Gefreiter Heinz Radicke aus Greifswald, item 53

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 .Mittlerer Teil des Briefes:

Altengrabow, d. 29.6.16.

Liebe Eltern!

Vielen, herzlichen Dank für Eure lieben

Zeilen vom 27., welche ich schon gestern abend

erhielt. Da es auf Euch beruhigend wirkt, wenn

Ihr Post aus Altengrabow bekommt, will ich gleich

antworten. Gerne hätte ich gestern noch geschrieben,

doch hatte ich da keine Zeit. Wir haben heute näm=

lich schon wieder eine von den verflixten Regi=

mentsübungen gemacht. 4 Uhr Wecken, 5 1/2 Uhr Abmarsch

und um 2 Uhr Rückkehr. Gott sei Dank, es war nicht

so warm, so daß nur ganz wenig Leute abgebaut haben.

Am Schluß war wieder Parademarsch.

Nach ca 1/2 Std. Bettruhe ging hatten wir Gewehrreinigen etc

Am Mittwoch hatten wir eine große Regiments-Nachtübung

zu der wir um 9 Uhr abends abrückten und faßt ohne

Unterbrechung bis 3 1/4 Uhr morgens herummanövrierten.

In der Dunkelheit  hatte d  hat unsere Kompagnie die

Fühlung verloren, und so irrten wir faßt 3 Stunden


 .Rechte Seite des Briefes:

in der dunklen Nacht umher um wieder Fühlung zu bekommen,

was uns aber nicht gelang. Es war wieder eine tolle  Rennerei.

Durch Heidekraut, hohes Gras, Büscheln und mans  mannshohen

Ginster ging der Marsch in der dunkelheit. Gräben mußten wir

natürlich auch passieren. Nachdem wir von 3 1/2 - 7 1/2 geschlafen haben,

ging der Tagesdienst wieder los. Der Dienst ist also in letzter Zeit

ziemlich anstrengend, doch das kommt uns ja alles im Felde zustatten.


 .Linke Seite des Briefes:

Wann wir fortkommen weiß noch niemand. Wir wurden

dauernd getäuscht, so daß ich es nicht eher glaube, bis wir im Zug sitzen

und fahren. Gerüchte gehen dauernd herum. So sollen wir am Anfang

der nächsten Woche fortkommen. (Dienstag wahrscheinlich.) Wohin? Die

Einen wissen bestimmt nach Verdun, die Anderen bestimt Rußland,

Galizien und das Neueste was auch schon angefochten wird, Insel Alsen

(Dänemark) Seid deshalb aber nicht besorgt. Wenn's los geht schreibe ich.

Seid alle aufs herzlichste gegrüßt und geküßt

von Eurem Heinz


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 .Mittlerer Teil des Briefes:

Altengrabow, d. 29.6.16.

Liebe Eltern!

Vielen, herzlichen Dank für Eure lieben

Zeilen vom 27., welche ich schon gestern abend

erhielt. Da es auf Euch beruhigend wirkt, wenn

Ihr Post aus Altengrabow bekommt, will ich gleich

antworten. Gerne hätte ich gestern noch geschrieben,

doch hatte ich da keine Zeit. Wir haben heute näm=

lich schon wieder eine von den verflixten Regi=

mentsübungen gemacht. 4 Uhr Wecken, 5 1/2 Uhr Abmarsch

und um 2 Uhr Rückkehr. Gott sei Dank, es war nicht

so warm, so daß nur ganz wenig Leute abgebaut haben.

Am Schluß war wieder Parademarsch.

Nach ca 1/2 Std. Bettruhe ging hatten wir Gewehrreinigen etc

Am Mittwoch hatten wir eine große Regiments-Nachtübung

zu der wir um 9 Uhr abends abrückten und faßt ohne

Unterbrechung bis 3 1/4 Uhr morgens herummanövrierten.

In der Dunkelheit  hatte d  hat unsere Kompagnie die

Fühlung verloren, und so irrten wir faßt 3 Stunden


 .Rechte Seite des Briefes:

in der dunklen Nacht umher um wieder Fühlung zu bekommen,

was uns aber nicht gelang. Es war wieder eine tolle  Rennerei.

Durch Heidekraut, hohes Gras, Büscheln und mans  mannshohen

Ginster ging der Marsch in der dunkelheit. Gräben mußten wir

natürlich auch passieren. Nachdem wir von 3 1/2 - 7 1/2 geschlafen haben,

ging der Tagesdienst wieder los. Der Dienst ist also in letzter Zeit

ziemlich anstrengend, doch das kommt uns ja alles im Felde zustatten.


 .Linke Seite des Briefes:

Wann wir fortkommen weiß noch niemand. Wir wurden

dauernd getäuscht, so daß ich es nicht eher glaube, bis wir im Zug sitzen

und fahren. Gerüchte gehen dauernd herum. So sollen wir am Anfang

der nächsten Woche fortkommen. (Dienstag wahrscheinlich.) Wohin? Die

Einen wissen bestimmt nach Verdun, die Anderen bestimt Rußland,

Galizien und das Neueste was auch schon angefochten wird, Insel Alsen

(Dänemark) Seid deshalb aber nicht besorgt. Wenn's los geht schreibe ich.

Seid alle aufs herzlichste gegrüßt und geküßt

von Eurem Heinz



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  • May 6, 2017 12:02:31 Eva Anna Welles (AUT)

     .Mittlerer Teil des Briefes:

    Altengrabow, d. 29.6.16.

    Liebe Eltern!

    Vielen, herzlichen Dank für Eure lieben

    Zeilen vom 27., welche ich schon gestern abend

    erhielt. Da es auf Euch beruhigend wirkt, wenn

    Ihr Post aus Altengrabow bekommt, will ich gleich

    antworten. Gerne hätte ich gestern noch geschrieben,

    doch hatte ich da keine Zeit. Wir haben heute näm=

    lich schon wieder eine von den verflixten Regi=

    mentsübungen gemacht. 4 Uhr Wecken, 5 1/2 Uhr Abmarsch

    und um 2 Uhr Rückkehr. Gott sei Dank, es war nicht

    so warm, so daß nur ganz wenig Leute abgebaut haben.

    Am Schluß war wieder Parademarsch.

    Nach ca 1/2 Std. Bettruhe ging hatten wir Gewehrreinigen etc

    Am Mittwoch hatten wir eine große Regiments-Nachtübung

    zu der wir um 9 Uhr abends abrückten und faßt ohne

    Unterbrechung bis 3 1/4 Uhr morgens herummanövrierten.

    In der Dunkelheit  hatte d  hat unsere Kompagnie die

    Fühlung verloren, und so irrten wir faßt 3 Stunden


     .Rechte Seite des Briefes:

    in der dunklen Nacht umher um wieder Fühlung zu bekommen,

    was uns aber nicht gelang. Es war wieder eine tolle  Rennerei.

    Durch Heidekraut, hohes Gras, Büscheln und mans  mannshohen

    Ginster ging der Marsch in der dunkelheit. Gräben mußten wir

    natürlich auch passieren. Nachdem wir von 3 1/2 - 7 1/2 geschlafen haben,

    ging der Tagesdienst wieder los. Der Dienst ist also in letzter Zeit

    ziemlich anstrengend, doch das kommt uns ja alles im Felde zustatten.


     .Linke Seite des Briefes:

    Wann wir fortkommen weiß noch niemand. Wir wurden

    dauernd getäuscht, so daß ich es nicht eher glaube, bis wir im Zug sitzen

    und fahren. Gerüchte gehen dauernd herum. So sollen wir am Anfang

    der nächsten Woche fortkommen. (Dienstag wahrscheinlich.) Wohin? Die

    Einen wissen bestimmt nach Verdun, die Anderen bestimt Rußland,

    Galizien und das Neueste was auch schon angefochten wird, Insel Alsen

    (Dänemark) Seid deshalb aber nicht besorgt. Wenn's los geht schreibe ich.

    Seid alle aufs herzlichste gegrüßt und geküßt

    von Eurem Heinz



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