Prolog zur Weihnachtsfeier – von Inf. Hugo Fürst, item 1

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Weihnachten im Felde 1916

Prolog zur Weihnachtsfeier der 12. Komp. b. L. I. Rgt. 8 in den Vogesen am 28. Dezember 1916

verfasst und vorgetragen von Inf. Hugo Fürst

Weihnachten 1916

Noch hat der Kriegsgott das Wort um zu walten,
Noch steh'n wir im Felde die Stellung zu halten,
Nur noch zwei Tage! - und abgelöst ... -
Dann feiern wir unser Weihnachtsfest.
So dachte wohl jeder von uns im Stillen,
Sah heimlich schon seinen Wunsch sich erfüllen,
Wir waren ja immer begünstigt vom Glück -
Und kehrten fast stets ohne Verluste zurück! -
Warum nicht auch diesmal !? -
Wir träumten! - denn zu unserem Schrecken,
Die rauhe Wirklichkeit ist in ihrem Erwecken!
Ein Zischen - ein Fauchen - ein Donnern - ein Rollen - 
Es prasseln Geschosse auf Graben und Stollen;
Der Feind - er will uns die Freude nicht gönnen,
Drum lässt er uns seine Stimme ertönen ...
Man eilt in Deckung - das Leben zu retten,
Um den Fein ungeschwächt gegenüber zutreten,
Wenn Befehl zur Verteidigung uns wird gegeben,
Zu halten die Stellung mit eigenem Leben. -
Geschoss auf Geschoss - schlägt an - schlägt nieder -,
Die Luft wird zu Gas - heult klägliche Lieder -,
Gleich einem Sturm - folgt Schlag auf Schlag -,
Was wird uns wohl für ein Weihnachtstag?...
Bang frägt sich jetzt jeder!
Da! ein furchtbarer Einschlag! - ein unheimlich Rollen ...
Der Schuss traf zu gut - er galt einem Stollen! - 
Kammeraden verschüttet?! - mit Erdreich begossen!! -
Kammeraden von uns! - sind eingeschlossen ! ! -
Und während die schweren Geschütze erdröhnen - 
Schwingt sich in den Rytmen ein Wimmern - ein Stöhnen ...
Wo liegen die Braven in finsterer Nacht ...
Zusammengepresst im dunklen Schacht?...

Sind sie noch am Leben: nur der Weg verriegelt - ...
Ein qualvoller Tod wäre ihnen besiegelt! -
Ein Liebeswerk ist es - jetzt zu vollenden,
Der Hauptmann befiehlt's das Schicksal zu wenden?! - 
Und sollten sie liegen in schwersten Ketten,
Es gilt jetzt unsere Kameraden zu retten!! -
Leider vergebens! - die Mühe und Plage ... -
Man brachte nur noch die Toten zu Tage! -
Umsonst waren all die fleissigen Hände -
Feldgrauer Krieger - es ging zu Ende ! ! -
Die Kriegsfurie hielt ihre Beute in Krallen - 
Auf dem Felde der Ehre sind sie alle gefallen ! ! -
Erschlagen - erdrückt - im unterirdischer Schicht ...
Keiner mehr sah den Tag und das Licht! ! -
Witwen und Waisen sind nun die Deinen,
Welche den Gatten - den Vater - beweinen - 
Bereitet war ihnen ein frühes Grab! -
8 Särge ! - sie rollen in's Tal hinab ...
Am Waldessaum die Kreuze in weiss -
Umrankt - geschmückt - von Tannenreis ...
Da ruhen sie in ewigen Frieden -,
Die Prüfung so schwer ist allen beschieden!
Der Tapferen - Tod - er brachte den Seinen -
Die Weihnachts-Nacht - in Nacht des Weinen ! ! -
Der Feind! In furchtbarer Rache gehandelt! -
Hat unsere Freude - in Trauer verwandelt! -
Drum wollen wir schwören in jetziger Stund' -
Es klinge der Schwur von Munde zu Mund -,
Ausharren - standhalten - kämpfen und siegen! --
Bis all' unsere Feinde unterliegen -.
Und hoffen - und wünschen - es sei uns beschieden,
Für unsere Opfer - ein dauernder Frieden ! !


Nachdruck verboten

Seb. Maier, München, Sedlingerstr. 36

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Weihnachten im Felde 1916

Prolog zur Weihnachtsfeier der 12. Komp. b. L. I. Rgt. 8 in den Vogesen am 28. Dezember 1916

verfasst und vorgetragen von Inf. Hugo Fürst

Weihnachten 1916

Noch hat der Kriegsgott das Wort um zu walten,
Noch steh'n wir im Felde die Stellung zu halten,
Nur noch zwei Tage! - und abgelöst ... -
Dann feiern wir unser Weihnachtsfest.
So dachte wohl jeder von uns im Stillen,
Sah heimlich schon seinen Wunsch sich erfüllen,
Wir waren ja immer begünstigt vom Glück -
Und kehrten fast stets ohne Verluste zurück! -
Warum nicht auch diesmal !? -
Wir träumten! - denn zu unserem Schrecken,
Die rauhe Wirklichkeit ist in ihrem Erwecken!
Ein Zischen - ein Fauchen - ein Donnern - ein Rollen - 
Es prasseln Geschosse auf Graben und Stollen;
Der Feind - er will uns die Freude nicht gönnen,
Drum lässt er uns seine Stimme ertönen ...
Man eilt in Deckung - das Leben zu retten,
Um den Fein ungeschwächt gegenüber zutreten,
Wenn Befehl zur Verteidigung uns wird gegeben,
Zu halten die Stellung mit eigenem Leben. -
Geschoss auf Geschoss - schlägt an - schlägt nieder -,
Die Luft wird zu Gas - heult klägliche Lieder -,
Gleich einem Sturm - folgt Schlag auf Schlag -,
Was wird uns wohl für ein Weihnachtstag?...
Bang frägt sich jetzt jeder!
Da! ein furchtbarer Einschlag! - ein unheimlich Rollen ...
Der Schuss traf zu gut - er galt einem Stollen! - 
Kammeraden verschüttet?! - mit Erdreich begossen!! -
Kammeraden von uns! - sind eingeschlossen ! ! -
Und während die schweren Geschütze erdröhnen - 
Schwingt sich in den Rytmen ein Wimmern - ein Stöhnen ...
Wo liegen die Braven in finsterer Nacht ...
Zusammengepresst im dunklen Schacht?...

Sind sie noch am Leben: nur der Weg verriegelt - ...
Ein qualvoller Tod wäre ihnen besiegelt! -
Ein Liebeswerk ist es - jetzt zu vollenden,
Der Hauptmann befiehlt's das Schicksal zu wenden?! - 
Und sollten sie liegen in schwersten Ketten,
Es gilt jetzt unsere Kameraden zu retten!! -
Leider vergebens! - die Mühe und Plage ... -
Man brachte nur noch die Toten zu Tage! -
Umsonst waren all die fleissigen Hände -
Feldgrauer Krieger - es ging zu Ende ! ! -
Die Kriegsfurie hielt ihre Beute in Krallen - 
Auf dem Felde der Ehre sind sie alle gefallen ! ! -
Erschlagen - erdrückt - im unterirdischer Schicht ...
Keiner mehr sah den Tag und das Licht! ! -
Witwen und Waisen sind nun die Deinen,
Welche den Gatten - den Vater - beweinen - 
Bereitet war ihnen ein frühes Grab! -
8 Särge ! - sie rollen in's Tal hinab ...
Am Waldessaum die Kreuze in weiss -
Umrankt - geschmückt - von Tannenreis ...
Da ruhen sie in ewigen Frieden -,
Die Prüfung so schwer ist allen beschieden!
Der Tapferen - Tod - er brachte den Seinen -
Die Weihnachts-Nacht - in Nacht des Weinen ! ! -
Der Feind! In furchtbarer Rache gehandelt! -
Hat unsere Freude - in Trauer verwandelt! -
Drum wollen wir schwören in jetziger Stund' -
Es klinge der Schwur von Munde zu Mund -,
Ausharren - standhalten - kämpfen und siegen! --
Bis all' unsere Feinde unterliegen -.
Und hoffen - und wünschen - es sei uns beschieden,
Für unsere Opfer - ein dauernder Frieden ! !


Nachdruck verboten

Seb. Maier, München, Sedlingerstr. 36


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  • December 13, 2016 21:51:42 Frank Drauschke (F&F)

    Weihnachten im Felde 1916

    Prolog zur Weihnachtsfeier der 12. Komp. b. L. I. Rgt. 8 in den Vogesen am 28. Dezember 1916

    verfasst und vorgetragen von Inf. Hugo Fürst

    Weihnachten 1916

    Noch hat der Kriegsgott das Wort um zu walten,
    Noch steh'n wir im Felde die Stellung zu halten,
    Nur noch zwei Tage! - und abgelöst ... -
    Dann feiern wir unser Weihnachtsfest.
    So dachte wohl jeder von uns im Stillen,
    Sah heimlich schon seinen Wunsch sich erfüllen,
    Wir waren ja immer begünstigt vom Glück -
    Und kehrten fast stets ohne Verluste zurück! -
    Warum nicht auch diesmal !? -
    Wir träumten! - denn zu unserem Schrecken,
    Die rauhe Wirklichkeit ist in ihrem Erwecken!
    Ein Zischen - ein Fauchen - ein Donnern - ein Rollen - 
    Es prasseln Geschosse auf Graben und Stollen;
    Der Feind - er will uns die Freude nicht gönnen,
    Drum lässt er uns seine Stimme ertönen ...
    Man eilt in Deckung - das Leben zu retten,
    Um den Fein ungeschwächt gegenüber zutreten,
    Wenn Befehl zur Verteidigung uns wird gegeben,
    Zu halten die Stellung mit eigenem Leben. -
    Geschoss auf Geschoss - schlägt an - schlägt nieder -,
    Die Luft wird zu Gas - heult klägliche Lieder -,
    Gleich einem Sturm - folgt Schlag auf Schlag -,
    Was wird uns wohl für ein Weihnachtstag?...
    Bang frägt sich jetzt jeder!
    Da! ein furchtbarer Einschlag! - ein unheimlich Rollen ...
    Der Schuss traf zu gut - er galt einem Stollen! - 
    Kammeraden verschüttet?! - mit Erdreich begossen!! -
    Kammeraden von uns! - sind eingeschlossen ! ! -
    Und während die schweren Geschütze erdröhnen - 
    Schwingt sich in den Rytmen ein Wimmern - ein Stöhnen ...
    Wo liegen die Braven in finsterer Nacht ...
    Zusammengepresst im dunklen Schacht?...

    Sind sie noch am Leben: nur der Weg verriegelt - ...
    Ein qualvoller Tod wäre ihnen besiegelt! -
    Ein Liebeswerk ist es - jetzt zu vollenden,
    Der Hauptmann befiehlt's das Schicksal zu wenden?! - 
    Und sollten sie liegen in schwersten Ketten,
    Es gilt jetzt unsere Kameraden zu retten!! -
    Leider vergebens! - die Mühe und Plage ... -
    Man brachte nur noch die Toten zu Tage! -
    Umsonst waren all die fleissigen Hände -
    Feldgrauer Krieger - es ging zu Ende ! ! -
    Die Kriegsfurie hielt ihre Beute in Krallen - 
    Auf dem Felde der Ehre sind sie alle gefallen ! ! -
    Erschlagen - erdrückt - im unterirdischer Schicht ...
    Keiner mehr sah den Tag und das Licht! ! -
    Witwen und Waisen sind nun die Deinen,
    Welche den Gatten - den Vater - beweinen - 
    Bereitet war ihnen ein frühes Grab! -
    8 Särge ! - sie rollen in's Tal hinab ...
    Am Waldessaum die Kreuze in weiss -
    Umrankt - geschmückt - von Tannenreis ...
    Da ruhen sie in ewigen Frieden -,
    Die Prüfung so schwer ist allen beschieden!
    Der Tapferen - Tod - er brachte den Seinen -
    Die Weihnachts-Nacht - in Nacht des Weinen ! ! -
    Der Feind! In furchtbarer Rache gehandelt! -
    Hat unsere Freude - in Trauer verwandelt! -
    Drum wollen wir schwören in jetziger Stund' -
    Es klinge der Schwur von Munde zu Mund -,
    Ausharren - standhalten - kämpfen und siegen! --
    Bis all' unsere Feinde unterliegen -.
    Und hoffen - und wünschen - es sei uns beschieden,
    Für unsere Opfer - ein dauernder Frieden ! !


    Nachdruck verboten

    Seb. Maier, München, Sedlingerstr. 36

  • Weihnachten im Felde 1916

    Prolog zur Weihnachtsfeier der 12. Komp. b. L. I. Rgt. 8 in den Vogesen am 28. Dezember 1916

    verfasst und vorgetragen von Inf. Hugo Fürst

    Weihnachten 1916


    Noch hat der Kriegsgott das Wort um zu walten,
    Noch steh'n wir im Felde die Stellung zu halten,
    Nur noch zwei Tage! - und abgelöst ... -
    Dann feiern wir unser Weihnachtsfest.
    So dachte wohl jeder von uns im Stillen,
    Sah heimlich schon seinen Wunsch sich erfüllen,
    Wir waren ja immer begünstigt vom Glück -
    Und kehrten fast stehts ohne Verluste zurück! -
    Warum nicht auch diesmal !? -
    Wir träumten! - denn zu unserem Schrecken,
    Die rauhe Wirklichkeit ist in ihrem Erwecken!
    Ein Zischen - ein Fauchen - ein Donnern - ein Rollen - 
    Es prasseln Geschosse auf Graben und Stollen;
    Der Feind - er will uns die Freude nicht gönnen,
    Drum lässt er uns seine Stimme ertönen ...
    Man eilt in Deckung - das Leben zu retten,
    Um den Fein ungeschwächt gegenüber zu treten,
    Wenn Befehl zur Verteidigung uns wird gegeben,
    Zu halten die Stellung mit eigenem Leben. -
    Geschoss auf Geschoss - schlägt an - schlägt nieder -,
    Die Luft wird zu Gas - heult klägliche Lieder -,
    Gleich einem Sturm - folgt Schlag auf Schlag -,
    Was wird uns wohl für ein Weihnachtstag?...
    Bang frägt sich jetzt jeder!
    Da! ein furchtbarer Einschlag! - ein unheimlich Rollen ...
    Der Schuss traf zu gut - er galt einem Stollen! - 
    Kammeraden verschüttet?! - mit Erdreich begossen!! -
    Kammeraden von uns! - sind eingeschlossen ! ! -
    Und während die schweren Geschütze erdröhnen - 
    Schwingt sich in den Rytmen ein Wimmern - ein Stöhnen ...
    Wo liegen die Braven in finsterer Nacht ...
    Zusammengepresst im dunklen Schacht?...

    Sind sie noch am Leben: nur der Weg verriegelt - ...
    Ein qualvoller Tod wäre ihnen besiegelt! -
    Ein Liebeswerk ist es - jetzt zu vollenden,
    Der Hauptmann befiehlt's das Schicksal zu wenden?! - 
    Und sollten sie liegen in schwersten Ketten,
    Es gilt jetzt unsere Kameraden zu retten!! -
    Leider vergebens! - die Mühe und Plage ... -
    Man brachte nur noch die Toten zu Tage! -
    Umsonst waren all die fleissigen Hände -
    Feldgrauer Krieger - es ging zu Ende ! ! -
    Die Kriegsfurie hielt ihre Beute in Krallen - 
    Auf dem Felde der Ehre sind sie alle gefallen ! ! -
    Erschlagen - erdrückt - im unterirdischer Schicht ...
    Keiner mehr sah den Tag und das Licht! ! -
    Witwen und Waisen sind nun die Deinen,
    Welche den Gatten - den Vater - beweinen - 
    Bereitet war ihnen ein frühes Grab! -
    8 Särge ! - sie rollen in's Tal hinab ...
    Am Waldessaum die Kreuze in weiss -
    Umrankt - geschmückt - von Tannenreis ...
    Da ruhen sie in ewigen Frieden -,
    Die Prüfung so schwer ist allen beschieden!
    Der Tapheren - Tod - er brachte den Seinen -
    Die Weihnachts-Nacht - in Nacht des Weinen ! ! -
    Der Fein! In furchtbarer Rache gehandelt! -
    Hat unsere Freude - in Trauer verwandelt! -
    Drum wollen wir schwören in jetziger Stund' -
    Es klinge der Schwur von Munde zu Mund -,
    Ausharren - standhalten - kämpfen und siegen! --
    Bis all' unsere Feinde unterliegen -.
    Und hoffen - und wünschen - es sei uns beschieden,
    Für unsere Opfer - ein dauernder Frieden ! !


  • Weihnachten im Felde 1916

    Prolog zur Weihnachtsfeier der 12. Komp. b. L. I. Rgt. 8 in den Vogesen am 28. Dezember 1916

    verfasst und vorgetragen von Inf. Hugo Fürst

    Weihnachten 1916


    Noch hat der Kriegsgott das Wort um zu walten,
    Noch steh'n wir im Felde die Stellung zu halten,

    Nur noch zwei Tage! - und abgelöst ... -

    Dann feiern wir unser Weihnachtsfest.

    So dachte wohl jeder von uns im Stillen,

    Sah heimlich schon seinen Wunsch sich erfüllen,

    Wir waren ja immer begünstigt vom Glück -

    Und kehrten fast stehts ohne Verluste zurück! -

    Warum nicht auch diesmal !? -

    Wir träumten! - denn zu unserem Schrecken,

    Die rauhe Wirklichkeit ist in ihrem Erwecken!

    Ein Zischen - ein Fauchen - ein Donnern - ein Rollen - 

    Es prasseln Geschosse auf Graben und Stollen;

    Der Feind - er will uns die Freude nicht gönnen,

    Drum lässt er uns seine Stimme ertönen ...

    Man eilt in Deckung - das Leben zu retten,

    Um den Fein ungeschwächt gegenüber zu treten,

    Wenn Befehl zur Verteidigung uns wird gegeben,

    Zu halten die Stellung mit eigenem Leben. -

    Geschoss auf Geschoss - schlägt an - schlägt nieder -,

    Die Luft wird zu Gas - heult klägliche Lieder -,

    Gleich einem Sturm - folgt Schlag auf Schlag -,

    Was wird uns wohl für ein Weihnachtstag?...

    Bang frägt sich jetzt jeder!

    Da! ein furchtbarer Einschlag! - ein unheimlich Rollen ...

    Der Schuss traf zu gut - er galt einem Stollen! - 

    Kammeraden verschüttet?! - mit Erdreich begossen!! -

    Kammeraden von uns! - sind eingeschlossen ! ! -

    Und während die schweren Geschütze erdröhnen - 

    Schwingt sich in den Rytmen ein Wimmern - ein Stöhnen ...

    Wo liegen die Braven in finsterer Nacht ...

    Zusammengepresst im dunklen Schacht?...

    Sind sie noch am Leben: nur der Weg verriegelt - ...

    Ein qualvoller Tod wäre ihnen besiegelt! -

    Ein Liebeswerk ist es - jetzt zu vollenden,

    Der Hauptmann befiehlt's das Schicksal zu wenden?! - 

    Und sollten sie liegen in schwersten Ketten,

    Es gilt jetzt unsere Kameraden zu retten!! -

    Leider vergebens! - die Mühe und Plage ... -

    Man brachte nur noch die Toten zu Tage! -

    Umsonst waren all die fleissigen Hände -

    Feldgrauer Krieger - es ging zu Ende ! ! -

    Die Kriegsfurie hielt ihre Beute in Krallen - 

    Auf dem Felde der Ehre sind sie alle gefallen ! ! -
    Erschlagen - erdrückt - im unterirdischer Schicht ...
    Keiner mehr sah den Tag und das Licht! ! -
    Witwen und Waisen sind nun die Deinen,
    Welche den Gatten - den Vater - beweinen - 
    Bereitet war ihnen ein frühes Grab! -
    8 Särge ! - sie rollen in's Tal hinab ...
    Am Waldessaum die Kreuze in weiss -
    Umrankt - geschmückt - von Tannenreis ...
    Da ruhen sie in ewigen Frieden -,
    Die Prüfung so schwer ist allen beschieden!
    Der Tapheren - Tod - er brachte den Seinen -
    Die Weihnachts-Nacht - in Nacht des Weinen ! ! -
    Der Fein! In furchtbarer Rache gehandelt! -
    Hat unsere Freude - in Trauer verwandelt! -
    Drum wollen wir schwören in jetziger Stund' -
    Es klinge der Schwur von Munde zu Mund -,
    Ausharren - standhalten - kämpfen und siegen! --
    Bis all' unsere Feinde unterliegen -.
    Und hoffen - und wünschen - es sei uns beschieden,
    Für unsere Opfer - ein dauernder Frieden ! !


  • Weihnachten im Felde 1916

    Prolog zur Weihnachtsfeier der 12. Komp. b. L. I. Rgt. 8 in den Vogesen am 28. Dezember 1916

    verfasst und vorgetragen von Inf. Hugo Fürst

    Weihnachten 1916


    Noch hat der Kriegsgott das Wort um zu walten,

    Noch steh'n wir im Felde die Stellung zu halten,

    Nur noch zwei Tage! - und abgelöst ... -

    Dann feiern wir unser Weihnachtsfest.

    So dachte wohl jeder von uns im Stillen,

    Sah heimlich schon seinen Wunsch sich erfüllen,

    Wir waren ja immer begünstigt vom Glück -

    Und kehrten fast stehts ohne Verluste zurück! -

    Warum nicht auch diesmal !? -

    Wir träumten! - denn zu unserem Schrecken,

    Die rauhe Wirklichkeit ist in ihrem Erwecken!

    Ein Zischen - ein Fauchen - ein Donnern - ein Rollen - 

    Es prasseln Geschosse auf Graben und Stollen;

    Der Feind - er will uns die Freude nicht gönnen,

    Drum lässt er uns seine Stimme ertönen ...

    Man eilt in Deckung - das Leben zu retten,

    Um den Fein ungeschwächt gegenüber zu treten,

    Wenn Befehl zur Verteidigung uns wird gegeben,

    Zu halten die Stellung mit eigenem Leben. -

    Geschoss auf Geschoss - schlägt an - schlägt nieder -,

    Die Luft wird zu Gas - heult klägliche Lieder -,

    Gleich einem Sturm - folgt Schlag auf Schlag -,

    Was wird uns wohl für ein Weihnachtstag?...

    Bang frägt sich jetzt jeder!

    Da! ein furchtbarer Einschlag! - ein unheimlich Rollen ...

    Der Schuss traf zu gut - er galt einem Stollen! - 

    Kammeraden verschüttet?! - mit Erdreich begossen!! -

    Kammeraden von uns! - sind eingeschlossen ! ! -

    Und während die schweren Geschütze erdröhnen - 

    Schwingt sich in den Rytmen ein Wimmern - ein Stöhnen ...

    Wo liegen die Braven in finsterer Nacht ...

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    Noch steh'n wir im Felde die Stellung zu halten,

    Nur noch zwei Tage! - und abgelöst ... -

    Dann feiern wir unser Weihnachtsfest.

    So dachte wohl jeder von uns im Stillen,

    Sah heimlich schon seinen Wunsch sich erfüllen,

    Wir waren ja immer begünstigt vom Glück -

    Und kehrten fast stehts ohne Verluste zurück! -

    Warum nicht auch diesmal !? -

    Wir träumten! - denn zu unserem Schrecken,

    Die rauhe Wirklichkeit ist in ihrem Erwecken!

    Ein Zischen - ein Fauchen - ein Donnern - ein Rollen - 

    Es prasseln Geschosse auf Graben und Stollen;

    Der Fein - er will uns die Frude nicht gönnen.

    Drum lässt er uns seine Stimme ertönen ...


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    Vogesen

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2744 / 35316
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Werner Luber
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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