Kriegstagebuch von Walther Huth, item 35

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...linke Seite

fortgesetzt gearbeitet.

15. II.  Auf unserem rechten Flügel war eine

Mine unter den feindlichen Graben vorgetrieben,

um ihn samt einigen Häusern in die

Luft zu jagen. Man wollte die Sprengung aber

erst vornehmen, wenn 105 zurück war.

16. II.  Früh 1 Uhr löste uns das 3. Bataillon ab.

Rückmarsch nach Tenbrielen auf einem kürzeren

Wege, ein Stückchen hinter Cortewilde links ab,

um die Chaussee Zandvorde - Tenbrielen zu

erreichen. Quartier in denselben Baracken.

17. II.  10 Uhr Abmarsch nach Menin. Schon am

Tage vorher mußte ich mein Abiturzeugnis von

Hause einfordern der aktiven Meldung wegen.

18. II.  Bekam von Hause eine Selbstladepistole

von Sauer u. S.

19. II.  Diesater. Nach dem Vormittagsdienst

verwundete ich Unteroffizier Homfeld durch einen

Schuß, der beim Entspannen der Pistole losging,

an der linken Brustseite. Das Geschoß blieb dicht

an der Hüfte unter der Haut sitzen. Er kam

ins Feldlazarett 10. Die Verwundung ist glücklicher

Weise leicht.

21. II.  Einreichung eines Tatberichts.


...rechte Seite

20. II.  Unter Mittag Homfeld besucht.

22. II.  Homfeld abtransportiert nach Deutschland, es

ging ihm gut.

23. II.  Besichtigung durch Generalmajor v. Runkel,

Führer der Division.

24. II.  7 Uhr früh Alarm. Besichtigung durch Herrn

Generalmajor v. Pawell, Führer der Brigade.

25. II.  Am Nachmittag eine kurze Marschübung

im Bataillon. 5:45 nachmittags Abmarsch in der

Richtung Gheluve. Unterwegs erfuhren wir, daß

wir Gaszylinder zu transportieren hätten, in denen

heftige Gase enthalten seien, und die man

sehr vorsichtig behandeln müßte. Wir marschierten

über Gheluve hinaus, folgten der Eisenbahn nach

Becelaere bis in die Höhe von Poecelhock, dort

an der Chaussee machten wir Halt. Wir sahen

aus wie der reine Kriegerverein: Mäntel angezogen,

Brotbeutel umgehängt, ohne umgeschnallt,

Gewehr, Unteroffiziere ohne. Unsere Liebesgaben

befanden sich auf der Bahn. je 2 Mann bekamen

eine Flasche zu tragen, Stahlflaschen wie die

Sauerstoffflaschen, nur erheblich dicker, sie wogen 60-

80 Pfund. Jeder bekam, im Falle eine Flasche verletzt

werden sollte, ein Beutelchen mit Watte

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fortgesetzt gearbeitet.

15. II.  Auf unserem rechten Flügel war eine

Mine unter den feindlichen Graben vorgetrieben,

um ihn samt einigen Häusern in die

Luft zu jagen. Man wollte die Sprengung aber

erst vornehmen, wenn 105 zurück war.

16. II.  Früh 1 Uhr löste uns das 3. Bataillon ab.

Rückmarsch nach Tenbrielen auf einem kürzeren

Wege, ein Stückchen hinter Cortewilde links ab,

um die Chaussee Zandvorde - Tenbrielen zu

erreichen. Quartier in denselben Baracken.

17. II.  10 Uhr Abmarsch nach Menin. Schon am

Tage vorher mußte ich mein Abiturzeugnis von

Hause einfordern der aktiven Meldung wegen.

18. II.  Bekam von Hause eine Selbstladepistole

von Sauer u. S.

19. II.  Diesater. Nach dem Vormittagsdienst

verwundete ich Unteroffizier Homfeld durch einen

Schuß, der beim Entspannen der Pistole losging,

an der linken Brustseite. Das Geschoß blieb dicht

an der Hüfte unter der Haut sitzen. Er kam

ins Feldlazarett 10. Die Verwundung ist glücklicher

Weise leicht.

21. II.  Einreichung eines Tatberichts.


...rechte Seite

20. II.  Unter Mittag Homfeld besucht.

22. II.  Homfeld abtransportiert nach Deutschland, es

ging ihm gut.

23. II.  Besichtigung durch Generalmajor v. Runkel,

Führer der Division.

24. II.  7 Uhr früh Alarm. Besichtigung durch Herrn

Generalmajor v. Pawell, Führer der Brigade.

25. II.  Am Nachmittag eine kurze Marschübung

im Bataillon. 5:45 nachmittags Abmarsch in der

Richtung Gheluve. Unterwegs erfuhren wir, daß

wir Gaszylinder zu transportieren hätten, in denen

heftige Gase enthalten seien, und die man

sehr vorsichtig behandeln müßte. Wir marschierten

über Gheluve hinaus, folgten der Eisenbahn nach

Becelaere bis in die Höhe von Poecelhock, dort

an der Chaussee machten wir Halt. Wir sahen

aus wie der reine Kriegerverein: Mäntel angezogen,

Brotbeutel umgehängt, ohne umgeschnallt,

Gewehr, Unteroffiziere ohne. Unsere Liebesgaben

befanden sich auf der Bahn. je 2 Mann bekamen

eine Flasche zu tragen, Stahlflaschen wie die

Sauerstoffflaschen, nur erheblich dicker, sie wogen 60-

80 Pfund. Jeder bekam, im Falle eine Flasche verletzt

werden sollte, ein Beutelchen mit Watte


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  • March 2, 2017 19:56:37 Rolf Kranz

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    fortgesetzt gearbeitet.

    15. II.  Auf unserem rechten Flügel war eine

    Mine unter den feindlichen Graben vorgetrieben,

    um ihn samt einigen Häusern in die

    Luft zu jagen. Man wollte die Sprengung aber

    erst vornehmen, wenn 105 zurück war.

    16. II.  Früh 1 Uhr löste uns das 3. Bataillon ab.

    Rückmarsch nach Tenbrielen auf einem kürzeren

    Wege, ein Stückchen hinter Cortewilde links ab,

    um die Chaussee Zandvorde - Tenbrielen zu

    erreichen. Quartier in denselben Baracken.

    17. II.  10 Uhr Abmarsch nach Menin. Schon am

    Tage vorher mußte ich mein Abiturzeugnis von

    Hause einfordern der aktiven Meldung wegen.

    18. II.  Bekam von Hause eine Selbstladepistole

    von Sauer u. S.

    19. II.  Diesater. Nach dem Vormittagsdienst

    verwundete ich Unteroffizier Homfeld durch einen

    Schuß, der beim Entspannen der Pistole losging,

    an der linken Brustseite. Das Geschoß blieb dicht

    an der Hüfte unter der Haut sitzen. Er kam

    ins Feldlazarett 10. Die Verwundung ist glücklicher

    Weise leicht.

    21. II.  Einreichung eines Tatberichts.


    ...rechte Seite

    20. II.  Unter Mittag Homfeld besucht.

    22. II.  Homfeld abtransportiert nach Deutschland, es

    ging ihm gut.

    23. II.  Besichtigung durch Generalmajor v. Runkel,

    Führer der Division.

    24. II.  7 Uhr früh Alarm. Besichtigung durch Herrn

    Generalmajor v. Pawell, Führer der Brigade.

    25. II.  Am Nachmittag eine kurze Marschübung

    im Bataillon. 5:45 nachmittags Abmarsch in der

    Richtung Gheluve. Unterwegs erfuhren wir, daß

    wir Gaszylinder zu transportieren hätten, in denen

    heftige Gase enthalten seien, und die man

    sehr vorsichtig behandeln müßte. Wir marschierten

    über Gheluve hinaus, folgten der Eisenbahn nach

    Becelaere bis in die Höhe von Poecelhock, dort

    an der Chaussee machten wir Halt. Wir sahen

    aus wie der reine Kriegerverein: Mäntel angezogen,

    Brotbeutel umgehängt, ohne umgeschnallt,

    Gewehr, Unteroffiziere ohne. Unsere Liebesgaben

    befanden sich auf der Bahn. je 2 Mann bekamen

    eine Flasche zu tragen, Stahlflaschen wie die

    Sauerstoffflaschen, nur erheblich dicker, sie wogen 60-

    80 Pfund. Jeder bekam, im Falle eine Flasche verletzt

    werden sollte, ein Beutelchen mit Watte

  • March 2, 2017 19:51:22 Rolf Kranz

    ...linke Seite

    fortgesetzt gearbeitet.

    15. II.  Auf unserem rechten Flügel war eine

    Mine unter den feindlichen Graben vorgetrieben,

    um ihn samt einigen Häusern in die

    Luft zu jagen. Man wollte die Sprengung aber

    erst vornehmen, wenn 105 zurück war.

    16. II.  Früh 1 Uhr löste uns das 3. Bataillon ab.

    Rückmarsch nach Tenbrielen auf einem kürzeren

    Wege, ein Stückchen hinter Cortewilde links ab,

    um die Chaussee Zandvorde - Tenbrielen zu

    erreichen. Quartier in denselben Baracken.

    17. II.  10 Uhr Abmarsch nach Menin. Schon am

    Tage vorher mußte ich mein Abiturzeugnis von

    Hause einfordern der aktiven Meldung wegen.

    18. II.  Bekam von Hause eine Selbstladepistole

    von Sauer u. S.

    19. II.  Diesater. Nach dem Vormittagsdienst

    verwundete ich Unteroffizier Homfeld durch einen

    Schuß, der beim Entspannen der Pistole losging,

    an der linken Brustseite. Das Geschoß blieb dicht

    an der Hüfte unter der Haut sitzen. Er kam

    ins Feldlazarett 10. Die Verwundung ist glücklicher

    Weise leicht.

    21. II.  Einreichung eines Tatberichts.


    ...rechte Seite

    20. II.  Unter Mittag Homfeld besucht.

    22. II.  Homfeld abtransportiert nach Deutschland, es

    ging ihm gut.

    23. II.  Besichtigung durch Generalmajor v. Runkel,

    Führer der Division.

    24. II.  7 Uhr früh Alarm. Besichtigung durch Herrn

    Generalmajor von Parvell, Führer der Brigade.

    25. II.  Am Nachmittag eine kurze Marschübung

    im Bataillon. 5:45 nachmittags Abmarsch in der

    Richtung Gheluve. Unterwegs erfuhren wir, daß

    wir Gaszylinder zu transportieren hätten, in denen

    heftige Gase enthalten seien, und die man

    sehr vorsichtig behandeln müßte. Wir marschierten

    über Gheluve hinaus, folgten der Eisenbahn nach

    Becelaere bis in die Höhe von Poecelhock, dort

    an der Chaussee machten wir Halt. Wir sahen

    aus wie der reine Kriegerverein: Mäntel angezogen,

    Brotbeutel umgehängt, ohne umgeschnallt,

    Gewehr, Unteroffiziere ohne. Unsere Liebesgaben

    befanden sich auf der Bahn. je 2 Mann bekamen

    eine Flasche zu tragen, Stahlflaschen wie die

    Sauerstoffflaschen, nur erheblich dicker, sie wogen 60-

    80 Pfund. Jeder bekam, im Falle eine Flasche verletzt

    werden sollte, ein Beutelchen mit Watte


Description

Save description
  • 50.8401038||3.1996717||

    Poezelhoek

  • 51.13054289999999||13.577913399999943||

    Coswig (bei Dresden)

    ||1
Location(s)
  • Story location Coswig (bei Dresden)
  • Document location Poezelhoek
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ID
2655 / 33580
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Friedrich-Carl Hoffmann
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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