Tagebuchaufzeichnungen Reinhold Sieglerschmidt (4), item 47
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linke Seite:
Nachricht vermag ich zu ertragen
- wegen der Kraft, die eine sostarke Sehnsucht gibt, solange
ihre Erfüllung möglich ist.
Ich küsse dich tausend tausend-
mal, mein Ich.
Ich bin in jeder Richtung gesund
und wohl. Die kleine Erkältung
ist ganz überwunden.
Küsse unsere kleinen, lieben Häupter,
grüsse Mama, Papa und alle
anderen, auch Gertrud.
Dein, dein Ich.
Forts.(etzung) d. vor.(igen) Briefes:
14. IX 15
Wecken 3/4 3, Abmarsch 3/4 4 Uhr.
Weg führt zuerst nach Westen (!)dann südlich. Wir wissen seit
gestern, dass wir Wilna, das von
den Russen noch besetzt ist,
..linke Seite:
von Osten umgehen sollen. Wenig-
stens ist diese Aufklärung über
die Kriegslage unsern Vorgesetzten
gegeben worden. Von Beginn des
Marsches an endloser, trostloser
Kiefernwald, wie schon vorher
geschildert - mindestens 25 km
marschieren wir durch denselben.
Wenige Siedlungen sind einge-
streut. Land, Land flach wellig.
Am Nachmittag treten wir hinaus
und erblicken ein brennendes
Dorf und russsische Schrapnells
in der Ferne, hören Infanterie-
und Maschinengewehrfeuer.
Der Russe ist erreicht. Er steht
jenseits eines Flusses, der die
Wilija sein soll. Wir stehen
jetzt fast östlich von Wilna.
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Nachricht vermag ich zu ertragen
- wegen der Kraft, die eine sostarke Sehnsucht gibt, solange
ihre Erfüllung möglich ist.
Ich küsse dich tausend tausendmal,
mein Ich.
Ich bin in jeder Richtung gesund
und wohl. Die kleine Erkältung
ist ganz überwunden.
Küsse unsere kleinen, lieben Häupter,
grüsse Mama, Papa und alle
anderen, auch Gertrud.
Dein, dein Ich.
Forts. d. vor. Briefes:
14. IX 15
Wecken 3/4 3, Abmarsch 3/4 4 Uhr.
Weg führt zuerst nach Westen (!)dann südlich. Wir wissen seit
gestern, dass wir Wilna, das von
den Russen noch besetzt ist,
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von Osten umgehen sollen. Wenigstens
ist diese Aufklärung über
die Kriegslage unsern Vorgesetzten
gegeben worden. Von Beginn des
Marsches an endloser, trostloser
Kiefernwald, wie schon vorher
geschildert - mindestens 25 km
marschieren wir durch denselben.
Wenige Siedlungen sind eingestreut.
Land, Land flach wellig.
Am Nachmittag treten wir hinaus
und erblicken ein brennendes
Dorf und russsische Schrapnells
in der Ferne, hören Infanterie-
und Maschinengewehrfeuer.
Der Russe ist erreicht. Er steht
jenseits eines Flusses, der die
Wilija sein soll. Wir stehen
jetzt fast östlich von Wilna.
-
Nachricht vermag ich zu ertragen
- wegen der Kraft, die eine sostarke Sehnsucht gibt, solange
ihre Erfüllung möglich ist.
Ich küsse dich tausend tausendmal,
mein Ich.
Ich bin in jeder Richtung gesund
und wohl. Die kleine Erkältung
ist ganz überwunden.
Küsse unsere kleinen, lieben Häupter,
grüsse Mama, Papa und alle
anderen, auch Gertrud.
Dein, dein Ich.
Forts. d. vor. Briefes:
14. IX 15
Description
Save description- 54.703461190247275||25.26261396250004||
Wilna = deutsch, heute Vilnius, Litauen
- 53.017127|| 20.890587||||1
Przasnysz
Location(s)
Story location Przasnysz
Document location Wilna = deutsch, heute Vilnius, Litauen
- ID
- 840 / 3899
- Contributor
- Jörn Sieglerschmidt
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- Eastern Front
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