Karl Dinkela schreibt an seine Frau Hedwig, Februar 1915 - Mai 1916, item 47

Edit transcription:
...
Transcription saved
Enhance your transcribing experience by using full-screen mode

Transcription

You have to be logged in to transcribe. Please login or register and click the pencil-button again

Jeden Abend muß ich zum Stabsveterinär zur

Befehlsausgabe, muß ich warten, so gehe ich in die

Küche. Dort hantiert der Bursche mit der Pfarresr

Köchin - nebenbei eine olle  Schwarte  - , u. dann

u wann treffe ich auch den Herrn Küster, mit

dem ich mir dann etwas erzähle.. Neulich zeigt

ich ihm Eure Bilder, er fand sie sehr schön u

freute sich sehr. Motte sieht der Mutter ähnlich,

Traute dem Vater, wie er feststellte, u in sei-

nem gebrochenen Deutsch las er deine Worte 

auf Trautes Bild, was ihm sichtlich viel Spaß machte.

Ich erzählte ihm von meinem glücklichen Familien

leben, u der Herr wünschte mir baldige Heimkehr

u frohes Wiedersehen mit den Meinen. Als ich dann

zu Hause mir die Bilder abermals ansah u in Mottes

Augen schaute, musste ich weinen. Das sind

die lieben treuen Augen, die so schelmisch

dreinschauen können, das ist der Mund,

der sich zum Kuß so schön spitzt, das sind

Transcription saved

Jeden Abend muß ich zum Stabsveterinär zur

Befehlsausgabe, muß ich warten, so gehe ich in die

Küche. Dort hantiert der Bursche mit der Pfarresr

Köchin - nebenbei eine olle  Schwarte  - , u. dann

u wann treffe ich auch den Herrn Küster, mit

dem ich mir dann etwas erzähle.. Neulich zeigt

ich ihm Eure Bilder, er fand sie sehr schön u

freute sich sehr. Motte sieht der Mutter ähnlich,

Traute dem Vater, wie er feststellte, u in sei-

nem gebrochenen Deutsch las er deine Worte 

auf Trautes Bild, was ihm sichtlich viel Spaß machte.

Ich erzählte ihm von meinem glücklichen Familien

leben, u der Herr wünschte mir baldige Heimkehr

u frohes Wiedersehen mit den Meinen. Als ich dann

zu Hause mir die Bilder abermals ansah u in Mottes

Augen schaute, musste ich weinen. Das sind

die lieben treuen Augen, die so schelmisch

dreinschauen können, das ist der Mund,

der sich zum Kuß so schön spitzt, das sind


Transcription history
  • November 23, 2017 19:05:10 Ute Glanert

    Jeden Abend muß ich zum Stabsveterinär zur

    Befehlsausgabe, muß ich warten, so gehe ich in die

    Küche. Dort hantiert der Bursche mit der Pfarresr

    Köchin - nebenbei eine olle  Schwarte  - , u. dann

    u wann treffe ich auch den Herrn Küster, mit

    dem ich mir dann etwas erzähle.. Neulich zeigt

    ich ihm Eure Bilder, er fand sie sehr schön u

    freute sich sehr. Motte sieht der Mutter ähnlich,

    Traute dem Vater, wie er feststellte, u in sei-

    nem gebrochenen Deutsch las er deine Worte 

    auf Trautes Bild, was ihm sichtlich viel Spaß machte.

    Ich erzählte ihm von meinem glücklichen Familien

    leben, u der Herr wünschte mir baldige Heimkehr

    u frohes Wiedersehen mit den Meinen. Als ich dann

    zu Hause mir die Bilder abermals ansah u in Mottes

    Augen schaute, musste ich weinen. Das sind

    die lieben treuen Augen, die so schelmisch

    dreinschauen können, das ist der Mund,

    der sich zum Kuß so schön spitzt, das sind


Description

Save description
  • 49.5170116||4.504963399999951||

    Amagne, Frankreich

    ||1
Location(s)
  • Story location Amagne, Frankreich
Login and add location


ID
12667 / 178705
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Frieder Brandmeyer
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


Login to edit the languages

Login to edit the fronts
  • Western Front

Login to add keywords
  • Home Front
  • Trench Life
  • Women

Login and add links

Notes and questions

Login to leave a note