Telegraphist Alfred Pöge an der Westfront am Chemin des Dames, item 50
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Halle a. S. d. 19.1.19.
Lfd. Nr. 1. Tag der Nationalversammlung
Kriegstagebuch
des Kriegsteilnehmers
Alfred Pöge.
Mit dem I. August i914 war der Weltkrieg entbrannt. Da ich
noch nicht das wehrfähige Alter hatte, wurde ich noch nicht
eingezogen. Zur Zeit meiner Beschäftigung in Halle 1915 musste
ich zur Musterung indie Aktienbrauerei. Ich wurde als militär-
tauglich befunden und zur Telegraphentruppe ausgehoben. Inzwischen
hatte ich meine Stellung gewechselt und war in Leipzig bei der
Allgemeinen Elektrizitäts Gesellschaft beschäftigt. Aus dieser
schönen Stellungwurde ich am 19.6.16. durch den Gestellungs-
befehl gerissen. Nur ungerne gab ich diese schöne Stellung als
technischer Zeichnerauf. Am 20.06. musste ich mich in
in Leipzig im Zoologischem Garten stellen. Ich kann den Tag nicht
vergessen. Gerade als ich aus meiner Wohnung Leipzig Uferstr. II.
fort wollte, übergab mir den Briefträger einen Steuerzettel über
38.00. m. Ich hatte natürlich nichts eiligers zu tun, und zum
Buchbinder zu gehn und mir einen Umschlag zu holen, um den
Steuerzettel wieder an die Wohllöbliche Steuerkasse zurückzu=
schicken. Mein Weg führte mich num nach dem Zoologischem Gar-
ten, wo ich noch viele junge Leute in meinem Alter antraf, denen
es gleich mir ergangen war. Unter andern traf ich auch Otto Mül-
ler. Nachdem wir nochmals gemusstert waren und für eine tech-
nische Truppe Tauglich befunden wurden, ging die Fahrt ab nach
Dresden - Neustadt, zum Telegraphen Batallion 7 .. Es war ein sehr
regnirischer Tag. Als wir in Dresden eintrafen regnete es in
Strömen. ein unterstellen gab es natrülich nicht, wir waren
jetzt beim Militär und mussten uns nun langsam an solchen Sachen
gewöhnen. Unter Fuhrung mehrerer unteroffiziere gingder Marsch
nach Dresden - Neustadt indie Kasere des Telegraphen Batl. 7..
Dort angelangt wurden wir sofort eingeteilt inkorporalschaften,
und unseren Stuben zugewiesen. Jeder bekam seinen Schrank oder
wie man beim Militär gaft Spind. Wir hatten uns kaum
umgesehenin userer Stube umgesehen, da hies es antreten und Essnäpfe
empfangen. Das Essen war seht gut, es gab Nudeln, Rindfleisch,
und Backpflaumen. Der erste Tag verging mit aufnehmen der Namen
und Zuweisen der Schlafräume. Am zweitem Tage mussten wir alle zum
Baden, wahrscheinlich vermuteten sie, das wir und ein halbes Jahr
nicht gewaschen hatten. Darauf wurden wir eingekleidet. Jeder
bekam drei Garnituren. Die nächste zeit verging nun mit straffen
Dienst. Die erste Ausbildung war rein infanteristisch. Erst nach
und nach ging man über uns mehr im teschnischen auszubilden.
Uns, die wir aus der Branche waren, fiel ja der Dienst nicht schwer.
Ein schlechtes Kapitel für alle war die Impferei. Zuerst
auf dem Arm und dann abwechselnd auf jede Brustseite. Bei der
Sache immer Dienst zu machen war nicht gerade angenehm. Aber
Müdigkeit vorschützen gab es nicht. Über unseren Korporalschafts-
führer konnten wir und nicht beschweren. Er war schon im Felde
gewesen und nahm die sache nicht zu genau. Doch mussten wir uns
als dumme Rekruten allerhand gefallen lassen. Unser Exerzierplatz
war der flugplatz. Hier war der Zeppeling stationiert und mehrere
Flugzeuge. Sehr oft wurden wir alarmiert zum Starten und Landen
des Luftschiffes. Für uns war das immmer ein interessanter Dienst.
nur wenn wir Nachexerzieren hatten und wir mussten ein paar Mal
.Alfred Pöhls Stempel in Blau unten auf die Linke seite..
Alfred Pöhl Fortsetzung
Böhl
Leipzig Blatt 2.Fr. - Ebert - Str. 27
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Halle a. S. d. 19.1.19.
Lfd. Nr. 1. Tag der Nationalversammlung
Kriegstagebuch
des Kriegsteilnehmers
Alfred Pöge.
Mit dem I. August i914 war der Weltkrieg entbrannt. Da ich
noch nicht das wehrfähige Alter hatte, wurde ich noch nicht
eingezogen. Zur Zeit meiner Beschäftigung in Halle 1915 musste
ich zur Musterung indie Aktienbrauerei. Ich wurde als militär-
tauglich befunden und zur Telegraphentruppe ausgehoben. Inzwischen
hatte ich meine Stellung gewechselt und war in Leipzig bei der
Allgemeinen Elektrizitäts Gesellschaft beschäftigt. Aus dieser
schönen Stellungwurde ich am 19.6.16. durch den Gestellungs-
befehl gerissen. Nur ungerne gab ich diese schöne Stellung als
technischer Zeichnerauf. Am 20.06. musste ich mich in
in Leipzig im Zoologischem Garten stellen. Ich kann den Tag nicht
vergessen. Gerade als ich aus meiner Wohnung Leipzig Uferstr. II.
fort wollte, übergab mir den Briefträger einen Steuerzettel über
38.00. m. Ich hatte natürlich nichts eiligers zu tun, und zum
Buchbinder zu gehn und mir einen Umschlag zu holen, um den
Steuerzettel wieder an die Wohllöbliche Steuerkasse zurückzu=
schicken. Mein Weg führte mich num nach dem Zoologischem Gar-
ten, wo ich noch viele junge Leute in meinem Alter antraf, denen
es gleich mir ergangen war. Unter andern traf ich auch Otto Mül-
ler. Nachdem wir nochmals gemusstert waren und für eine tech-
nische Truppe Tauglich befunden wurden, ging die Fahrt ab nach
Dresden - Neustadt, zum Telegraphen Batallion 7 .. Es war ein sehr
regnirischer Tag. Als wir in Dresden eintrafen regnete es in
Strömen. ein unterstellen gab es natrülich nicht, wir waren
jetzt beim Militär und mussten uns nun langsam an solchen Sachen
gewöhnen. Unter Fuhrung mehrerer unteroffiziere gingder Marsch
nach Dresden - Neustadt indie Kasere des Telegraphen Batl. 7..
Dort angelangt wurden wir sofort eingeteilt inkorporalschaften,
und unseren Stuben zugewiesen. Jeder bekam seinen Schrank oder
wie man beim Militär gaft Spind. Wir hatten uns kaum
umgesehenin userer Stube umgesehen, da hies es antreten und Essnäpfe
empfangen. Das Essen war seht gut, es gab Nudeln, Rindfleisch,
und Backpflaumen. Der erste Tag verging mit aufnehmen der Namen
und Zuweisen der Schlafräume. Am zweitem Tage mussten wir alle zum
Baden, wahrscheinlich vermuteten sie, das wir und ein halbes Jahr
nicht gewaschen hatten. Darauf wurden wir eingekleidet. Jeder
bekam drei Garnituren. Die nächste zeit verging nun mit straffen
Dienst. Die erste Ausbildung war rein infanteristisch. Erst nach
und nach ging man über uns mehr im teschnischen auszubilden.
Uns, die wir aus der Branche waren, fiel ja der Dienst nicht schwer.
Ein schlechtes Kapitel für alle war die Impferei. Zuerst
auf dem Arm und dann abwechselnd auf jede Brustseite. Bei der
Sache immer Dienst zu machen war nicht gerade angenehm. Aber
Müdigkeit vorschützen gab es nicht. Über unseren Korporalschafts-
führer konnten wir und nicht beschweren. Er war schon im Felde
gewesen und nahm die sache nicht zu genau. Doch mussten wir uns
als dumme Rekruten allerhand gefallen lassen. Unser Exerzierplatz
war der flugplatz. Hier war der Zeppeling stationiert und mehrere
Flugzeuge. Sehr oft wurden wir alarmiert zum Starten und Landen
des Luftschiffes. Für uns war das immmer ein interessanter Dienst.
nur wenn wir Nachexerzieren hatten und wir mussten ein paar Mal
Alfred Pöhl Fortsetzung
Böhl
Leipzig Blatt 2.Fr. - Ebert - Str. 27
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Halle a. S. d. 19.1.19.
Lfd. Nr. 1. Tag der Nationalversammlung
Kriegstagebuch
des Kriegsteilnehmers
Alfred Pöge.
Mit dem I. August i914 war der Weltkrieg entbrannt. Da ich
noch nicht das wehrfähige Alter hatte, wurde ich noch nicht
eingezogen. Zur Zeit meiner Beschäftigung in Halle 1915 musste
ich zur Musterung indie Aktienbrauerei. Ich wurde als militär-
tauglich befunden und zur Telegraphentruppe ausgehoben. Inzwischen
hatte ich meine Stellung gewechselt und war in Leipzig bei der
Allgemeinen Elektrizitäts Gesellschaft beschäftigt. Aus dieser
schönen Stellungwurde ich am 19.6.16. durch den Gestellungs-
befehl gerissen. Nur ungerne gab ich diese schöne Stellung als
technischer Zeichnerauf. Am 20.06. musste ich mich in
in Leipzig im Zoologischem Garten stellen. Ich kann den Tag nicht
vergessen. Gerade als ich aus meiner Wohnung Leipzig Uferstr. II.
fort wollte, übergab mir den Briefträger einen Steuerzettel über
38.00. m. Ich hatte natürlich nichts eiligers zu tun, und zum
Buchbinder zu gehn und mir einen Umschlag zu holen, um den
Steuerzettel wieder an die Wohllöbliche Steuerkasse zurückzu=
schicken. Mein Weg führte mich num nach dem Zoologischem Gar-
ten, wo ich noch viele junge Leute in meinem Alter antraf, denen
es gleich mir ergangen war. Unter andern traf ich auch Otto Mül-
ler. Nachdem wir nochmals gemusstert waren und für eine tech-
nische Truppe Tauglich befunden wurden, ging die Fahrt ab nach
Dresden - Neustadt, zum Telegraphen Batallion 7 .. Es war ein sehr
regnirischer Tag. Als wir in Dresden eintrafen regnete es in
Strömen. ein unterstellen gab es natrülich nicht, wir waren
jetzt beim Militär und mussten uns nun langsam an solchen Sachen
gewöhnen. Unter Fuhrung mehrerer unteroffiziere gingder Marsch
nach Dresden - Neustadt indie Kasere des Telegraphen Batl. 7..
Dort angelangt wurden wir sofort eingeteilt inkorporalschaften,
und unseren Stuben zugewiesen. Jeder bekam seinen Schrank oder
wie man beim Militär gaft Spind. Wir hatten uns kaum
umgesehenin userer Stube umgesehen, da hies es antreten und Essnäpfe
empfangen. Das Essen war seht gut, es gab Nudeln, Rindfleisch,
und Backpflaumen. Der erste Tag verging mit aufnehmen der Namen
und Zuweisen der Schlafräume. Am zweitem Tage mussten wir alle zum
Baden, wahrscheinlich vermuteten sie, das wir und ein halbes Jahr
nicht gewaschen hatten. Darauf wurden wir eingekleidet. Jeder
bekam drei Garnituren. Die nächste zeit verging nun mit straffen
Dienst. Die erste Ausbildung war rein infanteristisch. Erst nach
und nach ging man über uns mehr im teschnischen auszubilden.
Uns, die wir aus der Branche waren, fiel ja der Dienst nicht schwer.
Ein schlechtes Kapitel für alle war die Impferei. Zuerst
auf dem Arm und dann abwechselnd auf jede Brustseite. Bei der
Sache immer Dienst zu machen war nicht gerade angenehm. Aber
Müdigkeit vorschützen gab es nicht. Über unseren Korporalschafts-
führer konnten wir und nicht beschweren. Er war schon im Felde
gewesen und nahm die sache nicht zu genau. Doch mussten wir uns
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Halle a. S. d. 19.1.19.
Lfd. Nr. 1. Tag der Nationalversammlung
Kriegstagebuch
des Kriegsteilnehmers
Alfred Pöge.
Mit dem I. August i914 war der Weltkrieg entbrannt. Da ich
noch nicht das wehrfähige Alter hatte, wurde ich noch nicht
eingezogen. Zur Zeit meiner Beschäftigung in Halle 1915 musste
ich zur Musterung indie Aktienbrauerei. Ich wurde als militär-
tauglich befunden und zur Telegraphentruppe ausgehoben. Inzwischen
hatte ich meine Stellung gewechselt und war in Leipzig bei der
Allgemeinen Elektrizitäts Gesellschaft beschäftigt. Aus dieser
schönen Stellungwurde ich am 19.6.16. durch den Gestellungs-
befehl gerissen. Nur ungerne gab ich diese schöne Stellung als
technischer Zeichnerauf. Am 20.06. musste ich mich in
in Leipzig im Zoologischem Garten stellen. Ich kann den Tag nicht
vergessen. Gerade als ich aus meiner Wohnung Leipzig Uferstr. II.
fort wollte, übergab mir den Briefträger einen Steuerzettel über
38.00. m. Ich hatte natürlich nichts eiligers zu tun, und zum
Buchbinder zu gehn und mir einen Umschlag zu holen, um den
Steuerzettel wieder an die Wohllöbliche Steuerkasse zurückzu=
schicken. Mein Weg führte mich num nach dem Zoologischem Gar-
ten, wo ich noch viele junge Leute in meinem Alter antraf, denen
es gleich mir ergangen war. Unter andern traf ich auch Otto Mül-
ler. Nachdem wir nochmals gemusstert waren und für eine tech-
nische Truppe Tauglich befunden wurden, ging die Fahrt ab nach
Dresden - Neustadt, zum Telegraphen Batallion 7 .. Es war ein sehr
regnirischer Tag. Als wir in Dresden eintrafen regnete es in
Strömen. ein unterstellen gab es natrülich nicht, wir waren
jetzt beim Militär und mussten uns nun langsam an solchen Sachen
gewöhnen. Unter Fuhrung mehrerer unteroffiziere gingder Marsch
nach Dresden - Neustadt indie Kasere des Telegraphen Batl. 7..
Dort angelangt wurden wir sofort eingeteilt inkorporalschaften,
und unseren Stuben zugewiesen. Jeder bekam seinen Schrank oder
wie man beim Militär gaft Spind. Wir hatten uns kaum
umgesehenin userer Stube umgesehen, da hies es antreten und Essnäpfe
empfangen. Das Essen war seht gut, es gab Nudeln, Rindfleisch,
und Backpflaumen. Der erste Tag verging mit aufnehmen der Namen
und Zuweisen der Schlafräume. Am zweitem Tage mussten wir alle zum
Baden, wahrscheinlich vermuteten sie, das wir und ein halbes Jahr
nicht gewaschen hatten. Darauf wurden wir eingekleidet. Jeder
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Halle a. S. d. 19.1.19.
Lfd. Nr. 1. Tag der Nationalversammlung
Kriegstagebuch
des Kriegsteilnehmers
Alfred Pöge.
Mit dem I. August i914 war der Weltkrieg entbrannt. Da ich
noch nicht das wehrfähige Alter hatte, wurde ich noch nicht
eingezogen. Zur Zeit meiner Beschäftigung in Halle 1915 musste
ich zur Musterung indie Aktienbrauerei. Ich wurde als militär-
tauglich befunden und zur Telegraphentruppe ausgehoben. Inzwischen
hatte ich meine Stellung gewechselt und war in Leipzig bei der
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Halle a. S. d. 19.1.19.
Lfd. Nr. 1. Tag der Nationalversammlung
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des Kriegsteilnehmers
Alfred Pöge.
Mit dem I. August i914 war der Weltkrieg entbrannt. Da ich
noch nicht das wehrfähige Alter hatte, wurde ich noch nicht
eingezogen
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Halle a. S. d. 19.1.19.
Lfd. Nr. 1. Tag der Nationalversammlung
Kriegstagebuch
des Kriegsteilnehmers
Alfred Pöge.
Description
Save description- 49.43849640000001||3.753441299999963||||1
Chemin des Dames
Location(s)
Story location Chemin des Dames
- ID
- 12911 / 189436
- Contributor
- Uta Marschall-Timm
January 19, 1919 – January 19, 1919
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- Western Front
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- Artillery
- Trench Life



















































































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