Maschinist Johannes Glatzel - Bericht , item 3
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Besatzung sich an einer Kirchhofsmauer aufstellen musste. Man hatte Angst erschossen zu werden. Nach einiger Zeit kam dann der Befehl zum Abtransport nach Sibirien. In allen schon zitierten Quellen ist später auch von der Gefangenschaft in Sibirien die Rede. Bei Lehmann heißt es auf S. 73:
"Im Jahre 1917 gelang einem von ihnen die Flucht aus dem sibirischen Gefangenenlager nach
Deutschland. Durch ihn erfuhren wir, dass die meisten seiner Kameraden Hungers gestorben waren. Hauptmann Grüner und ein Begleiter flüchteten ebenfalls; als Bauern verkleidet, wanderten sie quer durch Sibirien nach China, aber bei dem Versuch, die chinesische Grenze zu überschreiten, wurden sie von russischer Polizei erschossen."
Zur Flucht von Hauptmann Grüner konnte ich folgendes mitteilen:
Am 30.12.1914 (Julian. Kalender) bzw. 12.1.1915 (Gregor. Kalender) flüchteten 11Offiziere bei
-30 Grad Richtung China. In dieser Gruppe befanden sich Hauptmann Grüner und Leutnant
Stapelfeldt. Hauptmann Grüner überlebte die Flucht nicht. Er ist vermutlich erfroren, wie die
meisten der Gruppe. Leutnant Stapelfeldt gelang es nach China durchzukommen. Dies geht aus
einem Schreiben vom 22.03.1915 der "Kaiserlich Deutschen Gesandtschaft" in Peking an den
damaligen Reichskanzler von Bethmann Hollweg hervor. Von China ging die Flucht weiter in die
USA, später nach Mexiko. Erst am 24.04.1920 kehrte Konrad Stapelfeldt nach Deutschland zurück.
Quellen: Archiv des Auswärtigen Amtes Berlin, Bundesarchiv, Militärarchiv Freiburg, WASt
Berlin, Dr. Burghard Breitner, "Unverwundet gefangen", Rikola Verlag 1922, S. 138/139
Der Mann, dem 1917 die Flucht gelang, wird mehrfach, auch in anderen Publikationen, erwähnt. Leider wird nie sein Name genannt. Alles deutet daraufhin, dass dieser Mann mein Onkel Hans Glatzel war. Im Krankenbuchlager in Berlin ist sein erneuter Diensteintritt beim Militär mit dem 28. Juli 1919 vermerkt. Meine Mutter, die Schwester von Hans Glatzel, erzählte mir von seiner Rückkehr und welch unendliche Freude in der Familie herrschte als er wieder zu Hause war. Da er über ein Jahr auf der Flucht war, stimmen auch die zeitlichen Daten. Ich habe nun versucht die Zeit im Lager in Sibirien zu recherchieren. Weder das Rote Kreuz noch irgendwelche Archive konnten mir Auskunft über die Gefangenenlager in Sibirien geben. Mein Onkel erwähnte allerdings ein Buch, in dem das Leben in sibirischen Lagern beschrieben wird. Dieses Buch aus dem Jahr 1939 stammt von Ehm Welk und hat den Titel "Der hohe Befehl". In diesem Buch wird die Besatzung des Z V (wenn auch irrtümlich als Z VI bezeichnet) und Hauptmann Grüner genannt. Das Buch basiert auf den Erlebnissen von Wilhelm Vogel, der sechs Jahre in Sibirien in einem Lager in Gefangenschaft war. Ehm Welk war damals Redakteur bei der Wochenzeitung "Die grüne Post". Aus Erzählungen, Berichten und hinterlassenen Aufzeichnungen entstand das Buch Mit ziemlicher Sicherheit handelt es sich dabei um das gleiche Lager, in dem mein Onkel war. Ich habe nun versucht, aus dem Roman herausfzufiltern was authentisch ist. Dazu nahm ich Kontakt mit dem Biographen von Ehm Welk, Konrad Reich auf. Dieser konnte mir allerdings nur sagen, dass sämtliche Unterlagen zu dem Roman bei einem Bombenangriff im 2. Weltkrieg vernichtet worden waren. Da Ehm Welk bereits 1966 verstorben ist, waren auch die Erinnerungen von Konrad Reich an Gespräche mit Ehm Welk, besonders über den Roman, nur bruchstückhaft. Trotzdem habe ich versucht, im Abgleich mit dem Erzählten, eine Schilderung des Lagerlebens zu verfassen. Sie erhebt aber keinen Anspruch auf absolute Wahrheit. Eine weitere Hilfe war das Buch "Unter Kriegsgefangenen in Russland und Sibirien 1914/1920" von Elsa Brandström aus dem Jahr 1922. Dieses Buch enthält neben vielen Daten auch einfaches Kartenmaterial. Während des Krieges gerieten über 2,3 Mill. Soldaten in russische Kriegsgefangenschaft, hauptsächlich österreichisch-ungarische und ca. 167 000 reichsdeutsche Soldaten. Die Stunden und Tage nach der Gefangennahme waren wahrscheinlich ähnlicher Art, so auch für Hans Glatzel und die
Besatzung des Z V.
Nach einem Verhör begann der Abtransport, zunächst mit Fußmärschen bis zur nächsten Bahnstation. Dies konnte unter Umständen mehrere Wochen dauern, bevor ein Bahntransport möglich war. Je weiter ab von der der Front die Gefangenen auf ihrem Marsch kamen, desto strenger und rücksichtsloser wurde die Behandlung. Erreichte man die Etappenstation, wurden bis zu 45 Personen in einen Viehwagen verfrachtet. Wichtige Bahnhöfe waren Pensa und Kiew. Von hier aus
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Besatzung sich an einer Kirchhofsmauer aufstellen musste. Man hatte Angst erschossen zu werden. Nach einiger Zeit kam dann der Befehl zum Abtransport nach Sibirien. In allen schon zitierten Quellen ist später auch von der Gefangenschaft in Sibirien die Rede. Bei Lehmann heißt es auf S. 73:
"Im Jahre 1917 gelang einem von ihnen die Flucht aus dem sibirischen Gefangenenlager nach
Deutschland. Durch ihn erfuhren wir, dass die meisten seiner Kameraden Hungers gestorben waren. Hauptmann Grüner und ein Begleiter flüchteten ebenfalls; als Bauern verkleidet, wanderten sie quer durch Sibirien nach China, aber bei dem Versuch, die chinesische Grenze zu überschreiten, wurden sie von russischer Polizei erschossen."
Zur Flucht von Hauptmann Grüner konnte ich folgendes mitteilen:
Am 30.12.1914 (Julian. Kalender) bzw. 12.1.1915 (Gregor. Kalender) flüchteten 11Offiziere bei
-30 Grad Richtung China. In dieser Gruppe befanden sich Hauptmann Grüner und Leutnant
Stapelfeldt. Hauptmann Grüner überlebte die Flucht nicht. Er ist vermutlich erfroren, wie die
meisten der Gruppe. Leutnant Stapelfeldt gelang es nach China durchzukommen. Dies geht aus
einem Schreiben vom 22.03.1915 der "Kaiserlich Deutschen Gesandtschaft" in Peking an den
damaligen Reichskanzler von Bethmann Hollweg hervor. Von China ging die Flucht weiter in die
USA, später nach Mexiko. Erst am 24.04.1920 kehrte Konrad Stapelfeldt nach Deutschland zurück.
Quellen: Archiv des Auswärtigen Amtes Berlin, Bundesarchiv, Militärarchiv Freiburg, WASt
Berlin, Dr. Burghard Breitner, "Unverwundet gefangen", Rikola Verlag 1922, S. 138/139
Der Mann, dem 1917 die Flucht gelang, wird mehrfach, auch in anderen Publikationen, erwähnt. Leider wird nie
sein Name genannt. Alles deutet daraufhin, dass dieser Mann mein Onkel Hans Glatzel war. Im Krankenbuchlager in Berlin ist sein erneuter Diensteintritt beim Militär mit dem 28. Juli 1919 vermerkt. Meine Mutter, die Schwester von Hans Glatzel, erzählte mir von seiner Rückkehr und welch unendliche Freude in der Familie herrschte als er wieder zu Hause war. Da er über ein Jahr auf der Flucht war, stimmen auch die zeitlichen Daten. Ich habe nun versucht die Zeit im Lager in Sibirien zu recherchieren. Weder das Rote Kreuz noch irgendwelche Archive konnten mir Auskunft über die Gefangenenlager in Sibirien geben. Mein Onkel erwähnte allerdings ein Buch, in dem das Leben in sibirischen Lagern beschrieben wird. Dieses Buch aus dem Jahr 1939 stammt von Ehm Welk und hat den Titel "Der hohe Befehl". In diesem Buch wird die Besatzung des Z V (wenn auch irrtümlich als Z VI bezeichnet) und Hauptmann Grüner genannt. Das Buch basiert auf den Erlebnissen von Wilhelm Vogel, der sechs Jahre in Sibirien in einem Lager in Gefangenschaft war. Ehm Welk war damals Redakteur bei der Wochenzeitung "Die grüne Post". Aus Erzählungen, Berichten und hinterlassenen Aufzeichnungen entstand das Buch Mit ziemlicher Sicherheit handelt es sich dabei um das gleiche Lager, in dem mein Onkel war. Ich habe nun versucht, aus dem Roman herausfzufiltern was authentisch ist. Dazu nahm ich Kontakt mit dem Biographen von Ehm Welk, Konrad Reich auf. Dieser konnte mir allerdings nur sagen, dass sämtliche Unterlagen zu dem Roman bei einem Bombenangriff im 2. Weltkrieg vernichtet worden waren. Da Ehm Welk bereits 1966 verstorben ist, waren auch die Erinnerungen von Konrad Reich an Gespräche mit Ehm Welk, besonders über den Roman, nur bruchstückhaft. Trotzdem habe ich versucht, im Abgleich mit dem Erzählten, eine Schilderung des Lagerlebens zu verfassen. Sie erhebt aber keinen Anspruch auf absolute Wahrheit. Eine weitere Hilfe war das Buch "Unter Kriegsgefangenen in Russland und Sibirien 1914/1920" von Elsa Brandström aus dem Jahr 1922. Dieses Buch enthält neben vielen Daten auch einfaches Kartenmaterial. Während des Krieges gerieten über 2,3 Mill. Soldaten in russische Kriegsgefangenschaft, hauptsächlich österreichisch-ungarische und ca. 167 000 reichsdeutsche Soldaten. Die Stunden und Tage nach der Gefangennahme waren wahrscheinlich ähnlicher Art, so auch für Hans Glatzel und die
Besatzung des Z V.
Nach einem Verhör begann der Abtransport, zunächst mit Fußmärschen bis zur nächsten Bahnstation. Dies konnte unter Umständen mehrere Wochen dauern, bevor ein Bahntransport möglich war. Je weiter ab von der der Front die Gefangenen auf ihrem Marsch kamen, desto strenger und rücksichtsloser wurde die Behandlung. Erreichte man die Etappenstation, wurden bis zu 45 Personen in einen Viehwagen verfrachtet. Wichtige Bahnhöfe waren Pensa und Kiew. Von hier aus
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Besatzung sich ainer Kirchhofsmauser aufstellen musste. Man hatte Angst erschossen zu werden. Nach einiger
Zeit kam dann der Befehl zum Abtransport nach Sibirien. In allen schon zitierten Quellen ist später auch von der
Gefangenschaft in Sibierien die rede. Bei Lehmann heißt es auf S. 73:
"Im Jahre 1917 gelang einem von ihnen die Flucht aus dem sibirischen Gefangenlager nach Deutschland. Durch
ihn erfuhren wir, dass die meisten seiner Kameraden Hungers gestorben waren. Hauptmann Grüner und ein
Begleiter flüchteten ebenfalls; als Bauern verkleidet, wanderten sie quer durch Sibirien nach China, aber bei dem
Versuch, die chinesische Grenze zu überschreiten, wurden sie von russischer Polizei erschossen."
Zur Flucht von Hauptmann Grüner konnte ich folgendes mitteilen:
Am 30.12.1914 (Julian. Kalender) bzw. 12.1.1915 (Gregor. Kalender) flüchteten 11Offiziere bei -
30 Grad Richtung China. In dieser Gruppe befanden sich Hauptmann Grüner und Leutnant
Stapelfeldt. Hauptmann Grüner überlebte die Flucht nicht. Er ist vermutlich erforen, wie die
meisten der Gruppe. Leutnant Stapelfeldt gelang es nach China durchzukommen. Dies geht aus
einem Schreiben vom 22.03.1915 der "Kaiserlich Deutschen Gesandtschaft" in Peking an den
damaligen Reichskanzler von Bethmann Hollweg hervor. Von China ging die Flucht weiter in die
USA, später nach Mexiko. Erst am 24.04.1920 kehrte Konrad Stapelfeldt nach Deutschland zurück.
Quellen: Archiv des Auswärtigen Amtes Berlin, Bundesarchiv, Militärarchiv Freiburg, WASt
Berlin, Dr. Burghard Breitner, "Unverwundet gefangen", Rikola Verlag 1922, S. 138/139
Der Mann, dem 1917 die Flucht gelang, wird mehrfach, auch in anderen Publikationen, erwähnt. Leider wird nie
sein Name genannt. Alles deutet daraufhin, dass dieser Mann mein Onkel Hans Glatzel war. Im Krankenbuchlager
in Berlin ist sein erneuter Diensteintritt beim Militär mit dem 28. Juli 1919 vermerkt. Meine Mutter, die Schwester
von Hans Glatzel, erzählte mir von seiner Rückkehr und welch unendliche Freude in der Familie herrschte als er
wieder zu Hause war. Da er über ein Jahr auf der Flucht war, stimmen auch die zeitlichen Daten. Ich habe nun
versucht die Zeit im Lager in Sibirien zu recherchieren. Weder das Rote Kreuz noch irgendwelche Archive konnten
mir Auskunft über die Gefangenenlager in Sibirien geben. Mein Onkel erwähnte allerdings ein Buch, in dem das
Leben in sibirischen Lagern beschrieben wird. Dieses Buch aus dem Jahr 1939 stammt von Ehm Welk und hat den
Titel "Der hohe Befehl". In diesem Buch wird die Besatzung des Z V (wenn auch irrtümlich als Z VI bezeichnet)
und Hauptmann Grüner genannt. Das Buch basiert auf den Erlebnissen von Wilhelm Vogel, der sechs Jahre in
Sibirien in einem Lager in Gefangenschaft war. Ehm Welk war damals Redakteur bei der Wochenzeitung "Die
grüne Post". Aus Erzählungen, Berichten und hinterlassenen Aufzeichnungen entstand das Buch Mit ziemlicher
Sicherheit handelt es sich dabei um das gleiche Lager, in dem mein Onkel war. Ich habe nun versucht, aus dem
Roman herausfzufiltern was authentisch ist. Dazu nahm ich Kontakt mit dem Biographen von Ehm Welk, Konrad
Reich auf. Dieser konnte mir allerdings nur sagen, dass sämtliche Unterlagen zu dem Roman bei einem
Bombenangriff im 2. Weltkrieg vernichtet worden waren. Da Ehm Welk bereits 1966 verstorben ist, waren auch die
Erinnerungen von Konrad Reich an Gespräche mit Ehm Welk, besonders über den Roman, nur bruchstückhaft.
Trotzdem habe ich versucht, im Abgleich mit dem Erzählten, eine Schilderung des Lagerlebens zu verfassen. Sie
erhebt aber keinen Anspruch auf absolute Wahrheit. Eine weitere Hilfe war das Buch "Unter Kriegsgefangenen in
Russland und Sibirien 1914/1920" von Elsa Brandström aus dem Jahr 1922. Dieses Buch enthält neben vielen
Daten auch einfaches Kartenmaterial. Während des Krieges gerieten über 2,3 Mill. Soldaten in russische
Kriegsgefangenschaft, hauptsächlich österreichisch-ungarische und ca. 167 000 reichsdeutsche Soldaten. Die Stunden
und Tage nach der Gefangennahme waren wahrscheinlich ähnlicher Art, so auch für Hans Glatzel und die
Besatzung des Z V.
Nach einem Verhör begann der Abtransport, zunächst mit Fußmärschen bis zur nächsten Bahnstation. Dies konnte
unter Umständen mehrere Wochen dauern, bevor ein Bahntransport möglich war. Je weiter ab von der der Front die
Gefangengen auf ihrem Marsch kamen, desto strenger und rücksichtsloser wurde die Behandlung. Erreichte man
die Etappenstation, wurden bis zu 45 Personen in einen Viehwagen verfrachtet. Wichtige Bahnhöfe waren Pensa
und Kiew. Von hier aus
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Besatzung sich ainer Kirchhofsmauser aufstellen musste. Man hatte Angst erschossen zu werden. Nach einiger
Zeit kam dann der Befehl zum Abtransport nach Sibirien. In allen schon zitierten Quellen ist später auch von der
Gefangenschaft in Sibierien die rede. Bei Lehmann heißt es auf S. 73:
"Im Jahre 1917 gelang einem von ihnen die Flucht aus dem sibirischen Gefangenlager nach Deutschland. Durch
ihn erfuhren wir, dass die meisten seiner Kameraden Hungers gestorben waren. Hauptmann Grüner und ein
Begleiter flüchteten ebenfalls; als Bauern verkleidet, wanderten sie quer durch Sibirien nach China, aber bei dem
Versuch, die chinesische Grenze zu überschreiten, wurden sie von russischer Polizei erschossen."
Zur Flucht von Hauptmann Grüner konnte ich folgendes mitteilen:
Am 30.12.1914 (Julian. Kalender) bzw. 12.1.1915 (Gregor. Kalender) flüchteten 11Offiziere bei -
30 Grad Richtung China. In dieser Gruppe befanden sich Hauptmann Grüner und Leutnant
Stapelfeldt. Hauptmann Grüner überlebte die Flucht nicht. Er ist vermutlich erforen, wie die
meisten der Gruppe. Leutnant Stapelfeldt gelang es nach China durchzukommen. Dies geht aus
einem Schreiben vom 22.03.1915 der "Kaiserlich Deutschen Gesandtschaft" in Peking an den
damaligen Reichskanzler von Bethmann Hollweg hervor. Von China ging die Flucht weiter in die
USA, später nach Mexiko. Erst am 24.04.1920 kehrte Konrad Stapelfeldt nach Deutschland zurück.
Quellen: Archiv des Auswärtigen Amtes Berlin, Bundesarchiv, Militärarchiv Freiburg, WASt
Berlin, Dr. Burghard Breitner, "Unverwundet gefangen", Rikola Verlag 1922, S. 138/139
Der Mann, dem 1917 die Flucht gelang, wird mehrfach, auch in anderen Publikationen, erwähnt. Leider wird nie
sein Name genannt. Alles deutet daraufhin, dass dieser Mann mein Onkel Hans Glatzel war. Im Krankenbuchlager
in Berlin ist sein erneuter Diensteintritt beim Militär mit dem 28. Juli 1919 vermerkt. Meine Mutter, die Schwester
von Hans Glatzel, erzählte mir von seiner Rückkehr und welch unendliche Freude in der Familie herrschte als er
wieder zu Hause war. Da er über ein Jahr auf der Flucht war, stimmen auch die zeitlichen Daten. Ich habe nun
versucht die Zeit im Lager in Sibirien zu recherchieren. Weder das Rote Kreuz noch irgendwelche Archive konnten
mir Auskunft über die Gefangenenlager in Sibirien geben. Mein Onkel erwähnte allerdings ein Buch, in dem das
Leben in sibirischen Lagern beschrieben wird. Dieses Buch aus dem Jahr 1939 stammt von Ehm Welk und hat den
Titel "Der hohe Befehl". In diesem Buch wird die Besatzung des Z V (wenn auch irrtümlich als Z VI bezeichnet)
und Hauptmann Grüner genannt. Das Buch basiert auf den Erlebnissen von Wilhelm Vogel, der sechs Jahre in
Sibirien in einem Lager in Gefangenschaft war. Ehm Welk war damals Redakteur bei der Wochenzeitung "Die
grüne Post". Aus Erzählungen, Berichten und hinterlassenen Aufzeichnungen entstand das Buch Mit ziemlicher
Sicherheit handelt es sich dabei um das gleiche Lager, in dem mein Onkel war. Ich habe nun versucht, aus dem
Roman herausfzufiltern was authentisch ist. Dazu nahm ich Kontakt mit dem Biographen von Ehm Welk, Konrad
Reich auf. Dieser konnte mir allerdings nur sagen, dass sämtliche Unterlagen zu dem Roman bei einem
Bombenangriff im 2. Weltkrieg vernichtet worden waren. Da Ehm Welk bereits 1966 verstorben ist, waren auch die
Erinnerungen von Konrad Reich an Gespräche
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Besatzung sich ainer Kirchhofsmauser aufstellen musste. Man hatte Angst erschossen zu werden. Nach einiger
Zeit kam dann der Befehl zum Abtransport nach Sibirien. In allen schon zitierten Quellen ist später auch von der
Gefangenschaft in Sibierien die rede. Bei Lehmann heißt es auf S. 73:
"Im Jahre 1917 gelang einem von ihnen die Flucht aus dem sibirischen Gefangenlager nach Deutschland. Durch
ihn erfuhren wir, dass die meisten seiner Kameraden Hungers gestorben waren. Hauptmann Grüner und ein
Begleiter flüchteten ebenfalls; als Bauern verkleidet, wanderten sie quer durch Sibirien nach China, aber bei dem
Versuch, die chinesische Grenze zu überschreiten, wurden sie von russischer Polizei erschossen."
Zur Flucht von Hauptmann Grüner konnte ich folgendes mitteilen:
Am 30.12.1914 (Julian. Kalender) bzw. 12.1.1915 (Gregor. Kalender) flüchteten 11Offiziere bei -
30 Grad Richtung China. In dieser Gruppe befanden sich Hauptmann Grüner und Leutnant
Stapelfeldt. Hauptmann Grüner überlebte die Flucht nicht. Er ist vermutlich erforen, wie die
meisten der Gruppe. Leutnant Stapelfeldt gelang es nach China durchzukommen. Dies geht aus
einem Schreiben vom 22.03.1915 der "Kaiserlich Deutschen Gesandtschaft" in Peking an den
damaligen Reichskanzler von Bethmann Hollweg hervor. Von China ging die Flucht weiter in die
USA, später nach Mexiko. Erst am 24.04.1920 kehrte Konrad Stapelfeldt nach Deutschland zurück.
Quellen: Archiv des Auswärtigen Amtes Berlin, Bundesarchiv, Militärarchiv Freiburg, WASt
Berlin, Dr. Burghard Breitner, "Unverwundet gefangen", Rikola Verlag 1922, S. 138/139
Der Mann, dem 1917 die Flucht gelang, wird mehrfach, auch in anderen Publikationen, erwähnt. Leider wird nie
sein Name genannt. Alles
-
Besatzung sich ainer Kirchhofsmauser aufstellen musste. Man hatte Angst erschossen zu werden. Nach einiger
Zeit kam dann der Befehl zum Abtransport nach Sibirien. In allen schon zitierten Quellen ist später auch von der
Gefangenschaft in Sibierien die rede. Bei Lehmann heißt es auf S. 73:
"Im Jahre 1917 gelang einem von ihnen die Flucht aus dem sibirischen Gefangenlager nach Deutschland. Durch
ihn erfuhren wir, dass die meisten seiner Kameraden Hungers gestorben waren. Hauptmann Grüner und ein
Begleiter flüchteten ebenfalls; als Bauern verkleidet, wanderten sie quer durch Sibirien nach China, aber bei dem
Versuch, die chinesische Grenze zu überschreiten, wurden sie von russischer Polizei erschossen."
Zur Flucht von Hauptmann Grüner konnte ich folgendes mitteilen:
Am 30.12.1914 (Julian. Kalender) bzw. 12.1.1915 (Gregor. Kalender) flüchteten 11Offiziere bei -
30 Grad Richtung China. In dieser Gruppe befanden sich Hauptmann Grüner und Leutnant
Stapelfeldt. Hauptmann Grüner überlebte die Flucht nicht. Er ist vermutlich erforen, wie die
meisten der Gruppe. Leutnant Stapelfeldt gelang es nach China durchzukommen. Dies geht aus
einem Schreiben vom 22.03.1915 der "Kaiserlich Deutschen Gesandtschaft" in Peking an den
damaligen Reichskanzler von Bethmann Hollweg hervor.
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- 885 / 5304
- Contributor
- Wenzel, Eberhard
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