Erinnerungen des Grenadiers Otto Reipert an den Weltkrieg, item 32

Edit transcription:
...
Transcription saved
Enhance your transcribing experience by using full-screen mode

Transcription

You have to be logged in to transcribe. Please login or register and click the pencil-button again

 ..linke Seite. 59.

die Stiefel und Fußlappen von

den Beinen herunter geschnitten

werden mußte [sic] , da sonst der Brand

 in den Füßen gekommen wäre.


Die Verluste, die wir hatten, konnten

aber durch den Ersatz, den wir

bekamen nicht gedeckt werden, sodaß

die Komp. meist nur bis zu 70

Prozent besetzt war. Aber es ging

uns nicht nur allein so, sondern allen

Regimentern, die bei Verdun

eingesetzt waren. Die Verluste waren

überall größer, als Ersatz nachgeschickt

werden konnte.

In der Zeit, wo wir nicht in

der vordersten Stellung waren, lagen

wir entweder in Bereitschafts-

Stellung, das ist gewöhnlich immer der

zweite Graben, oder in Reserve-

Stellung, was auch nie ohne Verluste

abging, weil der zweite Graben

meist mit schwere [sic] Minen und die

Reserve-Stellung Tag und Nacht mit

Artellerie [sic] beschossen wurden.

 ..rechte Seite. 60.

Für die Kameraden nun, die in der

Reserve-Stellung gefallen sind, haben

wir am Berg-Abhang einen kleinen

Friedhof angelegt, wo schon 26 Kameraden,

ein Teil davon aus Neukölln,

für immer ihre Ruhe gefunden haben.

Ein jeder bekam sein Holzkreuz und

seinen Helm. Den Hügel haben wir

mit Steine [sic] markiert. Aber auch sie

sollten noch nicht die letzte, verdiente

Ruhe haben, denn 2 schwere Geschosse

schlugen ein, und rissen ein Loch, so

groß, wie der ganze Friedhof war.

Natürlich wurde dabei alles was

auf und unter der Erde lag, Gott

weiß wohin geschleudert. In dieser

Reserve Stellung waren nicht einmal

die Toten sicher untergebracht. Jeden

Tag kam es vor, das [sic] ein Volltreffer

in einem Lehmloch, genannt Unterstand

einschlug, und alles was darinnen

war, vernichtete. Mit noch

einem Kameraden lag ich einen

Vormittag in einem solchen Erdloch,

als mit einem male [sic], die ganze


Transcription saved

 ..linke Seite. 59.

die Stiefel und Fußlappen von

den Beinen herunter geschnitten

werden mußte [sic] , da sonst der Brand

 in den Füßen gekommen wäre.


Die Verluste, die wir hatten, konnten

aber durch den Ersatz, den wir

bekamen nicht gedeckt werden, sodaß

die Komp. meist nur bis zu 70

Prozent besetzt war. Aber es ging

uns nicht nur allein so, sondern allen

Regimentern, die bei Verdun

eingesetzt waren. Die Verluste waren

überall größer, als Ersatz nachgeschickt

werden konnte.

In der Zeit, wo wir nicht in

der vordersten Stellung waren, lagen

wir entweder in Bereitschafts-

Stellung, das ist gewöhnlich immer der

zweite Graben, oder in Reserve-

Stellung, was auch nie ohne Verluste

abging, weil der zweite Graben

meist mit schwere [sic] Minen und die

Reserve-Stellung Tag und Nacht mit

Artellerie [sic] beschossen wurden.

 ..rechte Seite. 60.

Für die Kameraden nun, die in der

Reserve-Stellung gefallen sind, haben

wir am Berg-Abhang einen kleinen

Friedhof angelegt, wo schon 26 Kameraden,

ein Teil davon aus Neukölln,

für immer ihre Ruhe gefunden haben.

Ein jeder bekam sein Holzkreuz und

seinen Helm. Den Hügel haben wir

mit Steine [sic] markiert. Aber auch sie

sollten noch nicht die letzte, verdiente

Ruhe haben, denn 2 schwere Geschosse

schlugen ein, und rissen ein Loch, so

groß, wie der ganze Friedhof war.

Natürlich wurde dabei alles was

auf und unter der Erde lag, Gott

weiß wohin geschleudert. In dieser

Reserve Stellung waren nicht einmal

die Toten sicher untergebracht. Jeden

Tag kam es vor, das [sic] ein Volltreffer

in einem Lehmloch, genannt Unterstand

einschlug, und alles was darinnen

war, vernichtete. Mit noch

einem Kameraden lag ich einen

Vormittag in einem solchen Erdloch,

als mit einem male [sic], die ganze



Transcription history
  • June 2, 2018 18:36:51 Beate Jochem

     ..linke Seite. 59.

    die Stiefel und Fußlappen von

    den Beinen herunter geschnitten

    werden mußte [sic] , da sonst der Brand

     in den Füßen gekommen wäre.


    Die Verluste, die wir hatten, konnten

    aber durch den Ersatz, den wir

    bekamen nicht gedeckt werden, sodaß

    die Komp. meist nur bis zu 70

    Prozent besetzt war. Aber es ging

    uns nicht nur allein so, sondern allen

    Regimentern, die bei Verdun

    eingesetzt waren. Die Verluste waren

    überall größer, als Ersatz nachgeschickt

    werden konnte.

    In der Zeit, wo wir nicht in

    der vordersten Stellung waren, lagen

    wir entweder in Bereitschafts-

    Stellung, das ist gewöhnlich immer der

    zweite Graben, oder in Reserve-

    Stellung, was auch nie ohne Verluste

    abging, weil der zweite Graben

    meist mit schwere [sic] Minen und die

    Reserve-Stellung Tag und Nacht mit

    Artellerie [sic] beschossen wurden.

     ..rechte Seite. 60.

    Für die Kameraden nun, die in der

    Reserve-Stellung gefallen sind, haben

    wir am Berg-Abhang einen kleinen

    Friedhof angelegt, wo schon 26 Kameraden,

    ein Teil davon aus Neukölln,

    für immer ihre Ruhe gefunden haben.

    Ein jeder bekam sein Holzkreuz und

    seinen Helm. Den Hügel haben wir

    mit Steine [sic] markiert. Aber auch sie

    sollten noch nicht die letzte, verdiente

    Ruhe haben, denn 2 schwere Geschosse

    schlugen ein, und rissen ein Loch, so

    groß, wie der ganze Friedhof war.

    Natürlich wurde dabei alles was

    auf und unter der Erde lag, Gott

    weiß wohin geschleudert. In dieser

    Reserve Stellung waren nicht einmal

    die Toten sicher untergebracht. Jeden

    Tag kam es vor, das [sic] ein Volltreffer

    in einem Lehmloch, genannt Unterstand

    einschlug, und alles was darinnen

    war, vernichtete. Mit noch

    einem Kameraden lag ich einen

    Vormittag in einem solchen Erdloch,

    als mit einem male [sic], die ganze


  • June 2, 2018 18:36:39 Beate Jochem

     ..linke Seite. 59.

    die Stiefel und Fußlappen von

    den Beinen herunter geschnitten

    werden mußte [sic] , da sonst der Brand

     in den Füßen gekommen wäre.


    Die Verluste, die wir hatten, konnten

    aber durch den Ersatz, den wir

    bekamen nicht gedeckt werden, sodaß

    die Komp. meist nur bis zu 70

    Prozent besetzt war. Aber es ging

    uns nicht nur allein so, sondern allen

    Regimentern, die bei Verdun

    eingesetzt waren. Die Verluste waren

    überall größer, als Ersatz nachgeschickt

    werden konnte.

    In der Zeit, wo wir nicht in

    der vordersten Stellung waren, lagen

    wir entweder in Bereitschafts-

    Stellung, das ist gewöhnlich immer der

    zweite Graben, oder in Reserve-

    Stellung, was auch nie ohne Verluste

    abging, weil der zweite Graben

    meist mit schwere [sic] Minen und die

    Reserve-Stellung Tag und Nacht mit

    Artellerie [sic] beschossen wurden.

     ..rechte Seite. 60.

    Für die Kameraden nun, die in der

    Reserve-Stellung gefallen sind, haben

    wir am Berg-Abhang einen kleinen

    Friedhof angelegt, wo schon 26 Kameraden,

    ein Teil davon aus Neukölln,

    für immer ihre Ruhe gefunden haben.

    Ein jeder bekam sein Holzkreuz und

    seinen Helm. Den Hügel haben wir

    mit Steine [sic] markiert. Aber auch sie

    sollten noch nicht die letzte, verdiente

    Ruhe haben, denn 2 schwere Geschosse

    schlugen ein, und rissen ein Loch, so

    groß, wie der ganze Friedhof war.

    Natürlich wurde dabei alles was

    auf und unter der Erde lag, Gott

    weiß wohin geschleudert. In dieser

    Reserve Stellung waren nicht einmal

    die Toten sicher untergebracht. Jeden

    Tag kam es vor, das [sic] ein Volltreffer

    in einem Lehmloch, genannt Unterstand

    einschlug, und alles was darinnen

    war, vernichtete. Mit noch

    einem Kameraden lag ich einen

    Vormittag in einem solchen Erdloch,

    als mit einem male, die ganze



  • June 2, 2018 18:28:21 Beate Jochem

     ..linke Seite. 59.

    die Stiefel und Fußlappen von

    den Beinen herunter geschnitten

    werden mußte [sic] , da sonst der Brand

     in den Füßen gekommen wäre.


    Die Verluste, die wir hatten, konnten

    aber durch den Ersatz, den wir

    bekamen nicht gedeckt werden, sodaß

    die Komp. meist nur bis zu 70

    Prozent besetzt war. Aber es ging

    uns nicht nur allein so, sondern allen

    Regimentern, die bei Verdun

    eingesetzt waren. Die Verluste waren

    überall größer, als Ersatz nachgeschickt

    werden konnte.

    In der Zeit, wo wir nicht in

    der vordersten Stellung waren, lagen

    wir entweder in Bereitschafts-

    Stellung, das ist gewöhnlich immer der

    zweite Graben, oder in Reserve-

    Stellung, was auch nie ohne Verluste

    abging, weil der zweite Graben

    meist mit schwere [sic] Minen und die

    Reserve-Stellung Tag und Nacht mit

    Artellerie [sic] beschossen wurden.

     ..rechte Seite. 60.

    Fr die Kameraden nun, die in der

    Reserve-Stellung gefallen sind, haben

    wir am Berg-Abhang einen kleinen

    Friedhof angelegt, wo schon 26 Kame-

    raden, ein Teil davon aus Neukölln

    für immer ihre Ruhe gefunden haben.

    Ein jeder bekam sein Holzkreuz und

    seinen Helm. Den Hügel haben wir

    mit Steine markiert. Aber auch sie

    sollten noch nicht die letzte, verdiente

    Ruhe haben, denn 2 schwere Geschosse

    schlugen ein, und rissen ein Loch, so

    groß, wie der ganze Friedhof war.

    Natürlich wurde dabei alles was

    auf und unter der Erde lag, Gott

    weiß wohin geschleudert. In dieser

    Reserve Stellung waren nicht einmal

    die Toten sicher untergebracht. Jeden

    Tag kam es vor, das ein Volltref-

    fer in einem Lehmloch, genannt Un-

    terstand einschlug, und alles wa da-

    rinnen war, vernichtete. Mit noch

    einem Kameraden lag ich einen

    Vormittag in einem solchen Erdloch,

    als mit einem male, die ganze



  • October 10, 2017 20:36:04 Christian George

     ..linke Seite. 59.

    die Stiefel und Fußlappen von

    den Beinen herunter geschnitten

    werden mußte, da sonst der Brand

     in den Füßen gekommen wäre.


    Die Verluste, die wir hatten, konn-

    ten aber durch den Ersatz, den wir

    bekamen nicht gedeckt werdenm so-

    daß die Komp. meist nur bis zu 70

    Prozent besetzt war. Aber es ging

    uns nicht nur allein so, sondern allen

     Regimentern, die bei Verdun

    eingesetzt waren. Die Verluste wa-

    ren überall größer, als Ersatz nach-

    geschickt werden konnte.

    In der Zeit, wo wir nicht in

    der vordersten Stellung waren, la-

    gen in entweder in Bereitschafts-

    Stellung, das ist gewöhnlich immer der

    zweite Graben, oder in Reserve-

    Stellung, was auch nie ohne Verluste

    abging, weil der zweite Graben

    meist mit schwere Minen und die

    Reserve-Stellung Tag und Nacht mit

    Artellerie beschossen wurden.

     ..rechte Seite. 60.

    Fr die Kameraden nun, die in der

    Reserve-Stellung gefallen sind, haben

    wir am Berg-Abhang einen kleinen

    Friedhof angelegt, wo schon 26 Kame-

    raden, ein Teil davon aus Neukölln

    für immer ihre Ruhe gefunden haben.

    Ein jeder bekam sein Holzkreuz und

    seinen Helm. Den Hügel haben wir

    mit Steine markiert. Aber auch sie

    sollten noch nicht die letzte, verdiente

    Ruhe haben, denn 2 schwere Geschosse

    schlugen ein, und rissen ein Loch, so

    groß, wie der ganze Friedhof war.

    Natürlich wurde dabei alles was

    auf und unter der Erde lag, Gott

    weiß wohin geschleudert. In dieser

    Reserve Stellung waren nicht einmal

    die Toten sicher untergebracht. Jeden

    Tag kam es vor, das ein Volltref-

    fer in einem Lehmloch, genannt Un-

    terstand einschlug, und alles wa da-

    rinnen war, vernichtete. Mit noch

    einem Kameraden lag ich einen

    Vormittag in einem solchen Erdloch,

    als mit einem male, die ganze



  • October 9, 2017 18:37:15 Christian George

     ..linke Seite. 59.

    die Stiefel und Fußlappen von

    den Beinen herunter geschnitten

    werden mußte, da sonst der Brand

     in den Füßen gekommen wäre.


Description

Save description
  • 49.21491409999999||5.43185189999997||

    Erstürmung des Forts Douaumont am 20. Mai 1916

    ||1
Location(s)
  • Story location Erstürmung des Forts Douaumont am 20. Mai 1916
Login and add location


ID
12558 / 158682
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Günter Reipert
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


Login to edit the languages
  • Deutsch

Login to edit the fronts
  • Western Front

Login to add keywords
  • Artillery
  • Remembrance
  • Trench Life

Login and add links

Notes and questions

Login to leave a note