Telegraphist Alfred Pöge an der Westfront am Chemin des Dames, item 65
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Lfd. Nr. 15.
Am 31.1. kam ich wieder nach Chamouille zurück. Wir lagen
in einem ehemaligen Gasthof. Mein Lager war auf dem Kaputen Billard.
Das Klavier hatten wir schon zu Feuerholz gemacht. Da wir hier auch
sehr kurz mit Lebensmitteln gehalten worden, mussten wir sehr oft
auf den Fang gehen. Mein Fall war es ja nicht, aber Hunger tat weh.
Man merkte es langsam, das die Lebensmittel knapp worden. Als
wurst bekamen wir immer die schwarze Pferdewurst, wir sagten immer
Negerbimmel dazu.
Auch hier bei diesem Trupp bestand unsere Arbeit wieder
aus Bleikabellegen. Hier in diesem Dorfe lag auch noch Zivilbevöl=
kerung, sie sasen immer an dem Bache und Klatschten ihre Wäsche.
Trotz der Kälte sasen sie am Wasser und schlugen mit dem Wasch=
holze ihre Wäsche. Die Leute waren sehr zu bedauern.
Am 12.2. kam ich wieder nach der Station Monthnault.
Nach hier gingen noch Gestängeleitungen und wir hatten hier Klap=
penschrankdienst zu versehen. Ein grosses Gestänge von 14 Doppel=
leitungen nach Laon haten wir in Betrieb zu halten.
Die schöne Zeit sollte nicht lange dauern, denn ich wurde
am 18.2. wieder zum Bleikabeltrupp nach Chamouille kommandiert.
Wir hatten den Abschnitt Cerny 1.11.111. bei Zuckerfabrik bis
M. G. Stellung und Artellerie Beobachtung auszubauen.
Zum Gräben auschachten bekamen wir jeden Tag eine Kompanie
Infanterie zugeteilt.
fieberhaft wurde in dem Abschnitt gearbeitet, sämt=
lich-e Stellungen wurden in Beton ausgefuhrt. Die Artellerie
hatte russische Gefangene zur Hilfe. wir bedauerten die armen
Kerle, denn sie hatten nur notdurftige Kleidung und sahen sehr
verhugert aus. Sehr menschenunwurdig wurden sie von den alten
andwehrleuten behandelt. Wir haben uns sehr oft daruben aufgeregt.
Vorne in der Cerny 1. und 11. Stellung wurden zwei
Tunnel ausgegraben. Diese fingen in dem zweiten Graben an und
kamenan dem Talanhang raus. Mittels Loren, die mit einem Esel
bespannt waren wurde der Sand und sehr viel Kreide herausge=
fahren. Doch waren die ungeheuren Mengen Sand, welche schon zu
einem wahren Berge geworden waren, sehr von den Fliegern ein=
gesehen.
Am 9.3. waren wir mit unserer Arbeit fertig. Tag und
Nacht hatten wir arbeiten müssen. Die Ruhe, welche in dem Abschnitt
herrschte war richtig unheimlich. Von seiten der Franzosen war
schon lange kein einziger Schuss gefallen. Nur erhöhte Flieger0
tätigkeit lies vermuten, das die Stellung erkundet wurde. Am
besten waren unsere Bleikabelgräben sichtbar.
Am 11.3. wurden sämtliche Stationen aufgelöst und
die neuen Offensivstellungen besezt. wir siedelten nach der
grossen Höhle auf der Anhöhe bei Colligis uber. Wir merkten, das
etwas dicke Luft im Anzuge war.
Am 12.3. wurden sämtliche Ortschaften von Zivil=
und Militärpersonen geräumt. Traurig war es mit anzusehen, als wir
die alten Männer, Frauen und Kinder auffordern mussten, ihre
Wohnungen zu verlassen. Unter bitteren Tränen mussten wir sie
schlieslich mit Gewalt herausholen. Nur 50 Kg. durfte jede Person
mitnehmen, alles andere musste liegen bleiben. Hier konnte man
sehen, was der Krieg für Not und Elend anrichtete. Auf dem Dorf=
platze musste sich alles versammeln und unter herzergreifenden
Heulen und Jammern ging die Fahrt ab in das rückwärtige Gelände.
Die Leute waren kaum fort, da wurden die Wohnungen rightiggehend
ausgeplundert. Wir suchten vor allen Dingen nach Wäsche, denn an
Fortsetzung Blatt 16.
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Lfd. Nr. 15.
Am 31.1. kam ich wieder nach Chamouille zurück. Wir lagen
in einem ehemaligen Gasthof. Mein Lager war auf dem Kaputen Billard.
Das Klavier hatten wir schon zu Feuerholz gemacht. Da wir hier auch
sehr kurz mit Lebensmitteln gehalten worden, mussten wir sehr oft
auf den Fang gehen. Mein Fall war es ja nicht, aber Hunger tat weh.
Man merkte es langsam, das die Lebensmittel knapp worden. Als
wurst bekamen wir immer die schwarze Pferdewurst, wir sagten immer
Negerbimmel dazu.
Auch hier bei diesem Trupp bestand unsere Arbeit wieder
aus Bleikabellegen. Hier in diesem Dorfe lag auch noch Zivilbevöl=
kerung, sie sasen immer an dem Bache und Klatschten ihre Wäsche.
Trotz der Kälte sasen sie am Wasser und schlugen mit dem Wasch=
holze ihre Wäsche. Die Leute waren sehr zu bedauern.
Am 12.2. kam ich wieder nach der Station Monthnault.
Nach hier gingen noch Gestängeleitungen und wir hatten hier Klap=
penschrankdienst zu versehen. Ein grosses Gestänge von 14 Doppel=
leitungen nach Laon haten wir in Betrieb zu halten.
Die schöne Zeit sollte nicht lange dauern, denn ich wurde
am 18.2. wieder zum Bleikabeltrupp nach Chamouille kommandiert.
Wir hatten den Abschnitt Cerny 1.11.111. bei Zuckerfabrik bis
M. G. Stellung und Artellerie Beobachtung auszubauen.
Zum Gräben auschachten bekamen wir jeden Tag eine Kompanie
Infanterie zugeteilt.
fieberhaft wurde in dem Abschnitt gearbeitet, sämt=
lich-e Stellungen wurden in Beton ausgefuhrt. Die Artellerie
hatte russische Gefangene zur Hilfe. wir bedauerten die armen
Kerle, denn sie hatten nur notdurftige Kleidung und sahen sehr
verhugert aus. Sehr menschenunwurdig wurden sie von den alten
andwehrleuten behandelt. Wir haben uns sehr oft daruben aufgeregt.
Vorne in der Cerny 1. und 11. Stellung wurden zwei
Tunnel ausgegraben. Diese fingen in dem zweiten Graben an und
kamenan dem Talanhang raus. Mittels Loren, die mit einem Esel
bespannt waren wurde der Sand und sehr viel Kreide herausge=
fahren. Doch waren die ungeheuren Mengen Sand, welche schon zu
einem wahren Berge geworden waren, sehr von den Fliegern ein=
gesehen.
Am 9.3. waren wir mit unserer Arbeit fertig. Tag und
Nacht hatten wir arbeiten müssen. Die Ruhe, welche in dem Abschnitt
herrschte war richtig unheimlich. Von seiten der Franzosen war
schon lange kein einziger Schuss gefallen. Nur erhöhte Flieger0
tätigkeit lies vermuten, das die Stellung erkundet wurde. Am
besten waren unsere Bleikabelgräben sichtbar.
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Lfd. Nr. 15.
Am 31.1. kam ich wieder nach Chamouille zurück. Wir lagen
in einem ehemaligen Gasthof. Mein Lager war auf dem Kaputen Billard.
Das Klavier hatten wir schon zu Feuerholz gemacht. Da wir hier auch
sehr kurz mit Lebensmitteln gehalten worden, mussten wir sehr oft
auf den Fang gehen. Mein Fall war es ja nicht, aber Hunger tat weh.
Man merkte es langsam, das die Lebensmittel knapp worden. Als
wurst bekamen wir immer die schwarze Pferdewurst, wir sagten immer
Negerbimmel dazu.
Auch hier bei diesem Trupp bestand unsere Arbeit wieder
aus Bleikabellegen. Hier in diesem Dorfe lag auch noch Zivilbevöl=
kerung, sie sasen immer an dem Bache und Klatschten ihre Wäsche.
Trotz der Kälte sasen sie am Wasser und schlugen mit dem Wasch=
holze ihre Wäsche. Die Leute waren sehr zu bedauern.
Am 12.2. kam ich wieder nach der Station Monthnault.
Nach hier gingen noch Gestängeleitungen und wir hatten hier Klap=
penschrankdienst zu versehen. Ein grosses Gestänge von 14 Doppel=
leitungen nach Laon haten wir in Betrieb zu halten.
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Lfd. Nr. 15.
Am 31.1. kam ich wieder nach Chamouille zurück. Wir lagen
in einem ehemaligen Gasthof. Mein Lager war auf dem Kaputen Billard.
Das Klavier hatten wir schon zu Feuerholz gemacht. Da wir hier auch
sehr kurz mit Lebensmitteln gehalten worden, mussten wir sehr oft
auf den Fang gehen. Mein Fall war es ja nicht, aber Hunger tat weh.
Man merkte es langsam, das die Lebensmittel knapp worden. Als
wurst bekamen wir immer die schwarze Pferdewurst, wir sagten immer
Negerbimmel dazu.
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Chemin des Dames
Location(s)
Story location Chemin des Dames
- ID
- 12911 / 189455
- Contributor
- Uta Marschall-Timm
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- Western Front
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- Artillery
- Trench Life



















































































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