Feldpostbriefe und Feldpostkarten von Hauptmann Eugen Hahn aus Bösingen, item 142
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Angriff bei 4. Armee verboten. Gottlob. Weshalb so hetzen? Lieber warten und dann wieder feste.
19.1 V. Schnee und Frost. Hässliches Wetter. Bürotag.
22.IV. Bei Gren.K. <?> 119 haben die Engländer 5 Leute geschnappt. - War heute vorn beim K<?> 119 in seinem Stollen. Dann Art.besprechung. - 4 Uhr nachm. ziemlich kräftiger Bombenangriff auf Grevillers.
23.IV. Morgens schöner Tag. Fuhr nachm. zu einer Fliegerbeisetzung nach Bertincourt und dann mit Zöpp durch das Schlachtfeld vom Sommer 16. Frühjahr 17 und Frühjahr 18. Itres. Metz. Villers Plonich, Bekannte Namen. Alles hochinteressant. Von meinem Zimmer in Villers steht noch ein Hauseck und ein bissel Efeu. Sah viele Tanks und Spuren der Schlacht. Fuhr viele km durch völlige Wüste und Einöde, kein Lebewesen, keine Tiere. Alle Ortschaf-ten zerstört, keine Blüte, trotz Frühjahr. - Nachmittags und nachts 3 feste Bombenangriffe auf Grev. 2 Leute vom Stab verwundet. Stahls Waffenrock hat ein paar Risse. Mein Fenster ein Loch. Es ging alles sehr rasch und noch gut ab. Die Wasserverhältnisse sind doch ziemlich übel. Da alles zerstört ist. sind die paar Wasserstellen, die laufen, sehr wertvoll. Aber sie wer-den. auch die hiesige, immer mit Art. beschossen.
24.IV. Kräftiger Schreibtag bis tief in die Nacht. Der Herzog bekam etwas Nerven wegen der Bomben. Auch sonst trat der Wunsch nach Platzveränderung auf. Das ist nicht durchführ-bar. Aber wir können ja alle die Nächte im Stollen schlafen. Mir ist's egal. Ich bilde mehr das Ehrengefolge für ihn. dass es nicht so auffällt, wenn er den Marsch in die Tiefe antritt mit seinem Neffen.
25.IV. Regentag, also keine Flieger. Die Pariser sind vor dem Wilhelmgeschütz erst nicht bei Regen sicher. Heute Morgen Eimerbad, sonst gibt's bald Läuse! - Schaad muss wieder waschen. Weicher wird die Wäsche nicht.
Am I.V. in Ruhe! E.
1. Mai 1918 Liebe Eltern und Geschwister! Vielen herzlichen Dank für die lieben Briefe von Vater. Ernst und Trudel. Ich habe mich sehr gefreut, zu lesen, dass es Euch allen gut geht. Die Eltern werden nun nach den Grafenberger Tagen wieder in Ulm sein. Hedwig schrieb mir von einem beabsichtigten Besuch in Stuttgart. Das wäre ja arg nett, wenn sich das hätte rich-ten lassen. Dann habi Ihr sicher auch unsre eigene Wohnung in Heidehofstr. 19 gesehen. War denn das Wetter in Grafenberg auch so schlecht die letzten Wochen durch wie hier? Wir hat-ten immer Regen und Nebel I loffentlich wird es nun mit dem Mai immer besser. Wie weit ist es eigentlich mit der Blüte? Man verliert hier in dieser wüsten, tonlosen Einöde jeden Begriff für Naturfortschritt. Wir sehnen uns danach, auch mal wieder aus dem Baracken - und Trümmerleben heraus zu kommen in eine menschenwürdige Umgebung, vielleicht Mitte die-ses Monats Wir müssen schon noch einige Zeit hier aushalten. Wenn das Wetter mal längere Zeit besser war. kommen auch die Fortschritte wieder. Der Verteidigung kommt schlechtes Wetter stets zu statten. - Und diesen Monat soll nun das große Ereignis in Wiblingen vor sich gehen? Meine allerbesten Wünsche der lieben Trudel. Es wird ja sicher alles sehr gut gehen und ich freue mich schon jetzt auf den Trudelsbuben. -Gerhard ist ja jetzt eingestellt bei Regt. 127. Wenn ich Zeit habe werde ich ihn mal besu-chen <Ein |9j. Vetter, der im Mai bei Reims lallt. Sohn des Apothekers Max Lechler. Ulm,
Bruder der Muter>.
Hier schicke ich Euch unsem letzten Bericht. Hedwig hat ein Extrastück bekommen. Schickt bitte Euren falls Ihr wollt, eingeschrieben weiter. Wie gehts denn in Reichenau? Hat Helle ihre Reise ausgefuhrt? Was schreibt Karl? - Euch allen viele herzliche Grüße auch in die Apotheke. Euer Eugen.
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Bösingen
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Story location Bösingen
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- 6555 / 78035
- Contributor
- Sibylle Schreiber
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- Trench Life

























































































































































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