art
hämischen Vergnügens - ist der heilige Abend erst einmal da, dann vielleicht
packt auch mich die alte Rührung, ich finde alles wunderschön, und
mit zu später Reue werde ich dem Leser Recht geben müssen, nämlich wenn
er meint, dass so etwas wie das Folgende nimmermehr in eine Weihnachtsfestschrift
hineingehört.
Ganz gewiss ist es eine wunderschöne deutsche Sitte, Weihnacten unterm Tannenbaum
zu feiern und in seinem Lichterglanz die Gaben aufzubauen; und wenn
sie immer mehr auch im Ausland Anklang findet, so kann uns das wahrhaftig
nur freuen. Aber hoffentlich übernimmt es mit dem echten Kern nicht
zugleich die - ja, ich muss es deutlich sagen: die Geschmacks geuel , die sich bei
uns rund um den Weihnachtsbaum breit machen und in seinem Schutze
alljährlich ihre Auferstehung feiern.
Öffnen wir doch, kurz entschlossen, heute schon diese grosse Kiste,
in der jede Familie den Weihnachtsputz aufbewahrt, und prüfen wir einmal
im Grau des Alltags ihren Inhalt, mag es auch ein Unrecht scheinen,
so an diese durch die Überlieferung geheiligten Dinge zu rühren. Unsere Mutter
hat sie wohl von den Tagen ihrer Kindheit her treu bewahrt; köstliche
Erinnerungen an selig-schöne Feste bei ihren Eltern knüpfen sich
rechte Seite
ihr an jeden einzelnen Gegenstand, und sie freut sich, dass die eigenen
Kinder mit gleicher Liebe daran hängen. Wir ehren im Stillen diese Gefühle,
sind aber gerad' heute nicht in der Stimmung, uns ihnen unterzuordnen.
Also die Kiste! Obenauf liegt das "Transparent" - der Mann so hässlich
wie das Ding selbst - so ein dunkelbuntes Bild der Geburt Christi, das
durch ein dahintergestelltes flackerndes Licht zu grellen Scheinleben erweckt
wird.
Der deutsche Vater im 15. oder 16. Jahrhundert - das können wir uns
getrost, ohne allzuviel Phantasie aufzuwenden, vorstellen -, der mag Weihnachten
seine Kinder bei der Hand genommen und in die Kirche geführt haben, wo farbenglühende
Bilder vom Altar herniederleuchteten, - es braucht durchaus
kein Schongauer, Dürer oder Alterdorfer gewesen zu sein und würde uns Henligen
doch ein wundersames Meisterwerk altdeutscher Kunst dünken - und hier
hat dieser Vater die heiligen Geschichten in Bildern erklärt, und die Kinder
haben ernst aufgeschaut, und ein Hauch der grossen deutschen Seele
hat sie kräftig angeweht. - Unsern Kindern bringt die Beziehung zu dem
heiligen Geschehen das "Transparent" -! Wenn es wenigstens ein Abglanz jener
Kunst wäre, der die Darstellung der biblischen Geschichte nach innerstes Erlebnis
war, aber nicht einmal das; in der Regel bringt es eine süßlich-kitzelige, ganz
und gar undeutsche Fassung der Geburt, die in [wirklicher 1.] Besandenz von irgend
einem Nazauner abstammen mag. Reiche Sinte halten sich ein plastischs Krippenbild,
eine von oben her künstlich behuchtete Grotte mit vielen Einzelfiguren
aus gebranntem Ton, trotz allem phanastisch-bunten Aufputz eine
recht armselige Maskerade, die der deutschen Art, biblische Geschichte zu
erleben, noch freuder als das transparents Bild gegenübersteht und letzten
Endes eine hanebüchene Entartung der feinen Neapolitaner Krippenfiguren
des 18. Jahrhunderts darstellt, bei denen das Gefallen an der künstlerischen
Form über die äusserlich-spielerische Auffassung des heiligen
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Heute, 10 Tage vor dem Feste, da bringe ich's noch kühlen Mutes
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auf die Gefahr hin, den empfindsamen Leser zu kränken; ja, ich kann es
nicht leugnen, einstweilen bereitet mir dieses Beginnen sogar eine Art
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packt auch mich die alte Rührung, ich finde alles wunderschön, und
mit zu später Reue werde ich dem Leser Recht geben müssen, nämlich wenn
er meint, dass so etwas wie das Folgende nimmermehr in eine Weihnachtsfestschrift
hineingehört.
Ganz gewiss ist es eine wunderschöne deutsche Sitte, Weihnacten unterm Tannenbaum
zu feiern und in seinem Lichterglanz die Gaben aufzubauen; und wenn
sie immer mehr auch im Ausland Anklang findet, so kann uns das wahrhaftig
nur freuen. Aber hoffentlich übernimmt es mit dem echten Kern nicht
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uns rund um den Weihnachtsbaum breit machen und in seinem Schutze
alljährlich ihre Auferstehung feiern.
Öffnen wir doch, kurz entschlossen, heute schon diese grosse Kiste,
in der jede Familie den Weihnachtsputz aufbewahrt, und prüfen wir einmal
im Grau des Alltags ihren Inhalt, mag es auch ein Unrecht scheinen,
so an diese durch die Überlieferung geheiligten Dinge zu rühren. Unsere Mutter
hat sie wohl von den Tagen ihrer Kindheit her treu bewahrt; köstliche
Erinnerungen an selig-schöne Feste bei ihren Eltern knüpfen sich
rechte Seite
ihr an jeden einzelnen Gegenstand, und sie freut sich, dass die eigenen
Kinder mit gleicher Liebe daran hängen. Wir ehren im Stillen diese Gefühle,
sind aber gerad' heute nicht in der Stimmung, uns ihnen unterzuordnen.
Also die Kiste! Obenauf liegt das "Transparent" - der Mann so hässlich
wie das Ding selbst - so ein dunkelbuntes Bild der Geburt Christi, das
durch ein dahintergestelltes flackerndes Licht zu grellen Scheinleben erweckt
wird.
Der deutsche Vater im 15. oder 16. Jahrhundert - das können wir uns
getrost, ohne allzuviel Phantasie aufzuwenden, vorstellen -, der mag Weihnachten
seine Kinder bei der Hand genommen und in die Kirche geführt haben, wo farbenglühende
Bilder vom Altar herniederleuchteten, - es braucht durchaus
kein Schongauer, Dürer oder Alterdorfer gewesen zu sein und würde uns Henligen
doch ein wundersames Meisterwerk altdeutscher Kunst dünken - und hier
hat dieser Vater die heiligen Geschichten in Bildern erklärt, und die Kinder
haben ernst aufgeschaut, und ein Hauch der grossen deutschen Seele
hat sie kräftig angeweht. - Unsern Kindern bringt die Beziehung zu dem
heiligen Geschehen das "Transparent" -! Wenn es wenigstens ein Abglanz jener
Kunst wäre, der die Darstellung der biblischen Geschichte nach innerstes Erlebnis
war, aber nicht einmal das; in der Regel bringt es eine süßlich-kitzelige, ganz
und gar undeutsche Fassung der Geburt, die in [wirklicher] Besemdenz von irgend
einem Nazauner abstammen mag. Reiche Sinte halten sich ein plastischs Krippenbild,
eine von oben her künstlich behuchtete Grotte mit vielen Einzelfiguren
aus gebranntem Ton, trotz allem phanastisch-bunten Aufputz eine
recht armselige Maskerade, die der deutschen Art, biblische Geschichte zu
erleben, noch freuder als das transparents Bild gegenübersteht und letzten
Endes eine hanebüchene Entartung der feinen Neapolitaner Krippenfiguren
des 18. Jahrhunderts darstellt, bei denen das Gefallen an der künstlerischen
Form über die äusserlich-spielerische Auffassung des heiligen
Mysteriums hinweghalf.
1. winkelzügiger
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Jahres.
Heute, 10 Tage vor dem Feste, da bringe ich's noch kühlen Mutes
fertig, die aller nüchtensten Betrachtungen über es anzustellen - selbst
auf die Gefahr hin, den empfindsamen Leser zu kränken; ja, ich kann es
nicht leugnen, einstweilen bereitet mir dieses Beginnen sogar eine Art
hämischen Vergnügens - ist der heilige Abend erst einmal da, dann vielleicht
packt auch mich die alte Rührung, ich finde alles wunderschön, und
mit zu später Reue werde ich dem Leser Recht geben müssen, nämlich wenn
er meint, dass so etwas wie das Folgende nimmermehr in eine Weihnachtsfestschrift
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Ganz gewiss ist es eine wunderschöne deutsche Sitte, Weihnacten unterm Tannenbaum
zu feiern und in seinem Lichterglanz die Gaben aufzubauen; und wenn
sie immer mehr auch im Ausland Anklang findet, so kann uns das wahrhaftig
nur freuen. Aber hoffentlich übernimmt es mit dem echten Kern nicht
zugleich die - ja, ich muss es deutlich sagen: die Geschmacks geuel , die sich bei
uns rund um den Weihnachtsbaum breit machen und in seinem Schutze
alljährlich ihre Auferstehung feiern.
Öffnen wir doch, kurz entschlossen, heute schon diese grosse Kiste,
in der jede Familie den Weihnachtsputz aufbewahrt, und prüfen wir einmal
im Grau des Alltags ihren Inhalt, mag es auch ein Unrecht scheinen,
so an diese durch die Überlieferung geheiligten Dinge zu rühren. Unsere Mutter
hat sie wohl von den Tagen ihrer Kindheit her treu bewahrt; köstliche
Erinnerungen an selig-schöne Feste bei ihren Eltern knüpfen sich
rechte Seite
ihr an jeden einzelnen Gegenstand, und sie freut sich, dass die eigenen
Kinder mit gleicher Liebe daran hängen. Wir ehren im Stillen diese Gefühle,
sind aber gerad' heute nicht in der Stimmung, uns ihnen unterzuordnen.
Also die Kiste! Obenauf liegt das "Transparent" - der Mann so hässlich
wie das Ding selbst - so ein dunkelbuntes Bild der Geburt Christi, das
durch ein dahintergestelltes flackerndes Licht zu grellen Scheinleben erweckt
wird.
Der deutsche Vater im 15. oder 16. Jahrhundert - das können wir uns
getrost, ohne allzuviel Phantasie aufzuwenden, vorstellen -, der mag Weihnachten
seine Kinder bei der Hand genommen und in die Kirche geführt haben, wo farbenglühende
Bilder vom Altar herniederleuchteten, - es braucht durchaus
kein Schongauer, Dürer oder Alterdorfer gewesen zu sein und würde uns Henligen
doch ein wundersames Meisterwerk altdeutscher Kunst dünken - und hier
hat dieser Vater die heiligen Geschichten in Bildern erklärt, und die Kinder
haben ernst aufgeschaut, und ein Hauch der grossen deutschen Seele
hat sie kräftig angeweht. - Unsern Kindern bringt die Beziehung zu dem
heiligen Geschehen das "Transparent" -! Wenn es wenigstens ein Abglanz jener
Kunst wäre, der die Darstellung der biblischen Geschichte nach innerstes Erlebnis
war, aber nicht einmal das; in der Regel bringt es eine süßlich-kitzelige, ganz
und gar undeutsche Fassung der Geburt, die in [wirklicher] Besemdenz von irgend
einem Nazauner abstammen mag. Reiche Sinte halten sich ein plastischs Krippenbild,
eine von oben her künstlich behuchtete Grotte mit vielen Einzelfiguren
aus gebranntem Ton, trotz allem phanastisch-bunten Aufputz eine
recht armselige Maskerade, die der deutschen Art, biblische Geschichte zu
erleben, noch freuder als das transparents Bild gegenübersteht und letzten
Endes eine hanebüchene Entartung der feinen Neapolitaner Krippenfiguren
des 18. Jahrhunderts darstellt, bei denen das Gefallen an der künstlerischen
Form über die äusserlich-spielerische Auffassung des heiligen
Mysteriums hinweghalf.
1. winkelzügiger
-
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Praktische Aesthetik für das Weihnachtsfest des nächsten
Jahres.
Heute, 10 Tage vor dem Feste, da bringe ich's noch kühlen Mutes
fertig, die aller nüchtensten Betrachtungen über es anzustellen - selbst
auf die Gefahr hin, den empfindsamen Leser zu kränken; ja, ich kann es
nicht leugnen, einstweilen bereitet mir dieses Beginnen sogar eine Art
hämischen Vergnügens - ist der heilige Abend erst einmal da, dann vielleicht
packt auch mich die alte Rührung, ich finde alles wunderschön, und
mit zu später Reue werde ich dem Leser Recht geben müssen, nämlich wenn
er meint, dass so etwas wie das Folgende nimmermehr in eine Weihnachtsfestschrift
hineingehört.
Ganz gewiss ist es eine wunderschöne deutsche Sitte, Weihnacten unterm Tannenbaum
zu feiern und in seinem Lichterglanz die Gaben aufzubauen; und wenn
sie immer mehr auch im Ausland Anklang findet, so kann uns das wahrhaftig
nur freuen. Aber hoffentlich übernimmt es mit dem echten Kern nicht
zugleich die - ja, ich muss es deutlich sagen: die Geschmacks geuel , die sich bei
uns rund um den Weihnachtsbaum breit machen und in seinem Schutze
alljährlich ihre Auferstehung feiern.
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in der jede Familie den Weihnachtsputz aufbewahrt, und prüfen wir einmal
im Grau des Alltags ihren Inhalt, mag es auch ein Unrecht scheinen,
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hat sie wohl von den Tagen ihrer Kindheit her treu bewahrt; köstliche
Erinnerungen an selig-schöne Feste bei ihren Eltern knüpfen sich
rechte Seite
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Kinder mit gleicher Liebe daran hängen. Wir ehren im Stillen diese Gefühle,
sind aber gerad' heute nicht in der Stimmung, uns ihnen unterzuordnen.
Also die Kiste! Obenauf liegt das "Transparent" - der Mann so hässlich
wie das Ding selbst - so ein dunkelbuntes Bild der Geburt Christi, das
durch ein dahintergestelltes flackerndes Licht zu grellen Scheinleben erweckt
wird.
Der deutsche Vater im 15. oder 16. Jahrhundert - das können wir uns
getrost, ohne allzuviel Phantasie aufzuwenden, vorstellen -, der mag Weihnachten
seine Kinder bei der Hand genommen und in die Kirche geführt haben, wo farbenglühende
Bilder vom Altar herniederleuchteten, - es braucht durchaus
kein Schongauer, Dürer oder Alterdorfer gewesen zu sein und würde uns Henligen
doch ein wundersames Meisterwerk altdeutscher Kunst dünken - und hier
hat dieser Vater die heiligen Geschichten in Bildern erklärt, und die Kinder
haben ernst aufgeschaut, und ein Hauch der grossen deutschen Seele
hat sie kräftig angeweht. - Unsern Kindern bringt die Beziehung zu dem
heiligen Geschehen das "Transparent" -! Wenn es wenigstens ein Abglanz jener
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Jahres.
Heute, 10 Tage vor dem Feste, da bringe ich's noch kühlen Mutes
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nicht leugnen, einstweilen bereitet mir dieses Beginnen sogar eine Art
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er meint, dass so etwas wie das Folgende nimmermehr in eine Weihnachtsfestschrift
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Ganz gewiss ist es eine wunderschöne deutsche Sitte, Weihnacten unterm Tannenbaum
zu feiern und in seinem Lichterglanz die Gaben aufzubauen; und wenn
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im Grau des Alltags ihren Inhalt, mag es auch ein Unrecht scheinen,
so an diese durch die Überlieferung geheiligten Dinge zu rühren. Unsere Mutter
hat sie wohl von den Tagen ihrer Kindheit her treu bewahrt; köstliche
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rechte Seite
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Kinder mit gleicher Liebe daran hängen. Wir ehren im Stillen diese Gefühle,
sind aber gerad' heute nicht in der Stimmung, uns ihnen unterzuordnen.
Also die Kiste! Obenauf liegt das "Transparent" - der Mann so hässlich
wie das Ding selbst - so ein dunkelbuntes Bild der Geburt Christi, das
durch ein dahintergestelltes flackerndes Licht zu grellen Scheinleben erweckt
wird.
Der deutsche Vater im 15. oder 16. Jahrhundert - das können wir uns
getrost, ohne allzuviel Phantasie aufzuwenden, vorstellen -, der mag Weihnachten
seine Kinder bei der Hand genommen und in die Kirche geführt haben, wo farbenglühende
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doch ein wundersames Meisterwerk altdeutscher Kunst dünken - und hier
-
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Praktische Aesthetik für das Weihnachtsfest des nächsten
Jahres.
Heute, 10 Tage vor dem Feste, da bringe ich's noch kühlen Mutes
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auf die Gefahr hin, den empfindsamen Leser zu kränken; ja, ich kann es
nicht leugnen, einstweilen bereitet mir dieses Beginnen sogar eine Art
hämischen Vergnügens - ist der heilige Abend erst einmal da, dann vielleicht
packt auch mich die alte Rührung, ich finde alles wunderschön, und
mit zu später Reue werde ich dem Leser Recht geben müssen, nämlich wenn
er meint, dass so etwas wie das Folgende nimmermehr in eine Weihnachtsfestschrift
hineingehört.
Ganz gewiss ist es eine wunderschöne deutsche Sitte, Weihnacten unterm Tannenbaum
zu feiern und in seinem Lichterglanz die Gaben aufzubauen; und wenn
sie immer mehr auch im Ausland Anklang findet, so kann uns das wahrhaftig
nur freuen. Aber hoffentlich übernimmt es mit dem echten Kern nicht
zugleich die - ja, ich muss es deutlich sagen: die Geschmacks geuel , die sich bei
uns rund um den Weihnachtsbaum breit machen und in seinem Schutze
alljährlich ihre Auferstehung feiern.
Öffnen wir doch, kurz entschlossen, heute schon diese grosse Kiste,
in der jede Familie den Weihnachtsputz aufbewahrt, und prüfen wir einmal
im Grau des Alltags ihren Inhalt, mag es auch ein Unrecht scheinen,
so an diese durch die Überlieferung geheiligten Dinge zu rühren. Unsere Mutter
hat sie wohl von den Tagen ihrer Kindheit her treu bewahrt; köstliche
Erinnerungen an selig-schöne Feste bei ihren Eltern knüpfen sich
rechte Seite
ihr an jeden einzelnen Gegenstand, und sie freut sich, dass die eigenen
Kinder mit gleicher Liebe daran hängen. Wir ehren im Stillen diese Gefühle,
sind aber gerad' heute nicht in der Stimmung, uns ihnen unterzuordnen.
Also die Kiste! Obenauf liegt das "Transparent" - der Mann so hässlich
wie das Ding selbst - so ein dunkelbuntes Bild der Geburt Christi, das
durch ein dahintergestelltes flackerndes Licht zu grellen Scheinleben erweckt
wird.
Der deutsche Vater
Description
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Ripon / Yorkshire (Groß-Britannien)
Location(s)
Story location Ripon / Yorkshire (Groß-Britannien)
- ID
- 1342 / 12579
- Contributor
- Elke und Rainer Kruse
Aug, 1919
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- Deutsch
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- Naval Warfare
- Western Front
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- Magazine
- Prisoners of War































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