"Mein Lebensbericht" von Kurt Wilhelm Keßler, item 10

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die mich unmittelbar berührten. der eine oder andere mag sie als Zufälligkeiten oder Einbildungen abtun, mir jedenfalls bedeuteten sie mehr.

Die Verluste mehrten sich. Die große Flandernoffensive, bei der in unverantwortlicher Weise die Blüte der deutschen Jugend geopfert wurde, raffte auch viele meiner Jugendkameraden dahin. Ich wartete immer noch auf die zusagende Antwort von Wilhelmshaven. Ich schämte mich, als deutscher Junge zu Hause zu sitzen. Aber bei der Marine wollte ich kämpfen. Da brachte die Post die Absage: "Zur zeit stellt die kasierliche Marine keine Kriegsfreiwilligen ein. Wir stellen Ihnen anheim, Ihre Meldung später zu wiederholen" , war die für mich niederschmetternde Antwort. Lange schwenkte ich, ob ich mich nicht zum Landheer melden sollte, aber Vater riet ab und die See lockte mich auch zu sehr. Also blieb ich weiter "Volontär" und baute einfache elektrische Apparate. DIe Zugverhältnisse waren durch die Kriegsereignisse so schlecht geworden, daß auf unserer Nebenbahn nur ein Zug verkehrte. Was blieb anders übrig, als jeden Tag zwei Stunden Anmarsch hin und zurück in Kauf zu nehmen. Der Winter ließ sich dazu noch ziemlich hart an. Aber diese Abhärtung und Vorübung des Marschierens hat mir bei der bald darauf folgenden Frontzeit gute Dienste geleistet.

Weihnachten kam heran, das erste trübe Fest im Elternhaus. Mutter war noch untröstlich. In dieser Zeit erfolgte in der Zeitung eine Aufforderung zur Freiwilligenmeldung durch die Werft-Division Wilhelmshaven. Drei Arbeitskameraden waren wir, die sich sofort meldeten. Die beiden anderen wurden genommen, bei mir lautete der Bescheid: "An ihrer praktischen Ausbildung fehlt noch ein Vierteljahr. Wir bitten die Meldung nach dieser Zeit zu wiederholen". Meine Ungeldud wuchs. Meine größte Angst war, der Krieg ginge zu Ende und ich wäre nicht dabeigewesen. Ich hätte mich vor meinen Kameraden geschämt.

Das bewog mich, diese Frist nicht abzuwarten und mich als Funker zum Telegrafenbataillon 7 nach Zeithein-Rissa zu melden. Meine anderen Kameraden wußte ich, zu meinem Leidwesen, als stolze Matrosen. Einer von ihnen ging in der Skagerrakschlacht mit der "Wiesbaden"

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die mich unmittelbar berührten. der eine oder andere mag sie als Zufälligkeiten oder Einbildungen abtun, mir jedenfalls bedeuteten sie mehr.

Die Verluste mehrten sich. Die große Flandernoffensive, bei der in unverantwortlicher Weise die Blüte der deutschen Jugend geopfert wurde, raffte auch viele meiner Jugendkameraden dahin. Ich wartete immer noch auf die zusagende Antwort von Wilhelmshaven. Ich schämte mich, als deutscher Junge zu Hause zu sitzen. Aber bei der Marine wollte ich kämpfen. Da brachte die Post die Absage: "Zur zeit stellt die kasierliche Marine keine Kriegsfreiwilligen ein. Wir stellen Ihnen anheim, Ihre Meldung später zu wiederholen" , war die für mich niederschmetternde Antwort. Lange schwenkte ich, ob ich mich nicht zum Landheer melden sollte, aber Vater riet ab und die See lockte mich auch zu sehr. Also blieb ich weiter "Volontär" und baute einfache elektrische Apparate. DIe Zugverhältnisse waren durch die Kriegsereignisse so schlecht geworden, daß auf unserer Nebenbahn nur ein Zug verkehrte. Was blieb anders übrig, als jeden Tag zwei Stunden Anmarsch hin und zurück in Kauf zu nehmen. Der Winter ließ sich dazu noch ziemlich hart an. Aber diese Abhärtung und Vorübung des Marschierens hat mir bei der bald darauf folgenden Frontzeit gute Dienste geleistet.

Weihnachten kam heran, das erste trübe Fest im Elternhaus. Mutter war noch untröstlich. In dieser Zeit erfolgte in der Zeitung eine Aufforderung zur Freiwilligenmeldung durch die Werft-Division Wilhelmshaven. Drei Arbeitskameraden waren wir, die sich sofort meldeten. Die beiden anderen wurden genommen, bei mir lautete der Bescheid: "An ihrer praktischen Ausbildung fehlt noch ein Vierteljahr. Wir bitten die Meldung nach dieser Zeit zu wiederholen". Meine Ungeldud wuchs. Meine größte Angst war, der Krieg ginge zu Ende und ich wäre nicht dabeigewesen. Ich hätte mich vor meinen Kameraden geschämt.

Das bewog mich, diese Frist nicht abzuwarten und mich als Funker zum Telegrafenbataillon 7 nach Zeithein-Rissa zu melden. Meine anderen Kameraden wußte ich, zu meinem Leidwesen, als stolze Matrosen. Einer von ihnen ging in der Skagerrakschlacht mit der "Wiesbaden"


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  • September 25, 2017 10:32:18 Roberta Toscano

    die mich unmittelbar berührten. der eine oder andere mag sie als Zufälligkeiten oder Einbildungen abtun, mir jedenfalls bedeuteten sie mehr.

    Die Verluste mehrten sich. Die große Flandernoffensive, bei der in unverantwortlicher Weise die Blüte der deutschen Jugend geopfert wurde, raffte auch viele meiner Jugendkameraden dahin. Ich wartete immer noch auf die zusagende Antwort von Wilhelmshaven. Ich schämte mich, als deutscher Junge zu Hause zu sitzen. Aber bei der Marine wollte ich kämpfen. Da brachte die Post die Absage: "Zur zeit stellt die kasierliche Marine keine Kriegsfreiwilligen ein. Wir stellen Ihnen anheim, Ihre Meldung später zu wiederholen" , war die für mich niederschmetternde Antwort. Lange schwenkte ich, ob ich mich nicht zum Landheer melden sollte, aber Vater riet ab und die See lockte mich auch zu sehr. Also blieb ich weiter "Volontär" und baute einfache elektrische Apparate. DIe Zugverhältnisse waren durch die Kriegsereignisse so schlecht geworden, daß auf unserer Nebenbahn nur ein Zug verkehrte. Was blieb anders übrig, als jeden Tag zwei Stunden Anmarsch hin und zurück in Kauf zu nehmen. Der Winter ließ sich dazu noch ziemlich hart an. Aber diese Abhärtung und Vorübung des Marschierens hat mir bei der bald darauf folgenden Frontzeit gute Dienste geleistet.

    Weihnachten kam heran, das erste trübe Fest im Elternhaus. Mutter war noch untröstlich. In dieser Zeit erfolgte in der Zeitung eine Aufforderung zur Freiwilligenmeldung durch die Werft-Division Wilhelmshaven. Drei Arbeitskameraden waren wir, die sich sofort meldeten. Die beiden anderen wurden genommen, bei mir lautete der Bescheid: "An ihrer praktischen Ausbildung fehlt noch ein Vierteljahr. Wir bitten die Meldung nach dieser Zeit zu wiederholen". Meine Ungeldud wuchs. Meine größte Angst war, der Krieg ginge zu Ende und ich wäre nicht dabeigewesen. Ich hätte mich vor meinen Kameraden geschämt.

    Das bewog mich, diese Frist nicht abzuwarten und mich als Funker zum Telegrafenbataillon 7 nach Zeithein-Rissa zu melden. Meine anderen Kameraden wußte ich, zu meinem Leidwesen, als stolze Matrosen. Einer von ihnen ging in der Skagerrakschlacht mit der "Wiesbaden"


  • September 25, 2017 09:37:44 Roberta Toscano

    die mich unmittelbar berührten. der eine oder andere mag sie als Zufälligkeiten oder Einbildungen abtun, mir jedenfalls bedeuteten sie mehr.

    Die Verluste mehrten sich. Die große Flandernoffensive, bei der in unverantwortlicher Weise die Blüte der deutschen Jugend geopfert wurde, raffte auch viele meiner Jugendkameraden dahin. Ich wartete immer noch auf die zusagende Antwort von Wilhelmshaven. Ich schämte mich, als deutscher Junge zu Hause zu sitzen. Aber bei der Marine wollte ich kämpfen. Da brachte die Post die Absage: "Zur zeit stellt die kasierliche Marine keine Kriegsfreiwilligen ein. Wir stellen Ihnen anheim, Ihre Meldung später zu wiederholen" , war die für mich niederschmetternde Antwort. Lange schwenkte ich, ob ich mich nicht zum Landheer melden sollte, aber Vater riet ab und die See lockte mich auch zu sehr. Also blieb ich weiter "Volontär" und baute einfache elektrische Apparate. DIe Zugverhältnisse waren durch die Kriegsereignisse so schlecht geworden, daß auf unserer Nebenbahn nur ein Zug verkehrte. Was blieb anders übrig, als jeden Tag zwei Stunden Anmarsch hin und zurück in Kauf zu nehmen. Der Winter ließ sich dazu noch ziemlich hart an. Aber diese Abhärtung und Vorübung des Marschierens hat mir bei der bald darauf folgenden Frontzeit gute Dienste geleistet.

    Weihnachten kam heran, das erste trübe Fest im Elternhaus. Mutter war noch untröstlich. In dieser Zeit erfolgte in der Zeitung eine Aufforderung zur Freiwilligenmeldung durch die Werft-Division Wilhelmshaven.


  • September 25, 2017 09:33:40 Roberta Toscano

    die mich unmittelbar berührten. der eine oder andere mag sie als Zufälligkeiten oder Einbildungen abtun, mir jedenfalls bedeuteten sie mehr.

    Die Verluste mehrten sich. Die große Flandernoffensive, bei der in unverantwortlicher Weise die Blüte der deutschen Jugend geopfert wurde, raffte auch viele meiner Jugendkameraden dahin. Ich wartete immer noch auf die zusagende Antwort von Wilhelmshaven. Ich schämte mich, als deutscher Junge zu Hause zu sitzen. Aber bei der Marine wollte ich kämpfen. Da brachte die Post die Absage: "Zur zeit stellt die kasierliche Marine keine Kriegsfreiwilligen ein. Wir stellen Ihnen anheim, Ihre Meldung später zu wiederholen" , war die für mich niederschmetternde Antwort. Lange schwenkte ich, ob ich mich nicht zum Landheer melden sollte, aber Vater riet ab und die See lockte mich auch zu sehr. Also blieb ich weiter "Volontär" und baute einfache elektrische Apparate. DIe Zugverhältnisse waren durch die Kriegsereignisse so schlecht geworden, daß auf unserer Nebenbahn nur ein Zug verkehrte. Was blieb anders übrig, als jeden Tag zwei Stunden Anmarsch hin und zurück in Kauf zu nehmen. Der Winter ließ sich dazu noch ziemlich hart an. Aber diese Abhärtung und Vorübung des Marschierens hat mir bei der bald darauf folgenden Frontzeit gute Dienste geleistet.


  • September 24, 2017 19:07:43 Roberta Toscano

    die mich unmittelbar berührten. der eine oder andere mag sie als Zufälligkeiten oder Einbildungen abtun, mir jedenfalls bedeuteten sie mehr.

    Die Verluste mehrten sich. Die große Flandernoffensive, bei der in unverantwortlicher Weise die Blüte der deutschen Jugend geopfert wurde, raffte auch viele meiner Jugendkameraden dahin. Ich wartete immer noch auf die zusagende Antwort von Wilhelmshaven. Ich schämte mich, als deutscher Junge zu Hause zu sitzen. Aber bei der Marine wollte ich kämpfen. Da brachte die Post die Absage: "Zur zeit stellt die kasierliche Marine keine Kriegsfreiwilligen ein. Wir stellen Ihnen anheim, Ihre Meldung später zu wiederholen" , war die für mich niederschmetternde Antwort. Lange schwenkte


  • September 24, 2017 18:51:15 Roberta Toscano

    die mich unmittelbar berührten. der eine oder andere mag sie als Zufälligkeiten oder Einbildungen abtun, mir jedenfalls bedeuteten sie mehr.

    Die Verluste mehrten sich. Die große Flandernoffensive, bei der in unverantwortlicher Weise die Blüte der deutschen Jugend geopfert wurde, raffte auch viele meiner Jugendkameraden dahin. Ich wartete immer noch auf die zusagende Antwort von Wilhelmshaven. Ich schämte mich, als deutscher Junge zu Hause zu sitzen. Aber bei der Marine wollte ich kämpfen. Da brachte die Post die Absage: "Zur zeit stellt die kasierliche Marine keine Kriegsfreiwilligen ein. Wir stellen Ihnen anheim, Ihre Meldung später zu wiederholen" , war die für mich niederschmetternde Antwort.


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Christine Sörje
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