Kriegstagebuch von Walther Huth, item 7
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sollte eine Auszeichnung sein, es wurden aber die
größten Dummköpfe dazu genommen. Hernach
neue Einteilung in Korporalschaften und großer
Umzug. Wir kamen wieder auf eine andere Bude.
Kuntz und ich bauen zusammen.
22. VIII. 1914. Nach Tempelhof. Böses Exerzieren im
tiefen Sand des Kavallerie.Exerzierplatzes.
23. VIII. 1914. Am Vormittag kam Vati zu mir
ganz überraschend. Er hatte in Hamburg binnen
14 Tagen das Führerzeugnis [Führerschein] erworben und will sich
nun bei den Kraftfahrern als Freiwilliger stellen.
Am Nachmittag bei Frl. Clemensen. Scluß im
"Pschorr" nach einem Bummel über die Siegesallee
und den Linden.
24. VIII. 1914. Pappelplatz. Alter zauber.
25. VIII. 1914. Tempelhof. Verteidigungsstellung.
Die andern Kompagnien griffen uns an, Wir
wurden teilweise vom Feinde getäuscht, der sehr
geschickt das Terrain ausnutzte.
26. VIII. 1914. Nach Tegel. Vorübung zum Gefechtsschießen.
Anschließend ein Waldgefecht, in dem
wir die Angreifer spielten. Der Tag war ziemlich
anstrengend. Außer dem Gefecht und Exerzieren
4 Std. Marsch. dazu Nachmittag noch Exerzieren auf
...rechte Seite
dem Hofe. Am Abend kam Teti zu mir. Am 24.
war ich abends bei Herrn Lembke. In der
Autotaxe zurück.
Die Ausbildung eines jeden Soldaten,
sie blühte auch uns. In lustigem Wechsel trieben
wir Sport auf dem Pappelplatz, am Kreuzberg,
in der Hasenheide Schützenfest und auf dem
Kasernenhof die Blüte des Stumpfsinns: Exerzieren.
Berlin selbst merkwürdig friedlich, nur ein fieberhaftes
Erwarten der Zeitungsausgaben zeigte den
Krieg an. Auch in der Kaserne war vorerst
nichts zu merken, bis die ersten Verwundeten
kamen. Einer von ihnen brachte französische
Patronen mit, eine mit Kupfermantel "S" Geschoß
und eine mit abgeplattetem Weichbleigeschoß.
So lebten wir dahin als stolze Alexandergrenadiere,
bis wir, schon lange war es geheim
verlautet und von allen gefürchtet, Regiment 202,
1. Bataillon, wurden, 2. Franzer,
3. Augusta, an einem Sonntag Ende August, es
war der.... In diesen Tagen waren auch meine
Eltern hier, um voller Stolz und geheimer Besorgnis
ihren Jüngsten spazieren zu führen, auch
Sputti [die jüngste Schwester] war mit .
Mit der Einteilung in Reg. 202
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linke Seite
sollte eine Auszeichnung sein, es wurden aber die
größten Dummköpfe dazu genommen. Hernach
neue Einteilung in Korporalschaften und großer
Umzug. Wir kamen wieder auf eine andere Bude.
Kuntz und ich bauen zusammen.
22. VIII. 1914. Nach Tempelhof. Böses Exerzieren im
tiefen Sand des Kavallerie.Exerzierplatzes.
23. VIII. 1914. Am Vormittag kam Vati zu mir
ganz überraschend. Er hatte in Hamburg binnen
14 Tagen das Führerzeugnis [Führerschein] erworben und will sich
nun bei den Kraftfahrern als Freiwilliger stellen.
Am Nachmittag bei Frl. Clemensen. Scluß im
"Pschorr" nach einem Bummel über die Siegesallee
und den Linden.
24. VIII. 1914. Pappelplatz. Alter zauber.
25. VIII. 1914. Tempelhof. Verteidigungsstellung.
Die andern Kompagnien griffen uns an, Wir
wurden teilweise vom Feinde getäuscht, der sehr
geschickt das Terrain ausnutzte.
26. VIII. 1914. Nach Tegel. Vorübung zum Gefechtsschießen.
Anschließend ein Waldgefecht, in dem
wir die Angreifer spielten. Der Tag war ziemlich
anstrengend. Außer dem Gefecht und Exerzieren
4 Std. Marsch. dazu Nachmittag noch Exerzieren auf
...rechte Seite
dem Hofe. Am Abend kam Teti zu mir. Am 24.
war ich abends bei herrn Lembke. In der
Autotaxe zurück.
Die Ausbildung eines jeden Soldaten,
sie blühte auch uns. In lustigem Wechsel trieben
wir Sport auf dem Pappelplatz, am Kreuzberg,
in der Hasenheide Schützenfest und auf dem
Kasernenhof die Blüte des Stumpfsinns: Exerzieren.
berlin selbst merkwürdig friedlich, nur ein fieberhaftes
Erwarten der Zeitungsausgaben zeigte den
Krieg an. Auch in der Kaserne war vorerst
nichts zu merken, bis die ersten Verwundeten
kamen. Einer von ihnen brachte französische
Patronen mit, eine mit Kupfermantel "S" Geschoß
und eine mit abgeplattetem Weichbleigeschoß.
So lebten wir dahin als stolze Alexandergrenadiere,
bis wir, schon lange war es geheim
verlautet und von allen gefürchtet, Regiment 202,
1. Bataillon, wurden, 2. Franzer,
3. Augusta, an einem Sonntag Ende August, es
war der.... In diesen Tagen waren auch meine
Eltern hier, um voller Stolz und geheimer Besorgnis
ihren Jüngsten spazieren zu führen, auch
Sputti [die jüngste Schwester] war mit .
Mit der Einteilung in Reg. 202
Description
Save description- 52.48349813723878||13.415824807934541||
Berlin, Hasenheide
- 51.13054289999999||13.577913399999943||||1
Coswig (bei Dresden)
Location(s)
Story location Coswig (bei Dresden)
Document location Berlin, Hasenheide
- ID
- 2655 / 33552
- Contributor
- Friedrich-Carl Hoffmann
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